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[Rezension] Einfach nicht totzukriegen – Kai Lüftner

Geposted am 27. April 2017 um 11:29

Rezension, Coppenrath Verlag, Kai Lüftner, Finstersteins

Titel: Einfach nicht totzukriegen
Reihe: Die Finstersteins; Band 2
Autor: Kai Lüftner
Illustrator: Frederic Bertrand
Verlag: Coppenrath
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Hardcover mit Spotlack, Sonderfarbe und Farbschnitt
Seitenanzahl: 256

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Die Finstersteins sind zurück! Fred staunt nicht schlecht, als die 400 Jahre alte Geisterfamilie vor seiner Haustür steht und dringend Zuflucht sucht. Zum Glück hat er die coolste Mama der Welt: Baba quartiert die erst kürzlich wiedererweckten Adeligen samt zahmem Krokodil kurzerhand im Keller ein. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten macht die Grusel-WG bald allen großen Spaß – bis Onkel Bende plötzlich spurlos verschwunden ist. Haben Adelbert Bärbach und sein mysteriöser Geheimbund den Druiden entführt? Gemeinsam ziehen Geister, Menschen und Krokodil los, um Bende aus den Fängen der Bösewichte zu befreien.

Rezension:

Leider habe ich die Lesung von Kai Lüftner auf der Buchmesse verpasst, sie soll großartig gewesen sein. Nun habe ich mich endlich Band 2 rund um Fred, die Finstersteins und den Friedhof gewidmet. Es ging total schnell, dass ich wieder in der Geschichte drin war. Sie knüpft nahtlos an Band 1 an und wir treffen alte Bekannte, aber auch einen neuen Freund und neue Feinde.

Fred und Franz haben beide einen ordentlichen Entwicklungsschritt gemacht, wie ich finde. Franz ist noch immer sehr von sich überzeugt, ein kleines bisschen unsympathisch, da er einfach ein totaler Besserwisser ist. Aber, Franz kann auch etwas und das beweist er in diesem Band noch deutlicher, als in Band 1. In der ersten Geschichte war Franz eher eine Nebenfigur, hier mutiert er zu einer, die Geschichte tragenden Figur. Franz weiß, wie man Informationen beschafft und setzt sich Tag und Nacht für die Sache ein. Außerdem gefällt mir, dass er versucht, auch Fred ein bisschen von seinem Selbstbewusstsein abzugeben und ihn zu pushen.

Fred ist nach wie vor ziemlich zurückhaltend, fühlt sich von der Welt unverstanden und alle anderen sind sowieso viel besser als er. Schade, dass er da noch nicht so ganz aus seiner Haut heraus kann. Aber, auch er entwickelt sich weiter und setzt sich für die Finstersteins ein. Außerdem ist da ja auch noch Sina. Für die junge Dame lohnt es sich ja auch, sich einzusetzen.

Baba, Freds Mutter, hat mir wieder außerordentlich gut gefallen. Für sie ist es keine Frage, dass sie Fred glaubt und vertraut. Keinerlei Mißtrauen. Er kommt zu ihr, benötigt Hilfe, und sie ist für ihn da. Komme, was wolle! Ich finde das klasse. So muss es mit Eltern sein. An Babas Seite ist seit diesem Band Ante, der Förster. Ein Mann ganz nach meinem Geschmack. Auch er steht den Kindern und den Finstersteins ohne groß zu fragen zur Seite.

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und man fiebert mit Fred, Franz und allen anderen mit. Was steckt hinter dem Fluch? Wo ist Onkel Bede, wie steckt Bärbach in der ganzen Geschichte drin und wer ist der Unbekannte am Telefon?

Auch die Illustrationen sind wieder einmalig schön. Ich finde sie einfach total passend und der Stil ist witzig, aber auch liebevoll. So viele Details gibt es zu entdecken.

Von mir gibt es 5 Federn und eine Leseempfehlung. Die Finstersteins könnten, würde ich meinen, auch bisher nicht so lesebgeisterte Kinder ansprechen und zum Lesen bringen.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Bücherstöberecke
Unsere zauberhaften Bücherwelten

[Rezension] Liebe und andere Handicaps – Rona Cole

Geposted am 25. April 2017 um 8:25

Rezension, Cursed Verlag, Rona Cole

Titel: Liebe und andere Handicaps
Autorin: Rona Cole
Verlag: Cursed Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 462

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Chris‘ Leben ist zu Ende – zumindest glaubt er das, seitdem er nach einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt. Als jedoch Ergotherapeut Hannes ihm nach einem Missgeschick im Treppenhaus zu Hilfe kommt, wird Chris‘ Welt erneut auf den Kopf gestellt. Denn Hannes kennt nicht nur einige Tricks, um ihm den Alltag zu erleichtern, er weckt auch Gefühle in Chris, die für ihn längst gestorben waren. Doch hat ihre aufkeimende Beziehung überhaupt eine Chance, wenn ein Partner so eingeschränkt ist?

Rezension:

Mittags angefangen, die Nacht durchgelesen und am nächsten Tag schon wieder fertig. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, so habe ich, ganz entgegen meiner Gewohnheit, tatsächlich bis nachts um halb Zwei gelesen. Spricht für das Buch. Die Geschichte von Chris und Hannes ist super spannend erzählt und man fiebert so mit den Figuren mit. Immer wieder hofft man mit den beiden Männern, dass sie die Liebe, die sie füreinander empfinden, auch endlich leben. Aber nein… es wäre ja kein 462 Seiten starkes Buch geworden, wenn es so einfach wäre. Missverständnisse, verletzte Gefühle, das Gefühl, unzulänglich zu sein, aber auch Eitelkeiten, säumen den Weg beider Protagonisten.

Chris Verhalten nachzuvollziehen fiel mir von Zeit zu Zeit etwas schwer. Seit einem Unfall ist er von der Hüfte an abwärts gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies reicht, um einen Menschen ungerecht werden zu lassen und mit dem Leben zu hadern. Dennoch ging mir sein Selbstmitleid besonders, als es auf das Ende des Buches zuging, auf die Nerven. Festmachen will ich das an einem Beispiel. Da es sich aber um einen Spoiler handelt, müsst ihr den Text zum Lesen markieren. Chris und Hannes haben miteinander geschlafen, alles könnte wirklich schön sein, aber Chris hat Hannes verschwiegen, dass er noch mit jemandem zusammenlebt. Die Liebe ist von Chris Seite nicht mehr da, nie da gewesen, aber nichts desto trotz lebt sein Partner mit ihm in einer Wohnung. Als Hannes nach der gemeinsamen Nacht spontan vorbei kommt, trifft er auf Torsten. Hannes läuft weg, was ich absolut nachvollziehen kann. Chris aber sucht nicht etwa die Schuld bei sich, oder reflektiert mal, warum Hannes abgehauen ist. Nein, er versinkt im Selbstmitleid und meint, dass Hannes ihn sowieso nicht lieben kann. Mit rund 30 Jahren dürfte er aber genug Grips haben, um zu erkennen, dass nicht er das Opfer ist, sondern in diesem Fall tatsächlich Hannes. In seinem Leben vor dem Unfall war Chris ein echter Arsch.  Ein Leben, immer auf der Überholspur. Sich nun daran zu gewöhnen, Hilfe annehmen zu müssen, sein Leben komplett umgestalten zu müssen, ist ganz bestimmt nicht einfach. Deswegen war man an der einen oder anderen Stelle bereit, um zu verzeihen, dass er sich unmöglich benimmt. Im Laufe des Buches macht Chris durchaus eine deutliche Entwicklung durch, die ich nachvollziehbar fand, vor allem, weil es keine 180 Grad Drehung ist, sondern viele kleine Schritte sind, die aufeinander aufbauen.

Hannes hat mir sehr gefallen. Ich mochte ihn von Beginn an. Die Autorin hat es sehr gut geschafft, auch den inneren Zwiespalt von Hannes darzustellen. Obwohl er Ergotherapeut ist, und damit durchaus keine Berührungsängste mit behinderten Menschen hat, ist es etwas ganz anderes, wenn es auf einmal nicht mehr nur ein Patient ist, der da vor einem steht, sondern der Mensch, in den man sich haltlos verliebt hat. Immer wieder dieses vorsichtige vortasten, wie weit er gehen kann und darf. Immer wieder auch Schüchternheit und auch Zweifel, vor allem, wenn Chris ihn erneut zurückweist.

Die Nebenfiguren in Form von Hannes Mutter, seiner besten Freundin Nicki oder den Kolleginnen aus der Praxis, sind sehr schön dargestellt. Sie haben alle bei Weitem nicht so viel Tiefe, wie Chris und Hannes, aber ausreichend, um sie sich vorzustellen und um die Geschichte voran zu treiben.

Wie gesagt, die Geschichte insgesamt fand ich sehr spannend und der Schreibstil ist ganz wundervoll. Mich hat die Liebe zwischen den beiden berührt, ich konnte sie spüren.Einen winzigen Kritikpunkt habe ich aber, weil mir eben Chris irgendwann anfing, auf die Nerven zu gehen. Hier hat es die Autorin, meiner Ansicht nach, etwas überreizt mit dem Selbstmitleid von Chris. Sicher ist sein Verhalten authentisch und im wahren Leben absolut nachvollziehbar, aber in einem Roman wandelt man ja so ein bisschen auf der Grenze zwischen Authentizität und Unterhaltung für den Leser. Die Autorin hat sich vermutlich für Authentizität entschieden, was ich grundsätzlich nicht kritisieren will, was mich aber dann am Ende doch nicht zu 100% für Chris und Hannes einnehmen konnte.

Hier bekommen wir mal wieder einen Gay Romance Romane, in dem es auch um Sex geht. Nicht wenig Sex, wenn ich es so mit meinen letzten Büchern vergleiche. Wunderschön geschriebene Passagen, die an keiner Stelle anstößig oder schlüpfrig sind. Rona Cole versteht es, gerade auch die ersten Erfahrungen zwischen Chris und Hannes zu etwas Besonderem zu machen. Auch hier schafft sie es, dem Leser die Gefühle von beiden Männern sehr nahe zu bringen. Bei Hannes auf der einen Seite die Angst, etwas falsch zu machen, aber auf der anderen Seite sein unbändiges Verlagen nach dem Mann, den er liebt. Chris Ängste, dass er kein ganzer Mann mehr ist, dass Hannes ihn nicht lieben, nicht begehren kann. Meinen Respekt vor dieser Leistung der Autorin.

Ich vergebe 4 Federn für einen Gay Romance Roman, der unheimlich lesenswert ist und den ich euch wirklich empfehlen kann.

Leider konnte ich keine weiteren Rezensionen auf Buchblogs für euch aufstöbern. Wer eine findet oder selbst geschrieben hat, darf mir gerne den Link in den Kommentaren da lassen.

[Welttag des Buches] Blogger schenken Lesefreude

Geposted am 23. April 2017 um 0:01

Es ist wieder soweit. Der 23. April ist gekommen und damit ist wieder einmal „Welttag des Buches“. Hinter der Aktion stecken Buch-Blogger: Christina (Pudelmützes Bücherwelten) und Dagmar (Geschichtenagentin) und Sonja (Sonnys Blog).

Auch ich möchte die Gelegenheit nutzen, etwas an euch zu verlosen.

Emily Bold hat mir freundlicherweise erlaubt, mein ungelesenes Rezensionsexemplar Wenn Liebe Cowboystiefel trägt vom Montlake Romance Verlag an meine Besucher zu verlosen, da ich es doppelt habe (es ist als „nor for sale“ gekennzeichnet).

Außerdem werde ich ein Buch kaufen, dass ich euch sehr ans Herz legen möchte. Jahrhundertzeugen“ von Tim Pröse hat mich in diesem Jahr nachhaltig beeindruckt und ich möchte, dass es viele Menschen lesen. Wenn du dich für dieses Buch bewirbst, dann stimmst du zu, dass ich dir das Buch direkt über meinen Buchhändler „Scheller Boyens“ zuschicken lasse.

Was müsst ihr tun, um in den Lostopf zu hüpfen? Nicht viel!

Verratet mir im Kommentar euer liebstes Reiseziel und was ich mir dort auf jeden Fall anschauen sollte, wenn ich mal hinkomme. (Aufgrund des ersten Kommentars, der natürlich trotzdem im Lostopf ist, habe ich gemerkt, dass die Frage vielleicht mißverständlich ist, deswegen nochmal genauer): Ich hätte gerne einen Tipp von euch, zu einem Reiseziel, an dem ihr schonmal wart und was ich mir dort unbedingt anschauen soll (aus eurer Erfahrung heraus).
Außerdem schreibt ihr mir bitte, für welches Buch ihr in den Lostopf möchtet: „Wenn Liebe Cowboystiefel trägt“ oder „Jahrhundertzeugen“. Ihr müsst euch entscheiden!

Teilnahmebedingungen:

Die Frage muss beantwortet werden, sonst gelangt ihr nicht in den Lostopf.
Ihr könnt euch nur für ein Buch in den Lostopf werfen lassen!
Hinterlasst eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht), dann kontaktiere ich euch im Falle eines Gewinns.
Das Gewinnspiel läuft bis zum 30.04.2017, 23.59 Uhr.
Am 1.5. wird ausgelost.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der Gewinn wird nicht in bar ausgezahlt.
„Wenn Liebe Cowboystiefel trägt“ versende ich. „Jahrhundertzeugen“ lasse ich dir direkt über die Buchhhandlung zuschicken. Damit erklärst du dich einverstanden.
Teilnehmen können nur Teilnehmer aus Deutschland oder Teilnehmer mit einer deutschen Adresse, an die ich das Buch schicken kann.

Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Welttag des Buches!

[Alltagsworte] Samstagsplausch 16/2017

Geposted am 22. April 2017 um 9:52

Gerne nehme ich auch heute wieder bei Andrea und ihrem Blog Karminrot am Kaffeetisch Platz zum

Samstagsplausch

Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, was ich euch erzählen soll. Die Wochen sind derzeit geprägt von Arbeit und in meiner Freizeit hänge ich meistens vor dem TV ab, weil ich abends einfach kaputt bin und keine Lust mehr auf Aktivitäten habe. Nach der Buchmesse hatte mich irgendwie eine Leseflaute erwischt, die jetzt so langsam wieder nachlässt. Ich hatte so ein bisschen das Gefühl von Übersättigung. War auch mal ganz schön, denn so habe ich einige Lieblingsfilme gesehen. Zu Ostern kam „König Drosselbart“ im TV, außerdem habe ich „50 erste Dates“ und „Ein Chef zum verlieben“ gesehen. Beide Filme mag ich sehr. Über das Kommentierwochenende beim #litnetzwerk bin ich darauf aufmerksam geworden, dass es „Prinzessin Fantaghiro“ nun auf DVD gibt. Ich habe mir die DVDs gleich bestellt und auch in der letzten Woche geschaut. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass mir die Filme nicht mehr gefallen, aber ich war total schnell wieder drin und finde sie immer noch wunderbar.

Donnerstagabend war ich mit einer Kollegin zu einem Vortrag zum Thema „Gesundheit und wie man sie erlangt“ von Dr. Joachim Hensel. Der Vortrag war wirklich interessant. Ein sympathischer Mann, der das Thema locker flockig rübergerbacht hat.

Ansonsten habe ich mich gestern Abend mit einer Freundin getroffen. Wir haben richtig schön gequatscht und morgen bin ich bei einer anderen Freundin zum Kaffee. Das sind die wichtigen Dinge im Leben, die Spaß machen und mich immer wieder aufmuntern.

Ach ja, und meine neue Hülle für den ebook Reader ist gestern gekommen. Gekauft über Dawanda. Sie ist total schön, stabil und gefällt mir sehr. Darüber gibt es demnächst einen gesonderten Beitrag mit Fotos, da ich sie auch gerne ausführlich zeigen möchte.

Heute haben meine Ma und ich sturmfrei, da wollen wir schön gemeinsam kochen und essen und dann Brot backen. Ich bin gespannt, ob es was wird.

Habt alle ein wunderbares Wochenende!

[Blog-Stöberrunde] 04/2017

Geposted am 21. April 2017 um 12:38

Immer am vorletzten Freitag im Monat findet die von Weltenwanderer ins Leben gerufene Blog-Stöberrunde statt. Gerne nehme ich daran teil und zeige euch die Beiträge, die mich im letzten Monat bewegt haben.

Blog-Stöberrunde

Mikka von Mikka liest macht sich Gedanken über das soziale Miteinander von Bloggern. Sie wirft die Frage auf „Wann ist Kommunikation wirklich Kommunikation?. Der gesamte Beitrag ist sehr lesenswert. Hüpft gerne mal rüber.

Sascha hat auf seinem Blog Koreander – Hier wird gelesen das Buch „Erben des Holocaust – Leben zwischen Schweigen und Erinnerung“ vorgestellt. Lesenswerte Rezension und ein sicher lesenswertes Buch. Ich habe es mir gleich bestellt.

Nach dem letzten Kommentiermarathon des #litznetzwerk hat Nicci von Trallafittibooks sich Gedanken darüber gemacht, was sie an anderen Blogs stört. Bei einigen Dingen kann ich ihr zustimmen, bei anderen nicht. Letzten Endes muss jeder für sich entscheiden, wie er seinen Blog gestaltet und führt.

Bei der Masse an Blogtouren fragt man sich ja schon ab und an, wieviel Sinn diese eigentlich noch machen. Ich muss gestehen, dass ich eher wenige Blogtouren verfolge. Meist interessiert mich das Buch schon vorher. Katja von der Netzwerk Agentur Bookmark hat einen spannenden Artikel darüber verfasst, warum Blogtouren und Leserunden Sinn machen.

Stehlblüten hat sich zum Thema „Wie bringe ich Blogger dazu, mein Buch zu lesen?“ Gedanken gemacht. Ein sehr schöner Artikel.

Habt ihr auch spannende Artikel gefunden oder geschrieben? Lasst mir gerne den Link da!

[Rezension] Wie ein neues Leben – Jay Northcote

Geposted am 19. April 2017 um 13:07

Rezension, Cursed Verlag, Jay Northcote

Titel: Wie ein neues Leben
Autor: Jay Northcote
Verlag: Cursed Verlag
Erscheinungsjahr: 2016
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 252

Meine Wertung: 3 Federn

Klappentext:

Joels Leben könnte nicht besser sein: Er führt eine glückliche Beziehung mit Dan und mit der Mutter seiner über alles geliebten, dreijährigen Tochter verbindet ihn ein enges Verhältnis. Doch ein tragischer Unfall verändert alles. Als alleinerziehender Vater muss Joel nicht nur den Verlust einer guten Freundin verarbeiten, sondern auch einsehen, dass die Beziehung mit Dan dieser Belastung nicht standhält. Ausgerechnet in dieser dunklen Zeit lernt er Krankenpfleger Liam kennen. Sie fühlen sich einander sofort verbunden, aber Joel zögert. Kann er sich wirklich auf Liam einlassen, nachdem er bereits so viel verloren hat?

Rezension:

„Wie ein neues Leben“ ist ein Buch, in dem man sich auf Anhieb wohlfühlt. Der Schreibstil ist flüssig und das Leben von Joel, Claire und Evie ist, trotz dessen, dass Joel und Claire nicht zusammen sind, traumhaft. Bis es zu einem tragischen Unglück kommt und Joel plötzlich als alleinerziehender Vater dasteht.

Joel ist ein liebevoller Vater, der sich wirklich gut um Evie kümmert. Dennoch hätte ich gedacht, dass er, als ausgebildeter Pädagoge, sich deutlich mehr damit auseinandersetzt, wie Evie die Trauer um ihre Mutter bewältigen kann. Ich fand es ziemlich hart, wie er einem Kindergartenkind erklärt, dass die Mutter jetzt tot ist und nichts mehr fühlt, nichts mehr merkt. Joel ist Atheist und in gewisser Weise kann ich nachvollziehen, dass er seinem Kind nichts von einer Mutter im Himmel, auf einer Wolke, etc. beibringen möchte, wenn er selbst nicht daran glaubt. Dennoch denke ich, dass es die Sache für Evie leichter gemacht hätte. Meiner Ansicht nach versucht er mit viel zu erwachsenen Erklärungen Evie Claires Tod nahe zu bringen. ich fand das schwer zu ertragen. Auch er selbst setzt sich eher wenig damit auseinander, was Claires Tod jetzt für die kleine Familie bedeutet.

Alle Protagonisten sind sympathisch. Selbst Dan, der mit seinen 19 Jahren einfach noch sehr unreif ist, ist hier nicht der Antiheld. Er versucht Joel so gut, wie es ihm eben möglich ist, zur Seite zu stehen, ist damit aber völlig überfordert.

Liam taucht unvermittelt, wie der Retter auf und auch das konnte mich nicht ganz überzeugen. Er ist schon wieder zu gut, um wahr zu sein. Das genaue Gegenteil von Dan. Er ist derjenige, der noch ein bisschen Tiefe in die Geschichte bringt. Auch Liam ist sehr sterotyp gezeichnet, aber er macht sich Gedanken, setzt sich mit sich selbst, mit Joel und der Beziehung auseinander. Und, er ist absolut traumhaft zu Evie. Damit hat er mein Herz erobert.

Für mich waren die Charaktere alle ein bisschen zu einseitig gestrickt. Liam ist immer nur der Tolle, Dan derjenige, auf den der Leser (vermute ich) etwas sauer sein soll, da er flatterhaft ist. Es fehlten beiden Figuren die Ecken und Kanten.

Tiefgang kam für mich nur an der Stelle auf, an der Joel sich damit auseinandersetzt, ob er für eine Beziehung mit Liam bereit ist. Zwischen den beiden Männern entstand ein wirklich schönes und auch beeindruckendes Gespräch. Mir reicht das aber nicht. Das Thema, welches hier als Aufhänger für die Geschichte genommen wird, hätte mehr Tiefe verdient gehabt.

Insgesamt hat mich die Geschichte, trotz des wirklich angenehmen Schreibstils des Autors unbefriedigt zurückgelassen. Ein bisschen mehr Tiefgang und ein bisschen mehr Auseinandersetzung mit dem großen Verlust, den Joel und Evie erlitten haben, hätte der Geschichte sicher gut getan. Ich vergebe 3 Federn. Wenn ihr dieses Buch lest, dann macht ihr absolut nichts falsch, aber erwartet nicht zu viel. Ihr bekommt eine leicht oberflächliche, aber sehr schöne Geschichte mit und fürs Herz.

Eine weitere Rezension habe ich für euch aufgestöbert:
El Ma liest & träumt

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