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[Rezension] Scythe: Der Zorn der Gerechten – Neal Shusterman

Geposted am 22. Mai 2018 um 9:55

Rezension, Argon Hörbuch, Download, Neal Shusterman

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Titel: Der Zorn der Gerechten
Reihe: Scythe; Band 2
Autor: Neal Shusterman
Sprecher:  Torsten Michaelis
Verlag Hörbuch: Argon Verlag
Verlag Buch: Sauerländer (Fischer Verlage)
Erscheinungsjahr: 2018
Hörbuch-Download; 13 Stunden 20 Minuten

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Citra und Rowan leben in einer perfekten Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Die Entscheidung über Leben und Tod treffen nicht mehr Schicksal oder Zufall, sondern die Scythe, die diejenigen auswählen, die zum Wohle aller geopfert werden müssen.

Gemeinsam haben Citra und Rowan die Ausbildung zum Scythe überstanden, doch nur Citra wurde auserwählt, die Robe, den Ring und die fast übermenschliche Verantwortung zu tragen. Bei ihrer ersten Aufgabe jedoch, Rowan zu töten, versagt Citra. Stattdessen verhilft sie ihrer heimlichen großen Liebe zur Flucht.

Und so kämpft Rowan jetzt aus dem Untergrund gegen die einzige Gefahr, auf die die perfekte Welt nicht vorbereitet ist: korrupte und gewissenlose Mörder in den Reihen der Scythe

Rezension:

Uff… eine Rezension, die mir schwer fällt. Es passiert so unglaublich viel in diesen 13 Stunden, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen und enden soll. Als Erstes kann ich sagen, dass ich auch den zweiten Band wieder sehr genossen habe.

Der Sprecher ist Torsten Michaelis, der seine Sache unglaublich gut macht. Er hat eine Art zu erzählen, die mich von der ersten Minute an in den Bann der Geschichte gezogen hat. Und, ich muss gestehen, dass seine Art zu lesen es war, die mich an der Geschichte gehalten hat. Der Anfang ist, meiner Ansicht nach, nämlich ein bisschen langatmig. Die Geschichte braucht einen guten Teil, bis sie wieder Fahrt aufnimmt. Beim Buch wäre es mir schwerer gefallen, dran zu bleiben. Torsten Michaelis hat mich einfach mitgezogen.

Rowan, jetzt als Scythe Lucifer unterwegs, nimmt in diesem Buch eine etwas untergeordnete Rolle ein. Interessant ist es dennoch, zu erleben, welche Wandlung er durchgemacht hat und wie er mit seiner neuen Rolle umgeht. Seinen Mut hat er auf jeden Fall nicht verloren und ich muss sagen, dass ich Rowan nach wie vor sehr schätze.

Scythe Anastasia und Scythe Curie sind die beiden Protagnisten, die wir hauptsächlich verfolgen, ebenso wie Greyson Tolliver und Tyger. Auch erleben wir eine Überraschung, und treffen alte Bekannte wieder, von denen wir nicht dachten, dass sie nochmal auftauchen würden.

Citra oder Scythe Anastasia, wie sie jetzt genannt wird, hat eine ganz eigene Methode gefunden, Menschen nachzulesen. Sie gibt den Menschen einen Monat Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, sich von ihren Lieben zu verabschieden und sich die Methode auszusuchen, mit der sie nachgelesen werden sollen. Gerade diese Art der Nachlese wirft natürlich wieder Fragen beim Leser auf. Könnte ich damit umgehen? Ist das menschlich oder doch eher verstörend? Möchte man wissen, dass man sterben wird und ist der Überraschungsmoment nicht doch humaner? Auf jeden Fall kann man sagen, dass Scythe Anastasia eine große Rolle in diesem Spiel einnimmt. Die sowieso schon gespaltene Gemeinschaft der Scythe wird durch sie noch stärker gespalten. Sie wandelt auf einem schmalen Grad, indem sie das Sythetum vor neue Herausforderungen stellt. Es kam nicht ganz unerwartet, dass ihr von Seiten einiger Scythe auch Machtstreben vorgeworfen wird.

Eine deutlich größere Rolle nimmt in diesem Band der Thunderhead ein. Wir erfahren sehr viel darüber, wie die Sterblichkeitsära beendet wurde und das Scythetum entstanden ist. Wir erfahren viel darüber, wie der Thunderhead “tickt”. Dabei kristallisiert sich immer mehr heraus, dass er nicht der abgeklärte, nur durch Nullen und Einsen gesteuerte Computer ist, für den man ihn zunächst gehalten hat. Er hat durchaus interessante Gedanken und auch etwas ähnliches, wie Gefühle.

Mit Greyson erfahren wir in diesem Band deutlich mehr über die Widerlinge. Widerlinge sind Menschen, die sich dem Thunderhead nicht unterwerfen wollen. AUch Greyson wird realtiv rasch zum Widerling erklärt. Nach und nach offenbart sich, warum der Thunderhead ihm das angetan hat und, dass er hofft, dass Greyson in der Welt so etwas bewirken kann, was dem Thunderhead versagt ist. Über Greyson gelangen wir zu den Tonisten. Die Tonisten sind Anhänger einer Art Religion, die bereits im ersten Band eingeführt wurde. Sie beten die große Resonanz an.

Die Geschichte fängt, wie bereits gesagt, etwas langatmig an, nimmt dann aber wieder an Fahrt auf. Ich muss sagen, dass mich das nicht so sehr gestört hat, wie es vielleicht bei anderen Büchern würde, da ich einfach die Idee und die Moral hinter dieser Geschichte so unglaublich gut finde. Jede Seite bzw. jede Minuten (es war ja ein Hörbuch) bringt mich zum nachdenken darüber, wie Menschen zusammenleben, wie man selbst mit einer solchen Situation umgehen würde, was moralisch ist und was eben nicht mehr zu tolerieren ist. Die Geschichte insgesamt bietet einige Wendungen, die man zunächst nicht kommen sieht, die aber definitv Spannung in das Buch bringen. Gerade bei Rowan läuft nicht ales so glatt, wie er es sich wünscht. Auch Tyger hätte sich für sein Leben sicher etwas anderes gewünscht, als er es am Ende bekommt.

Sehr ausführlich nimmt Neal Shusterman uns auch mit auf die Reise in die neue Zeit. Die Spaltung der Scythe in die alte Garde und die der neuen Ordnung nimmt einen wichtigen Teil dieses Buches ein. Immer wieder steht es auf der Kippe, welche der beiden Fraktionen die Oberhand erlagen wird. Schnell schlägt sich der Leser auf eine der beiden Seiten und umso größer ist die Spannung, als das System in die falsche Richtung zu kippen droht. Auch hier wird noch einmal die Stellung des Thunderhead deutlich. Er würde gerne eingreifen, da er weiß, was das Beste für die Menschheit wäre, aber aufgrund seiner selbstauferlegten Regeln kann er dies nicht tun.

Die Liebesgeschichte zwischen Citra und Rowan geht genauso verhalten weiter, wie sie es bereits im ersten Band getan hat. Mich hat das sehr berührt, denn es kann einfach nicht der Hauptplot einer solchen Geschichte sein. Es ist ein Nebenstrang, der sich gut einfügt und nicht dominant wird.

Der Schreibstil von Neal Shusterman ist, wie wir ihn gewohnt sind. Er zeigt uns seine Welt sehr ausführlich, aber nicht langweilig. Man hat überhaupt keine Probleme, sich diese Welt, die so völlig anders ist, als die unsere, vorzustellen. Neal Shusterman schafft es wie kein anderer, seine Gedanken dem Leser mitzuteilen und ihn alles miterleben zu lassen.

Das Ende ist einfach nur grandios. Ein wirklicher Showdown, bei dem man atemlos zurückbleibt und sich fragt: Wie soll es im 3. Band bloß enden???

Von mir gibt es für den zweiten Band der Trilogie 5 Federn. Leider gibt es dieses Hörbuch, im Gegensatz zum ersten Band, nur als Download. Aber es ist sehr empfehlenswert. Der wunderbare Sprecher macht es gleich nochmal besser.

Meine Rezension zu Band 1.

Eine weitere Rezension findet ihr bei:
Hundertmorgenwald – 5 Sterne

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