Rezensionen,  5 Federn,  Gehört 2017

[Rezension] Scythe: Die Hüter des Todes – Neal Shusterman

Rezension, Argon Verlag, Neal Shusterman

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Titel: Die Hüter des Todes
Reihe: Scythe; Band 1
Autor: Neal Shusterman
Sprecher: Torsten Michaeli, Ilka Teichmüller, Uve Teschner, Peter Lontzek,‎ Marie-Isabel Walke, Marian Funk
Verlag: Argon Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
2 mp3 CDs; 9 Stunden und 6 Minuten

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Umgebung müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe – eine Dienstleistung, für die sie hoch geachtet und gleichzeitig gefürchtet sind. Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch was sie nicht ahnen: Am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und seine erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten…

Rezension:

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau, was ich schreiben soll. Das Buch habe ich schon im September gehört und schreibe jetzt endlich die Rezension, weil ich euch das Buch so gerne ans Herz legen möchte. Scythe ist großartig mit einer wirklich tiefgründigen Botschaft dahinter, auf die man sich einlassen kann, aber nicht muss.

Für mich gibt es zwei Wege dieses Hörbuch zu hören. Als spannende Dystopie, die den Hörer sehr gut unterhält oder als spannende Dystopie, die den Hörer sehr gut unterhält und gleichzeitig als Werk, das den Hörer zum Nachdenken anregt. Mich hat es sehr zum Nachdenken angeregt, denn auch heute schon werden wir immer älter. Was wäre, wenn wir wirklich irgendwann nicht mehr sterben müssten, oder vielleicht erst mit 150 oder 200 Jahren? Überbevölkerung macht das Leben auf unserer Erde nicht einfacher. Hätten wir dann auch so etwas, wie die Scythe, die entscheiden, wer weiterleben darf und wer sterben muss? Nachlesen nennt sich diese Art des Tötens. Hört sich gleich etwas netter an, oder?

Richtig gut hat mir gefallen, dass wir mit Citra und Rowan zwei Strömungen der Scythe verfolgen können. Citras Mentorin nimmt ihren Job sehr ernst und findet keinen Gefallen daran, Menschen nachzulesen. Sie weiß, dass die Arbeit getan werden muss und sie tut sie. Ohne dabei Machtgefühle zu verspüren. Sie trifft sich nach der Nachlese mit der Familie des Nachgelesenen zu einem Mahl um ggfls. Fragen zu beantworten. Ich hatte das Gefühl, dass sie, genau wie der erste Mentor von Rowan und Citra, Scythe Faraday, versucht, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren.

Rowans Mentor liest Menschen um des Tötens willen nach. Er findet Freude daran und erwartet dies auch von seinen Anhängern. Er veranstaltet richtige Massaker mit Hunderten von Toten. Sehr abstoßend. Rowan selbst ist ein sehr vielschichtiger Charakter, den ich fast etwas mehr mochte, als Citra. Rowan kämpft extrem um seine Menschlichkeit und lässt den Leser daran teilhaben. Ihm wird es wirklich sehr schwer gemacht und ein ums andere Mal ist er nicht weit weg davon, vom rechten Pfad abzuweichen. Für mich hat Rowan die größere Entwicklung durchgemacht.

Insgesamt macht gerade dieses Nachlesen auf zwei verschiedene Arten das Buch so spannend. Immer wieder war ich hin und her gerissen zwischen allen möglichen Gefühlen. Trauer, Wut, Verständnis… Die Nachlese ist zwingend notwendig, da niemand mehr stirbt und die Erde sonst völlig überbevölkert wäre. Einerseits hat man als Leser also Verständnis dafür, dass nachgelesen werden muss. Andererseits kommt immer wieder der Gedanke hoch, dass es einfach nicht richtig ist, dass ein Mensch, auch wenn er Scythe ist, entscheidet, wann ein anderer Mensch sein Leben beenden muss. Eine sehr schwieriger moralischer Konflikt, der hier aufgeworfen wird.

Nicht ganz klar geworden ist mir, was der Thunderhead eigentlich genau ist. Er scheint mir eine Art kollektives Wissen (ein Datenpool) zu sein, der die Herrschaft übernommen hat. Ich bin gespannt, ob wir im nächsten Band noch nähere Einblicke erhalten.

Neal Shusterman besticht durch einen sehr intensiven Schreibstil. Völlig unaufgeregt vermittelt er dem Leser seine Geschichte, trifft dabei aber durch seine Wortwahl und seine bildhafte Schreibweise direkt ins Herz. Durch Einblicke in die Tagebücher der einzelnen Scythe erfahren wir etwas mehr über ihr Seelenleben und sie lassen den Leser sehr nahe an sich heran.

Einen großen Anteil haben die sehr guten Sprecher, allen voran Torsten Michaeli daran, dass das Hörbuch mich so in seinen Bann gezogen hat. Man kann sich der Stimme kaum entziehen und muss immer weiter hören.

Von mir gibt es 5 Federn für den Auftakt einer Reihe, die sich mit der Frage danach auseinandersetzt, wie man die Überbevölkerung eindämmen kann und welche Voraussetzungen diejenigen erfüllen müssen, die eine solch schwere Aufgabe übertragen bekommen.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Lillis Buchseite
Kathrineverdeen

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12 Comments
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5. Dezember 2017 15:31

Ich hoffe dann mal auf ähnliche Eindrücke wie du, da das Buch schon hier liegt – ja ich muss leider selbst lesen 😉 Bin aber schon sehr gespannt darauf, denn Cover & Klappentext haben mich schon absolut gecatcht!

Liebe Grüße,
Janna

Reply to  Yvonne
5. Dezember 2017 21:01

Wäre der SuB nur nicht so hoch und dann steht auch Weihnachten vor der Tür, und das wagt sich die Familie/Freunde nicht, was anderes als Bücher zu schenken ;D
Nein mal ehrlich, will es nicht zu lange auf dem SuB lassen, sage das bei nur zu vielen Büchen die dort warten …

Madame Lustig
4. Januar 2018 15:13

Frohes neues Jahr, liebe Yvonne! 🙂
“Scythe” ist heute morgen in meinem Einkaufswagen gelandet und ich bin schon sehr gespannt darauf. Erst recht, nachdem auch du so begeistert bist!

Ganz liebe Grüße,
Maike

26. Mai 2018 16:04

Hey 🙂

Bei der Reihe schwanke ich ja immer noch hin und her, ob sie mich interessiert oder nicht. Ich bin ja oft recht skeptisch, wenn es so viele begeisterte Stimmen gibt, weil ich einfach schon einmal zu oft bei den gehypten Büchern reingefallen bin … Ist eigentlich absehbar, wann Band 3 kommt? Denn vielleicht lese oder höre ich die Story dann am Stück :).

Liebe Grüße
Ascari

31. Juli 2018 13:18

Nun – ich wurde definitiv zum Nachdenken angeregt

Deine Rezension hab ich hier verlinkt.
LG,
Daniela

26. Januar 2020 11:36

Hey Yvonne,

ich habe das Buch auch vor Kurzem gelesen und es gefiel mir sehr gut. Du beschreibst gut, was ich auch beim Lesen des Buches empfunden habe. Ich bin sehr gespannt darauf wie sich Rowan weiter entwickelt. Mit seinem Mentor hatte er ja doch ein echt hartes Los gezogen.
Meine Rezension geht erst in 2 Wochen online und ist weniger ausführlich als deine. Ich werde dich bei mir verlinken.

LG und einen schönen Sonntag.
Moni

25. April 2021 1:46

[…] Neal Shusterman habe ich außerdem rezensiert: Shusterman, Neal –Die Hüter des Todes (Scythe; Band 1) Shusterman, Neal – Der Zorn der Gerechten (Scythe; Band […]

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