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[Rezension] Starfall: So nah wie die Unendlichkeit – Jennifer Wolf

Geposted am 8. Dezember 2017 um 14:18

Carlsen Impress, Rezension, Jennifer Wolf

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Titel: Starfall: So nah wie die Unendlichkeit
Reihe: Einzelband
Autorin: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen Impress
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: ebook
Seitenanzahl: 325

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Die 17-jährige Melody lebt mit ihrer Familie innerhalb einer Militärbasis von Washington D.C. und führt ein abgesichertes, geschütztes Leben, als das Undenkbare passiert: Ein UFO stürzt aus dem Himmel und legt mitten in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten eine Bruchlandung hin. Während wie von Geisterhand alle Glasscheiben zu Bruch gehen, der Strom schlagartig ausfällt und in den Straßen das Chaos ausbricht, geht plötzlich alles rasend schnell. Melodys Bruder wird schwerverletzt wegtransportiert und ihre Mutter übernimmt als Ärztin des Militärkrankenhauses die Behandlung der außerirdischen Neuankömmlinge. Und dann soll auch noch ausgerechnet Melodys Familie am Projekt ›Ohana‹ teilnehmen und einen vollkommen traumatisierten Jungen aus dem All aufnehmen…

Rezension:

Jennifer Wolf schaffte es mit ihrem neuesten Werk meisterhaft mich in den Bann der Geschichte zu ziehen. Sie bringt mich immer wieder zum nachdenken. Letzten Endes hat sie aus meiner Sicht nichts anderes getan, als die derzeitige Situation Deutschlands (und anderer Länder) etwas zu abstrahieren. An vielen Stellen brachte sie mich zum innehalten und über unsere derzeitige Situation reflektieren. Sehr gut bringt sie das zum Ausdruck, was man im Leben immer wieder spürt. Der Mensch an sich (der eine mehr, der andere weniger) ist Neuem gegenüber erstmal skeptisch. Was wir nicht kennen macht uns Angst. Sie zeigt aber auch einen Weg auf, der besagt, dass man diese Ängste überwinden kann, wenn man sich dem Neuen öffnet und es erstmal kennenlernt, bevor man urteilt.

Die Menschen in Washington verhalten sich den Außerirdischen gegenüber so, wie man es erwartet. Wir treffen auf eine bunte Mischung von Hilfsbereitschaft, Skepsis, Neugierde, Ablehnung und Offenheit. Dabei ist Melody eine wunderbare Protagonistin, die es schafft, ihre anfängliche Ablehnung gegenüber den Fremden nach und nach abzulegen. Sie, die zunächst überhaupt nicht offen für diese Wesen ist, lernt im Zusammenleben mit Neven, dass Andersartigkeit nicht immer nur furchteinflößend sein muss. Melody schafft es, ihre Ängste zu überwinden. Sie nimmt Neven an die Hand, um ihm beizubringen sich in die Gesellschaft einzugliedern.

Unterstützung erhält Melody von ihren Freunden, allen voran Adrienne, aber auch Dean, den ich anfangs eher für einen sehr oberflächlichen Charakter gehalten habe. Letzten Endes muss man aber wirklich sagen, dass sie beide das Herz am rechten Fleck haben und Melody sich glücklich schätzen kann, sie zu kennen.

Neven habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Traumatisiert, gedemütigt und voller Angst muss er sich nun auch noch in einer ihm fremden Gesellschaft zurechtfinden deren Sprache er nicht spricht und deren Bräuche er nicht kennt. Die Stellen, an denen er mit ausgestreckten Händen auf der Erde kniete haben mich nachhaltig erschüttert. Jennifer Wolf schaft es auch hier durch ihre Art zu erzählen, das Grauen sehr fühlbar zu machen. An einigen Stellen war es für mich kaum zu ertragen.

Die Geschichte ist mega spannend und auch sehr berührend. Vor allem während der Annäherung zwischen Neven und Melody hat es mir ein ums andere Mal das Herz zusammengezogen. So wundervoll, so einfühlsam geschildert, dass man einfach nur mitfühlen kann. Die Geschichte greift die aktuellen Themen der Flüchtlinge und wie die Menschen darauf reagieren auf, ohne den Zeigefinger zu erheben.

Ganz besonders berührt hat mich übrigens die Stelle, ab der sie das erste Mal “The Rose” gesungen hat. Ich hatte diese Szene ganz klar vor meinem inneren Auge und wirklich Gänsehaut. Das ist wahre Menschlichkeit.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings auch. Ganz genau will ich an dieser Stelle nicht darauf eingehen, denn das würde die Spannung zerstören, aber so viel sei gesagt: Wie es plötzlich gelingt, die Flüchtlinge doch auf der Erde zu behalten war für meinen Geschmack etwas zu konstruiert. Auf mich schien es, als wenn die Autorin einen Ausweg aus der verzwickten Situation brauchte und es sich hier doch ein bisschen zu einfach gemacht hat.

Von mir gibt es 4 Federn und eine Leseempfehlung. “Starfall” ist einer ganz ganz wunderbare Geschichte, so dass man über den kleinen Kritikpunkt einfach hinweglesen kann.

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