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[Rezension] Liebe und andere Handicaps – Rona Cole

Geposted am 25. April 2017 um 8:25

Rezension, Cursed Verlag, Rona Cole

Titel: Liebe und andere Handicaps
Autorin: Rona Cole
Verlag: Cursed Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 462

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Chris‘ Leben ist zu Ende – zumindest glaubt er das, seitdem er nach einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt. Als jedoch Ergotherapeut Hannes ihm nach einem Missgeschick im Treppenhaus zu Hilfe kommt, wird Chris‘ Welt erneut auf den Kopf gestellt. Denn Hannes kennt nicht nur einige Tricks, um ihm den Alltag zu erleichtern, er weckt auch Gefühle in Chris, die für ihn längst gestorben waren. Doch hat ihre aufkeimende Beziehung überhaupt eine Chance, wenn ein Partner so eingeschränkt ist?

Rezension:

Mittags angefangen, die Nacht durchgelesen und am nächsten Tag schon wieder fertig. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, so habe ich, ganz entgegen meiner Gewohnheit, tatsächlich bis nachts um halb Zwei gelesen. Spricht für das Buch. Die Geschichte von Chris und Hannes ist super spannend erzählt und man fiebert so mit den Figuren mit. Immer wieder hofft man mit den beiden Männern, dass sie die Liebe, die sie füreinander empfinden, auch endlich leben. Aber nein… es wäre ja kein 462 Seiten starkes Buch geworden, wenn es so einfach wäre. Missverständnisse, verletzte Gefühle, das Gefühl, unzulänglich zu sein, aber auch Eitelkeiten, säumen den Weg beider Protagonisten.

Chris Verhalten nachzuvollziehen fiel mir von Zeit zu Zeit etwas schwer. Seit einem Unfall ist er von der Hüfte an abwärts gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies reicht, um einen Menschen ungerecht werden zu lassen und mit dem Leben zu hadern. Dennoch ging mir sein Selbstmitleid besonders, als es auf das Ende des Buches zuging, auf die Nerven. Festmachen will ich das an einem Beispiel. Da es sich aber um einen Spoiler handelt, müsst ihr den Text zum Lesen markieren. Chris und Hannes haben miteinander geschlafen, alles könnte wirklich schön sein, aber Chris hat Hannes verschwiegen, dass er noch mit jemandem zusammenlebt. Die Liebe ist von Chris Seite nicht mehr da, nie da gewesen, aber nichts desto trotz lebt sein Partner mit ihm in einer Wohnung. Als Hannes nach der gemeinsamen Nacht spontan vorbei kommt, trifft er auf Torsten. Hannes läuft weg, was ich absolut nachvollziehen kann. Chris aber sucht nicht etwa die Schuld bei sich, oder reflektiert mal, warum Hannes abgehauen ist. Nein, er versinkt im Selbstmitleid und meint, dass Hannes ihn sowieso nicht lieben kann. Mit rund 30 Jahren dürfte er aber genug Grips haben, um zu erkennen, dass nicht er das Opfer ist, sondern in diesem Fall tatsächlich Hannes. In seinem Leben vor dem Unfall war Chris ein echter Arsch.  Ein Leben, immer auf der Überholspur. Sich nun daran zu gewöhnen, Hilfe annehmen zu müssen, sein Leben komplett umgestalten zu müssen, ist ganz bestimmt nicht einfach. Deswegen war man an der einen oder anderen Stelle bereit, um zu verzeihen, dass er sich unmöglich benimmt. Im Laufe des Buches macht Chris durchaus eine deutliche Entwicklung durch, die ich nachvollziehbar fand, vor allem, weil es keine 180 Grad Drehung ist, sondern viele kleine Schritte sind, die aufeinander aufbauen.

Hannes hat mir sehr gefallen. Ich mochte ihn von Beginn an. Die Autorin hat es sehr gut geschafft, auch den inneren Zwiespalt von Hannes darzustellen. Obwohl er Ergotherapeut ist, und damit durchaus keine Berührungsängste mit behinderten Menschen hat, ist es etwas ganz anderes, wenn es auf einmal nicht mehr nur ein Patient ist, der da vor einem steht, sondern der Mensch, in den man sich haltlos verliebt hat. Immer wieder dieses vorsichtige vortasten, wie weit er gehen kann und darf. Immer wieder auch Schüchternheit und auch Zweifel, vor allem, wenn Chris ihn erneut zurückweist.

Die Nebenfiguren in Form von Hannes Mutter, seiner besten Freundin Nicki oder den Kolleginnen aus der Praxis, sind sehr schön dargestellt. Sie haben alle bei Weitem nicht so viel Tiefe, wie Chris und Hannes, aber ausreichend, um sie sich vorzustellen und um die Geschichte voran zu treiben.

Wie gesagt, die Geschichte insgesamt fand ich sehr spannend und der Schreibstil ist ganz wundervoll. Mich hat die Liebe zwischen den beiden berührt, ich konnte sie spüren.Einen winzigen Kritikpunkt habe ich aber, weil mir eben Chris irgendwann anfing, auf die Nerven zu gehen. Hier hat es die Autorin, meiner Ansicht nach, etwas überreizt mit dem Selbstmitleid von Chris. Sicher ist sein Verhalten authentisch und im wahren Leben absolut nachvollziehbar, aber in einem Roman wandelt man ja so ein bisschen auf der Grenze zwischen Authentizität und Unterhaltung für den Leser. Die Autorin hat sich vermutlich für Authentizität entschieden, was ich grundsätzlich nicht kritisieren will, was mich aber dann am Ende doch nicht zu 100% für Chris und Hannes einnehmen konnte.

Hier bekommen wir mal wieder einen Gay Romance Romane, in dem es auch um Sex geht. Nicht wenig Sex, wenn ich es so mit meinen letzten Büchern vergleiche. Wunderschön geschriebene Passagen, die an keiner Stelle anstößig oder schlüpfrig sind. Rona Cole versteht es, gerade auch die ersten Erfahrungen zwischen Chris und Hannes zu etwas Besonderem zu machen. Auch hier schafft sie es, dem Leser die Gefühle von beiden Männern sehr nahe zu bringen. Bei Hannes auf der einen Seite die Angst, etwas falsch zu machen, aber auf der anderen Seite sein unbändiges Verlagen nach dem Mann, den er liebt. Chris Ängste, dass er kein ganzer Mann mehr ist, dass Hannes ihn nicht lieben, nicht begehren kann. Meinen Respekt vor dieser Leistung der Autorin.

Ich vergebe 4 Federn für einen Gay Romance Roman, der unheimlich lesenswert ist und den ich euch wirklich empfehlen kann.

Leider konnte ich keine weiteren Rezensionen auf Buchblogs für euch aufstöbern. Wer eine findet oder selbst geschrieben hat, darf mir gerne den Link in den Kommentaren da lassen.

[Rezension] Wenn Liebe Cowboystiefel trägt – Emily Bold

Geposted am 7. April 2017 um 7:34

Emily Bold, Montlake Romance, Rezension

Titel: Wenn Liebe Cowboystiefel trägt
Reihe: Einzelband
Autorin: Emily Bold
Verlag: Montlake Romance
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 300

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Als Avery Davis nach acht Jahren und einem schweren Kampf gegen den Krebs in ihren Heimatort Littletree zurückkehrt, steht sie vor den Trümmern ihres Lebens. Ohne Job, ohne Partner – und ohne Haare. Doch ihr unfreiwilliger Neuanfang wird noch verkompliziert, als sie dort ausgerechnet ihrer Jugendliebe Mason King in die Arme läuft. Der draufgängerische Rodeo-Reiter und Lokalheld rüttelt Avery mit seinen Sprüchen ganz schön auf und weckt längst vergessene Erinnerungen. Doch ein Mann, der seine Gesundheit bei jedem Ritt aufs Spiel setzt, wird nie verstehen, wie hart sie um ihr Leben gekämpft hat. Auf so einen Mann kann sie sich nicht einlassen – egal, was ihr Herz sagt.

Rezension:

„Wenn Liebe Cowboystiefel trägt“ ist der neueste Roman aus der Feder von Emily Bold.

Es ging sehr schnell, dass ich in die Geschichte eingetaucht war und Bilder von Littletree, Avery und Mason vor meinem inneren Auge sehen konnte. Der Schreibstil von Emily Bold ist gewohnt flüssig und eingängig. Was mir hier ganz gut gefällt, dass sie Anspruch mit Humor verbindet.Der Titel „Wenn Liebe Cowboystiefel trägt“ und auch die Aufmachung des Cover, lassen eher auf einen seichten Liebesroman schließen. Der Klappentext deutet schon an, dass es anders sein könnte und der Inhalt dieses Buches beweist, dass es anders ist.

Avery erholt sich von einer schweren Krebserkrankung und Emily schaffte es, mir Averys Situation klar vor Augen zu führen. Sie muss sich erst ins „normale“ Leben zurück kämpfen, schreckt davor aber zunächst noch zurück. Am liebsten möchte sie sich einfach nur in ihrem alten Kinderzimmer unter der Bettdecke verkriechen und nie wieder herauskommen. Ihre Mutter schafft es aber, sie aus diesem Einsiedlerzustand ins Leben zu schubsen. Auch wenn Avery ihr zunächst nicht besonders dankbar dafür ist, fängt sie irgendwann an, zu kämpfen. Dieser ganze innere Widerstreit, bin ich gut genug, kann ich überhaupt noch in meinem alten Job arbeiten, etc. wurde sehr gut herausgearbeitet. Gerade auch die Szene bei Lee-Anne in der Küche fand ich extrem bedrückend, aber auch sehr aussagekräftig für Averys Zustand. Für mich ist dieses Buch, neben einem Liebesroman, vor allem auch die Geschichte einer Frau, die sich ins Leben zurück kämpft. Die in einem Job, der eigentlich unter ihrem Ausbildungsniveau ist, im Zusammenleben mit den Tieren, lernt, dass es sich lohnt, sich für Schwächere einzusetzen und so auch sich selbst wiederfindet.
Immer wieder musste ich aber auch schmunzeln, wenn Avery auf Mason King trifft. Die beiden sind jederzeit für einen verbalen Schlagabtausch gut. Dies brachte definitiv die humorvolle Note in die Geschichte.

Mason fand ich zunächst nicht so sympathisch. Seine Beweggründe blieben zunächst ein bisschen im Unklaren, er war mir zu „flirty“. Irgendwie kam immer wieder mein Beschützerinstinkt durch, der sagte: Halt dich von ihr fern, verletze sie nicht! Nach und nach wurde mir Mason aber sympathischer und ich konnte mich so richtig schön in die Liebesgeschichte fallen lassen. Auch seine Intention für das Rodeoreiten konnte ich ganz gut nachvollziehen, fand aber auch sehr schön, wie er erkannte, was wirklich im Leben zählt und welche Menschen echte Freunde sind und welche eben nicht.

Die Geschichte entwickelt sich eher langsam und gemächlich vorwärts, aber sie hat keine Längen. Ich fand das Erzähltempo sehr passend, da es zu Averys gesamter Situation passt. Sie hat ein Leben auf der Überholspur gelebt (das wird so nicht ausgeführt, aber es blitzt immer mal wieder durch) und musste nun, bedingt, durch die Krankheit, mehrere Gänge zurück schalten. Ob sie wieder in ihr altes Tempo zurückfindet ist lange Zeit sehr fraglich. Irgendwann weiß sie auch gar nicht mehr, ob sie dahin überhaupt zurückfinden will. Sie lernt das Leben in Littletree zu schätzen und findet sich immer mehr dort ein. Gut gefallen hat mir, dass es keine Brüche im Miteinander der beiden Hauptpersonen gab. Avery und Mason sind in der Lage, über ihre Gefühle miteinander zu reden. Das hat man in Büchern (und manchmal ja auch im echten Leben) nicht so oft. Meistens redet jeder um den heißen Brei herum und so kommt es ein ums andere Mal zu Verletzungen. Hier nicht. Ich fand dieses Verhalten sehr erwachsen, den Protagonisten angemessen.

Es gibt aber auch ein Manko (für mich) an diesem Buch. Was mir gar nicht gefallen hat, war die Sache mit dem Rodeo. Pferde, die extra trainiert werden, um zu bocken, zum Teil mit fragwürdigen Methoden. Auch wenn Mason diese Methoden ablehnt, ist es nicht richtig, Pferde und auch Bullen, so für einen Sport zu benutzen. Ich merke, dass, je älter ich werde, ich umso schlechter mit dem ganzen Tierleid umgehen kann und dazu gehört für mich auch Rodeo, Pferdehochleistungssport, etc. Soll ich dafür nun etwas abziehen? Soll diese, meine, Befindlichkeit in die Rezension einfließen? Bei einer Liebesgeschichte, die wunderbar ist und Charakteren, die mit viel Tiefe gezeichnet sind? Ich habe wirklich lange mit mir gerungen, aber ja, ich tue es. Eine Feder ziehe ich dafür ab, denn es hat mir nicht gefallen. Gut, die Story lebt davon, dass Mason Rodeos reitet, sonst wäre ein Teil des Plots verloren, aber ich kann es trotzdem nicht ertragen. Andere Leser sagen jetzt sicher: Stell dich nicht so an, aber es ist meine Meinung und meine Bewertung und deswegen tue ich es. Ich kann keine 5 Federn für ein Buch vergeben, mit dessen Handlung ich mich nicht 100% wohlfühle.

Von mir gibt es 4 Federn für eine wunderbare Liebesgeschichte, die tiefgründige Charaktere aufweist, aber mich ein ums andere Mal wegen der Tiere hat schaudern lassen.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Archive of Longings
Manjas Buchregal
Melusines Welt

[Rezension] Alles nach Plan – B. G. Thomas

Geposted am 29. März 2017 um 9:22

Rezension, Cursed Verlag, B. G. Thomas

Titel: Alles nach Plan
Reihe: Einzelband
Autor: B. G. Thomas
Verlag: Cursed Verlag
Erscheinungsjahr: 2013
Einband: ebook
Seitenanzahl: 69

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

»Ich will, dass Daddy zu Weihnachten einen Freund bekommt!«

Die zehnjährige Bianca hat nur ein Ziel: ihren Vater Gavin noch vor Weihnachten an den Mann zu bringen. Doch woher bekommt man geeignete Kandidaten?
Gavins bester Freund Curtis ist von diesem Vorhaben zwar alles andere als begeistert, unterstützt Bianca jedoch widerwillig – immerhin ist Gavin schon viel zu lange allein. Und schon bald läuft alles nach Plan. Aber… nach wessen Plan eigentlich?

Rezension:

Ich habe angefangen zu lesen und mich in der Geschichte sofort wohl gefühlt. Curtis, Gavin und auch Bee sind einfach wunderbare Menschen, die sich sehr lieben und deren Liebe zueinander aus jedem Satz heraussprüht. Für Gavin ist seine Tochter Bee der wichtigste Mensch auf der Welt und auch Curtis, der beste Freund von Gavin, hat die zehnjährige Bee ins Herz geschlossen. Wen wundert es da, dass diese Menschen fast ihre ganze Zeit zusammen verbringen und sich eigentlich schon fast wie eine kleine Familie fühlen.

Ich mag Gavin. Er hat Prinzipien, die er einhält und nicht für den erst besten Mann über Bord wirft. Außerdem ist er Bee ein wunderbarer Vater.

Curtis ist unheimlich süß. Ich habe mit ihm gelitten, als er seinen inneren Kampf mit sich selbst ausgefochten hat. Ich habe mir gewünscht, dass er den Kampf gegen sich selbst verliert. Nur so war es ihm möglich, das Glück zu finden.

Bee ist der Hammer. Ab und an fand ich sie ein bisschen zu erwachsen für ihre 10 Jahre, aber irgendwie war sie dabei trotzdem niedlich. Man konnte ihr nicht böse sein, denn sie wollte für alle nur das Beste und glaubt mir: Das kleine Mädchen wusste von allen am besten, was das Beste ist.

Der Schreibstil von B. G. Thomas (ich weiß nicht einmal, ob es ein Autor oder eine Autorin ist), ist unheimlich gefühlvoll und liebevoll. Aus jeder Zeile, jedem Wort sprüht dem Leser so viel Gefühl entgegen, dass es einfach nur wunderschön ist, ohne jedoch an irgendeiner Stelle kitschig zu werden.

Von mir gibt es 4 Federn für einen wunderbaren Gay-Romance Roman, der gerne auch noch 100 Seiten mehr hätte haben dürfen.

Ich muss allerdings sagen, dass ich 4,99 Euro für ein Buch, das letzten Endes nur 66 Seiten (sagt zumindest mein Kobo Glo) hat (hinten kommt noch eine Leseprobe) doch recht teuer finde.

[Rezension] Brandstifter – Martin Krist

Geposted am 8. März 2017 um 14:29

Rezension, Martin Krist, Edel Elements Verlag, ebook

Titel: Brandstifter
Reihe: 3. Band (David Gross Reihe)
Autor: Martin Krist
Verlag: Edel Elements
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: ebook
Seitenanzahl: 400

Meine Wertung:  4 Federn

Klappentext:

Sie haben deinen Ehemann brutal ermordet – jetzt bedrohen sie deine Kinder! Wie weit würdest du gehen, um ihr Leben zu beschützen?

Problemlöser David Gross soll den Feuertod einer jungen Frau aufklären und gerät dabei selbst in lebensgefährliche Ermittlungen. Doch die Sorge um seine eigene Familie lenkt ihn bald mehr ab, als ihm lieb ist…

Rezension:

Als Martin Krist mir seinen neuen Roman als Rezensionsexemplar anbot, konnte ich nicht „Nein“ sagen, denn bisher war er ein Garant für spannende Thriller. Und, so ist es auch beim 3. Band der David Gross Reihe. Wahnsinnig schnell war ich in der Geschichte gefangen und die ersten 100 Seiten flogen nur so an mir vorbei.

Wie bei Martin Krist üblich, verfolgen wir mehrere Erzählstränge, die zunächst vermeintlich nichts miteinander zu tun haben. Nach und nach verflechten sich die Stränge immer weiter miteinander, bis eine runde Geschichte entsteht. Wobei ich gestehen muss, dass ich zum Ende hin irgendwo ein bisschen den Überblick verloren habe. So ganz hat sich mir nicht erschlossen, wie nun alles zusammen hing, und was mit Sven Schrader passiert ist. Das zeigt, dass man Thriller von Martin Krist wirklich mit voller Aufmerksamkeit lesen muss. Zu leicht passiert es, dass man ein Detail übersieht. Ich mag diese Art sehr gerne, denn das Gehirn wird definitiv gefordert.

Insgesamt ist der Schreibstil gewohnt spannend und schnell. Zu keiner Zeit kamen Längen auf. Immer will man unbedingt wissen, wie es weitergeht. In diesem Band spart der Autor wahrlich nicht mit Leichen. Die eine oder andere wird euch beim Lesen des Thrillers begegnen.

David Gross, den wir bereits aus anderen Büchern (Drecksspiel – Band 1 und Engelsgleich – Band 2) kennen ist inzwischen „Problemlöser“. Immer wieder schwankt er zwischen seinem Auftrag, der Sorge um seinen Sohn und der Suche nach seiner verschwundenen Frau hin und her. Man merkt richtig, wie zerrissen David Gross heute ist. Sein Leben ist völlig aus den Fugen geraten. Ich bin gespannt, wie David sich über die nächsten Bände (die es hoffentlich geben wird) weiterentwickelt. Da ist definitiv noch viel Potential in dieser Figur und in seiner Geschichte vorhanden.

Alle Nebenfiguren, wie z. B. Amy, eine Freundin Valentinas, sind gut ausgearbeitet, so dass man sie sich gut vorstellen kann. Einige Figuren kann man zunächst nicht so recht einordnen. Auf welcher Seite stehen sie wirklich? Wie passen sie in die Geschichte. Nach und nach wird aber die Geschichte jeder einzelnen Person aufgelöst, so dass sich alles zu einem runden Ganzen fügt.

Valentina ist eine unheimlich starke Protagonistin. Ihr Leben liegt von einer Minute auf die andere in Scherben. Sie zerbricht fast daran, aber nur fast. Schnell wird klar, dass sie überleben muss, um ihrer Kinder willen und auch wenn sie immer wieder Rückschläge verkraften muss und alles absolut undurchsichtig für sie ist, verliert sie nie ihren Kampfgeist. Ich denke, dass so etwas nur eine Mutter für ihre Kinder schaffen kann.

Von mir gibt es diesmal 4 Federn für einen sehr spannenden Thriller aus der Feder von Martin Krist, der mich allerdings am Ende etwas überfordert hat. Insgesamt spreche ich aber gerne wieder eine Leseempfehlung aus.

Mann kann diesen Band übrigens auch sehr gut lesen, ohne Band 1 und 2 gelesen zu haben.

Nachtrag: Mit ein bisschen Hilfe vom Autor weiß nun auch ich, was mit Sven passiert ist. Einfach so lesen, wie es im Buch steht und nicht versuchen irgendwas hinein zu interpretieren 😉

[Rezension] Götterfunke – Liebe mich nicht – Marah Woolf

Geposted am 19. Februar 2017 um 7:42

Rezension, Götterfunke, Marah Woolf, Dressler Verlag

Titel: Götterfunke – Liebe mich nicht
Reihe:
Band 1
Autor:
Marah Woolf
Verlag: Dressler
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Hardcover mit Schutzumschlag
Seitenanzahl: 464

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?“ Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. „Liebe mich nicht.“

Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?

Rezension:

Ich bin jetzt schon total gespannt auf Band 2 und bin froh, dass wir nur bis September warten müssen. Die Geschichte liest sich sehr schnell und einfach. Marah Woolf, von der ich bisher noch nichts gelesen hatte, hat einen angenehmen Schreibstil, der mich sofort in die Geschichte hinein gezogen hat.

Jess hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie ist eigentlich ein sehr normales Mädchen. Jess kommt aus einem zerrütteten Elternhaus, die Mutter trinkt und sie muss sich um die jüngere Schwester kümmern. Dies tut sie sehr liebevoll, was Jess noch ein Stück mehr sympathisch macht. Sehr schön dargestellt fand ich ihren inneren Zwiespalt. Eigentlich weiß sie genau, dass sie sich nicht in Cayden verlieben sollte, denn er ist definitiv nicht gut für die. Aber, sie kann nicht gegen ihre Gefühle an. Sie sind einfach zu übermächtig. Richtig gut gefallen hat mir, dass Jess keine Angst vor den Göttern und Titanen hat. Sie, die sonst vor normalen Dingen, wie z. B. Nebel, Angst hat, stellt sich diesem Thema ganz selbstverständlich und bietet sogar Zeus die Stirn. Sie weiß allerdings auch, wenn sie es übertreibt und lieber die Klappe halten sollte. Jess ist einfach ein rundrum angenehmes Mädchen.

Cayden, tja… für mich nicht so der Traummann schlechthin. Ich konnte, aufgrund des wunderbaren Schreibstils von Marah Woolf schon nachvollziehen, warum sich die Mädchen alle in ihn verlieben. Aber für meinen Geschmack ist er ein bisschen zu sehr von sich überzeugt. Er ist der typische „ich sehe gut aus und weiß es auch“-Typ.

Robyn… ja… zu Jess angeblich bester Freundin bin ich sehr zwiegespalten. Sie hat mir als Mensch überhaupt nicht gefallen. Sie ist verwöhnt, zickig, rechthaberisch und leider konnte ich die komplette Geschichte über nicht eine sympathische und positive Eigenschaft finden. Ich konnte allerdings noch nicht herausfinden, warum sie so agiert, wie sie es tut. Ist sie wirklich nur das reiche, verwöhnte Mädchen, das nun zum ersten Mal im Leben von ihrer Freundin Konkurrenz bekommt und dann so reagiert? Oder steckt vielleicht noch mehr dahinter und wir erfahren es in den beiden nächsten Bänden? Ich bin sehr gespannt, denn ich fand Robyn wirklich extrem fies und unsympathisch. Auf eine solche Freundin kann Jess getrost verzichten.

Aber auch die Nebenfiguren, wie Leah,  Josh, Apoll, Athene, Zeus und Hera haben mir gut gefallen. Sie alle sind liebevoll ausgearbeitet und haben ihre eigenen Stärken und Schwächen. Leah hat mir ganz besonders gut gefallen, denn sie nimmt kein Blatt vor den Mund und ist Jess ein weiser und guter Ratgeber. Aber auch in Apoll habe ich mich ein kleines bisschen verliebt. In diesem Buch ist für mich nicht der Protagonist, Cayden, der Traumtyp schlechthin, sondern es sind Apoll und Josh. Josh allerdings eher als bester Freund, den als Mann zum verlieben.

Die Geschichte ist spannend und rund. Ich kenne mich mit griechischer Mythologie ehrlich gesagt nur sehr rudimentär aus, aber Marah Woolf scheint da gut recherchiert zu haben. Wir erfahren sehr viel über die Götter und ihre Eigenschaften, den Kampf zwischen Titanen und Göttern und der Geschichte. Dabei nimmt Marah Woolf sich aber auch die künstlerische Freiheit heraus, sich passend zu ihrer Geschichte, die Götter ein klein wenig umzuschreiben. So hadert Hera z. B. damit, dass sie in den Geschichten immer als böse und zickig dargestellt wird, obwohl sie eigentlich eine ganz Liebe ist. Ich finde diese Herangehensweise sehr erfrischend und die Geschichte bekommt dadurch noch einen Hauch mehr Wohlfühlfaktor.

Ein bisschen schade fand ich, dass das eigentliche Thema, die Vereinbarung zwischen Zeus und Prometheus etwas zu kurz kam. Eigentlich wurde es fast nur dadurch aufgegriffen, dass Hermes es in seiner Chronik erwähnt und seinen Senf dazu gegeben hat. Hier hätte ich mir deutlich mehr gewünscht und deswegen vergebe ich „nur“ 4 Federn.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Ka-Sas Buchfinder
Kathrineverdeen
Ricas fantastische Bücherwelt
Saras etwas andere Bücherwelt

[Rezension] Triff den Moviestar von morgen – Romy – Kathrin Lena Orso

Geposted am 9. Februar 2017 um 9:37

Kathrin Lena Orso, Lisa Brenner, Britta Sabbag, Oetinger Verlag, Rezension

Titel: Your Style – Triff den Moviestar von morgen – Romy
Reihe:
Band 1
Autorin:
Kathrin Lena Orso
Patin: Britta Sabbag
Illustrationen: Lisa Brenner
Verlag: Oetinger 34
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 208

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Your Style, your Dream, your Bookazine! Best Friends in Berlin. In Band 1 erzählt uns Romy von ihrem großen Traum: Sie möchte unbedingt Schauspielerin werden. Dafür muss sie allerdings erst beim Casting gewinnen. Gut, wenn man da die richtigen Freundinnen an seiner Seite hat. Zusammen mit der sportlichen Pepa, der musik-verrückten Greta und Josi, die tolle Mode entwirft, sind die vier ein echtes Dreamteam.

Rezension:

Mir gefällt die Geschichte um Romy und ihre Freundinnen Pepa, Greta und Josi sehr gut. Endlich mal ein Buch für junge Mädchen, in dem die Mädchen auch wirklich ihrem Alter entsprechend agieren und nicht wie Zwanzigjährige. Es geht um die erste Liebe, um Freundschaft und darum, seine Träume zu verwirklichen.

Romy ist einfach ein normales Mädchen, mit den Wünschen und Träumen, die man in dem Alter so hat. Sie himmelt einen Jungen aus ihrer Schule an, macht einige peinliche Dinge, um auf sich aufmerksam zu machen und teilt ihre Sorgen und Nöte mit ihren Freundinnen. So normal und so wundervoll, weil Romy eben, wie schon gesagt, nicht so auf ich bin ja ach schon so erwachsen macht, wie es in anderen Jugendbüchern oft der Fall ist. Romy ist einfach völlig sympathisch und natürlich. Manchmal  wirkt sie ein bisschen zickig, ein bisschen überheblich. Ich glaube aber, dass sie selbst gar nicht merkt. Sie kreist einfach, wie es Teenager manchmal so tun, sehr um sich selbst und die Verwirklichung ihrer Träume. Romy ist in keiner Weise gehässig oder unsympathisch.

Aber auch Pepa, Greta und Josi kommen nicht zu kurz. Jeder der Freundinnen lernen wir gut kennen und ich habe auch sie schnell ins Herz geschlossen. Natürlich muss es auch noch zu einem kleinen Zickenkrieg kommen. Auch etwas, das für Mädchen dieses Alters völlig normal ist.

Die Geschichte entwickelt sich stetig vorwärts und ich habe mit Romy mitgefiebert, ob sie Bens Herz erobern kann und natürlich, ob sie die begehrte Rolle bekommt, um der neue Moviestar zu werden. Was sie davon erreicht, das müsst ihr schon selbst lesen.

Die Zeichnungen von Lisa Brenner lockern die Geschichte zusätzlich sehr auf und untermalen sie aber gleichzeitig sehr gut. Man hat fast das Gefühl ein Tagebuch zu lesen, bei dem Romy neben die Einträge auch noch einige Zeichnungen gekritzelt hat. Dabei will ich jetzt nicht sagen, dass es sich um Gekritzel handelt. Versteht mich nicht falsch! Mir gefallen die Zeichnungen richtig gut. Aber die Art und Weise, wie sie zwischen den Text geworfen werden, erinnert halt ein bisschen daran.

Patin zu diesem Buch stand die Autorin Britta Sabbag, deren Stolperherz-Bücher ich sehr liebe. Sie hat als Wolke einige Blogbeiträge zum Roman beigesteuert.

Die Schrift ist übrigens in einem, ja, wie nennt man das?, Weinrot? gehalten. Bisher ist mir das erst ein Mal untergekommen, nämlich in meiner alten Ausgabe der unendlichen Geschichte. Aber, es passt hier sehr gut, denn es unterstreicht, wie Romy ist. Ein echtes Mädchen eben, mit viel Glitzer, Lust auf Styling und Interesse an Film und Fernsehen. Die Schrift ist auch in dieser Farbe sehr gut und leicht lesbar.

Von mir gibt es ein Buch, das anders ist, als andere Bücher und mit sehr altersangemessen agierenden Protagonisten besticht 4 Federn und eine Leseempfehlung.

Weitere Rezensionen findet ihr hier:
Katze mit Buch
herzdeinbuch

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