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[Rezension] Küsse zum Nachtisch – Poppy J. Anderson

Geposted am 17. Mai 2017 um 13:02
Titel: Küsse zum Nachtisch
Reihe: Taste of Love – Band 2
Autorin: Poppy J. Anderson
Sprecherin: Cathlen Gewlich
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: 4 CDs, 278 Minuten

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Nick O’Reilly ist ein echter Küchenrebell und mit unglaublicher Leidenschaft bei der Sache. Ein Verriss in Bostons einflussreichster Tageszeitung trifft ihn deswegen bis ins Mark. Doch als er dann die verantwortliche Gastrokritikerin Claire Parker-Wickham kennenlernt, ist er völlig hingerissen – diese Frau muss er erobern! Wie gut, dass sie sich auf eine Feinschmeckerwette mit ihm einlässt. Jetzt hat Nick sechs Wochen Zeit, um Claire nicht nur mit seinem Essen zu betören …

Rezension:

In diesem Buch geht es um Nick, der im ersten Band (Geheimzutat Liebe) eine Nebenrolle gespielt hat und um Claire. Aber auch Brooke und Drew treffen wir, zumindest kurz, wieder.

Mit Nick hatte ich zu Anfang meine Schwierigkeiten. Er wirkt sehr großkotzig, sehr von sich überzeugt und das mag ich an Männern (und an Frauen) nicht sonderlich. Ein bisschen wandelt er sich im Lauf der Geschichte und ich glaube inzwischen, dass hinter seiner arroganten Art zum Teil auch Unsicherheit und Selbstschutz steckt. Ich habe ihn durchaus zu schätzen und vielleicht sogar ein bisschen zu lieben gelernt. Er ist aber bei Weitem nicht solch ein Traumtyp, wie Drew es ist. Nick bleibt für mich leicht unnahbar.

Claire hat mir zu Anfang auch nicht viel besser gefallen, denn auch sie ist rechthaberisch und kommt ein bisschen arrogant rüber. Man merkt aber schnell, dass dies nur der Fall ist, wenn sie auf Nick trifft und dieser sie mit seiner Art zum brodeln bringt. Claire beweist im Laufe des Buches, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Die Geschichte entwickelt sich stetig vorwärts und macht vor allem durch die witzigen Dialoge zwischen Nick und Claire sehr viel Spaß. Die beiden gönnen sich nicht das schwarze unterm Nagel, hat man manchmal das Gefühl. Nick will Claire unbedingt von seinen Kochkünsten überzeugen. Claire will sich, zumindest zu Beginn, definitiv nicht überzeugen lassen.So unzugänglich, wie sie sich zunächst gibt, ist sie aber im weiteren Verlauf gar nicht. Es ist schön, zu sehen, wie sich zwischen den beiden Protagonisten etwas zunächst sehr Zartes und später deutlich Romantisches entwickelt.

Sehr gefallen hat mir die Auflösung von Nicks Problem (ich möchte es hier nicht verraten, denn das wäre ein Spoiler), aber, wenn man es weiß, dann erkennt man auch rückblickend die Hinweise, die Poppy eingestreut hat. Man hätte eventuell darauf kommen können.

Von mir gibt es 4 Federn und eine Hörempfehlung. Aufgrund der etwas sperrigen Figuren konnte ich mich nicht ganz so gut in die Geschichte hineinfallen lassen, wie beim ersten Band, aber, er ist auf jeden Fall hörenswert.

Weitere Rezensionen findet ihr hier:
Frau Kochlese
Happy End Buecher
Cook Bake Book

[Rezension] Don´t kiss Ray – Susanne Mischke

Geposted am 13. Mai 2017 um 9:00

Susanne Mischke, dtv Junior, Rezension

Titel: Don´t kiss Ray
Reihe: Einzelband
Autor: Susanne Mischke
Verlag: dtv Junior
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 316

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Am Waffelstand eines Musikfestivals lernen Jill und Ray sich kennen und zwischen ihnen funkt es sofort. Leider fällt das verabredete Date einem Gewittersturm zum Opfer und Jill stellt sich darauf ein, dass sie Ray nie wiedersehen wird – nur um später, beim Konzert der Nachwuchsband „Broken Biscuits“, aus allen Wolken zu fallen: Der Leadsänger der Band, dessen Poster (nicht nur) die Wand ihrer besten Freundin schmückt, ist kein anderer als Ray! Und damit nicht genug: „Hallo, Mädchen mit der Puderzuckernase, falls du da bist … Tut mir leid, dass es vorhin nicht geklappt hat. Versuchen wir es morgen noch mal?“, ruft er ins Publikum. Und handelt sich und Jill ungeahnte Probleme ein: Nicht nur, weil Ray laut Vertrag keine Freundin haben darf, sondern vor allem, weil ein fanatischer Fan die beiden fotografiert hat und im Netz eine wahre Hetzjagd lostritt. Jill und Ray müssen sich trennen, bevor ihre Beziehung richtig begonnen hat, doch vergessen können sie sich nicht …

Rezension:

Ich muss hier ein bisschen differenzieren, wenn ich diese Rezension schreibe. Als erwachsener, auf die 40 Jahre zugehender Mensch, schüttelt man wirklich immer wieder den Kopf und denkt: „Kinder, nun verhaltet euch doch mal nicht so kindisch.“ Dann aber habe ich mir überlegt, wie waren wir eigentlich in dem Alter? Jill ist 16, Ray ist 18 Jahre alt. Okay, Perspektive gerade gerückt und ich muss sagen: ich finde das Buch sehr authentisch.

Jill ist ein typisches 16jähriges Mädchen. Sie will einfach nur mit ihren Freunden auf ein Festival gehen und verliebt sich dort Hals über Kopf in den Sänger einer Newcomer-Boyband. Wie es der Teufel will, erkennt sie natürlich nicht, wer da vor ihr steht und eins kommt zum anderen. Es bricht ein wahrer Shitstorm über das Mädchen herein. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch in der Realität so ablaufen könnte. Hardcore-Fans, wie wir sie von Take That und anderen Boybands kennen (ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, wer heute angesagt ist, so dass ich keine aktuellen Bands hier nennen könnte), sind schon zum Teil sehr verrückt. Sie machen von einem zum anderen Tag Jill das Leben zur Hölle und altersentsprechend weiß sie nicht wirklich, wie sie mit der ganzen Situation klarkommen soll.

Ray fand ich ebenso sehr authentisch. Er ist 18 Jahre alt und eigentlich auch total überfordert. Dabei begeht er leider einen Fehler nach dem anderen, verletzt Jill tief. Ich hätte ihn gerne an einigen Stellen geschüttelt und ihm den Kopf zurecht gerückt. Aber, letzten Endes, muss man auch hier sagen: Mit 18 Jahren ist man nicht automatisch erwachsen und weiß in jeder Situation, wie man sich verhalten sollte. Dafür, um ihm dies beizubringen hat er ja jemanden an seiner Seite:.. Rays Mutter: Sie ist es, die ihm den Kopf zurecht rückt, aber ihn dabei immer unterstützt. Ihr Verhalten fand ich ganz großartig.

Jills Freundinnen gegenüber bin ich sehr zwiegespalten. Für mich sind das keine wirklichen Freundinnen. Mich hat es etwas verwundert, wie die Geschichte sich entwickelt. Ich finde es sehr großmütig von Jill, den drei Mädchen zu vergeben. Ich weiß nicht, ob ich diese Größe besessen hätte.

Das Buch setzt sich, na klar, mit der ersten großen Liebe, die hier nicht einfach zu leben ist, auseinander, aber vor allem geht es auch um Cybermobbing, bzw. Mobbing in der Schule und um Freundschaften. Leider kann sich Jill in der sehr schweren Zeit, die sie durchmachen muss, nicht auf ihre Freundinnen verlassen. Sie neiden ihr das Glück, sie fühlen sich zurückgesetzt. Kennen wir das nicht alle, wenn wir uns zurück erinnern? Die erste Liebe und schwups hat man nur noch Augen für den Typen. Ich kann mich allerdings erinnern, dass meine Freundinnen sich mit mir gefreut haben. Jills Freundinnen reagieren leider ganz anders. Ich hätte mir, gerade in der Schule, gewünscht, dass die Erwachsenen Jill etwas mehr zur Seite stehen. Zuhause hat sie da durchaus Rückhalt von ihrer Mutter und deren Freund.

Einmal angefangen, kann man dieses Buch nicht aus der Hand legen. Die Geschichte ist spannend geschrieben, die Zickereien zwischen den Mädchen gehen ans Herz und auch für Jill und Ray wünscht man sich die ganze Zeit eine Lösung herbei. Zum Ende hin ging mir dann aber alles viel zu glatt, man merkte, dass eine Lösung her musste und die tauchte dann quasi wie aus dem Nichts auf. Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich habe. 30 Seiten mehr und ein bisschen Drama, und ich wäre vollends zufrieden gewesen.

Von mir gibt es 4 Federn und eine Leseempfehlung für junge Mädchen.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Die Seitenflüsterer
Ruby-Celtic testet
Lesens-Leseliebe-Lust
RomanticBookfan

[Rezension] Inselfrühling – Sandra Lüpkes

Geposted am 8. Mai 2017 um 11:27

Rowohlt Verlag, rororo, Sandra Lüpkes, Rezension

Titel: Inselfrühling
Reihe: Das Inselhotel; Band 4
Autorin: Sandra Lüpkes
Verlag: rororo
Erscheinungsjahr: 2016
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 320

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

In Jannikes charmantem Inselhotel beginnt die Saison: Im Frühling soll für die ersten Gäste alles blitzen und strahlen und besonders einladend sein. Denn etwas ist anders in diesem Jahr: Jannike ist hochschwanger. Sie und Mattheusz erwarten Zwillinge! Die Freude ist riesig. Doch Zeit und Muße, die letzten Wochen Zweisamkeit zu genießen, haben die beiden nicht. Denn als es wegen heftiger Frühlingsstürme zu dramatischen Dünenabbrüchen am Leuchtturm kommt, gerät Jannikes geliebtes Zuhause in Gefahr. Manch einer fühlt sich sogar an den alten Fluch erinnert, der vor fast zweihundert Jahren das Ende der Insel prophezeit hat.

Rezension:

Weiter geht es mit Band 4 um Jannike und ihre Liebe auf der Insel. Jannike und Mattheuz sind endlich verheiratet, Jannike ist schwanger und das Hotelzimmer nach dem Brand zu einer Suite umgebaut. Allerdings wird es nicht ruhiger auf der Insel, sondern es droht Gefahr für den Leuchtturm.

Ich muss gestehen, dass mich, auch wenn ich die Inselhotel-Romane grundsätzlich mag, es mir inzwischen auf die Nerven geht, dass Jannike und Mattheuz sich immer wieder streiten. Ich konnte Mattheuz von Anfang an nicht so richtig verstehen und es fällt mir immer schwerer. Er hat mega Minderwertigkeitskomplexe, anders ist das nicht zu erklären. Klar ist es blöd, dass Jannikes Vater, den die beiden ewig nicht gesehen haben, und der auch nicht sympathisch ist, sich nun einmischt und ohne zu fragen Entscheidungen für die beiden trifft. Nur Jannike kann überhaupt nichts dafür und ihr Vorwürfe zu machen, bringt die beiden nicht weiter. Mattheuz benimmt sich in meinen Augen wie ein trotziger kleiner Junge. Ich konnte ihn zu Beginn des Buches als Mann überhaupt nicht mehr ernst nehmen. Zum Glück wendet sich das Blatt dann wieder. Als es auf der Insel ernst wird, als es um den Leuchtturm geht, da findet Mattheuz zu seiner Stärke zurück.

Jannike schafft es, bedingt durch ihre Fortschreitende Schwangerschaft, nicht, der starke Pol zu sein, den Mattheuz so dringend benötigt. Sie lässt sich von ihrem Vater Heinrich völlig das Ruder aus der Hand nehmen und der sorgt für allerhand Wirbel im Inselhotel.

Heinrich ist so ein richtig schöner Antagonist. Unsympathisch und von sich überzeugt wirbelt er alles durcheinander und schafft es immer wieder, seine eigenen Fehler den anderen in die Schuhe zu schieben. Er hat mir großen Spaß gemacht, muss ich gestehen, dann man konnte sich so richtig schön über ihn aufregen.

In diesem Band spielt auch Oma Maria eine deutlich größere Rolle, die ihr gut zu Gesicht stand. Sie ist, in aller Einfachheit, eine wunderbare Frau, die das Herz am rechten Fleck und den Kochlöffel voll im Griff hat.

Auch insgesamt hatte ich mit diesem Band der Inselhotel-Reihe meine Probleme. Die ersten 3 Bände habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Inselfrühling habe ich immer wieder beiseite gelegt und konnte mich gar nicht aufraffen, weiterzulesen. Irgendwie kam in diesem Band das familiäre der Insel nicht auf. Ich habe mich einfach nicht wohl gefühlt. Vielleicht auch, weil Danni und Siebelt zunächst nicht auf der Insel sind. Erst ab dem Zeitpunkt, als Danni und Siebelt zurückkehren und alle Insulaner gemeinsam anpacken, um den Leuchtturm zu retten, schaffte es Sandra Lüpkes, mich wieder einzufangen. Diesen Teil des Buches habe ich dann wieder innerhalb weniger Stunden verschlungen. Ab dem Zeitpunkt kommt wieder dieses familiäre, wunderbar vertraute Inselgefühl auf. Das liebe ich an der Inselhotel-Reihe, dass die Insulaner zusammenstehen, komme, was wolle.

Eingeschoben wurde die Geschichte der Gebecca, eines alten Schiffes. Was es mit der Gebecca und ihren Seefahrern auf sich hat, wird erst nach und nach enthüllt und ihr dürft euch auf eine Überraschung gefasst machen.

Von mir gibt es ganz knapp 4 Federn für den 4. Band der Inselhotel-Reihe.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Sommerleses Bücherkiste
kleeblatts bücherblog

[Rezension] Liebe und andere Handicaps – Rona Cole

Geposted am 25. April 2017 um 8:25

Rezension, Cursed Verlag, Rona Cole

Titel: Liebe und andere Handicaps
Autorin: Rona Cole
Verlag: Cursed Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 462

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Chris‘ Leben ist zu Ende – zumindest glaubt er das, seitdem er nach einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt. Als jedoch Ergotherapeut Hannes ihm nach einem Missgeschick im Treppenhaus zu Hilfe kommt, wird Chris‘ Welt erneut auf den Kopf gestellt. Denn Hannes kennt nicht nur einige Tricks, um ihm den Alltag zu erleichtern, er weckt auch Gefühle in Chris, die für ihn längst gestorben waren. Doch hat ihre aufkeimende Beziehung überhaupt eine Chance, wenn ein Partner so eingeschränkt ist?

Rezension:

Mittags angefangen, die Nacht durchgelesen und am nächsten Tag schon wieder fertig. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, so habe ich, ganz entgegen meiner Gewohnheit, tatsächlich bis nachts um halb Zwei gelesen. Spricht für das Buch. Die Geschichte von Chris und Hannes ist super spannend erzählt und man fiebert so mit den Figuren mit. Immer wieder hofft man mit den beiden Männern, dass sie die Liebe, die sie füreinander empfinden, auch endlich leben. Aber nein… es wäre ja kein 462 Seiten starkes Buch geworden, wenn es so einfach wäre. Missverständnisse, verletzte Gefühle, das Gefühl, unzulänglich zu sein, aber auch Eitelkeiten, säumen den Weg beider Protagonisten.

Chris Verhalten nachzuvollziehen fiel mir von Zeit zu Zeit etwas schwer. Seit einem Unfall ist er von der Hüfte an abwärts gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies reicht, um einen Menschen ungerecht werden zu lassen und mit dem Leben zu hadern. Dennoch ging mir sein Selbstmitleid besonders, als es auf das Ende des Buches zuging, auf die Nerven. Festmachen will ich das an einem Beispiel. Da es sich aber um einen Spoiler handelt, müsst ihr den Text zum Lesen markieren. Chris und Hannes haben miteinander geschlafen, alles könnte wirklich schön sein, aber Chris hat Hannes verschwiegen, dass er noch mit jemandem zusammenlebt. Die Liebe ist von Chris Seite nicht mehr da, nie da gewesen, aber nichts desto trotz lebt sein Partner mit ihm in einer Wohnung. Als Hannes nach der gemeinsamen Nacht spontan vorbei kommt, trifft er auf Torsten. Hannes läuft weg, was ich absolut nachvollziehen kann. Chris aber sucht nicht etwa die Schuld bei sich, oder reflektiert mal, warum Hannes abgehauen ist. Nein, er versinkt im Selbstmitleid und meint, dass Hannes ihn sowieso nicht lieben kann. Mit rund 30 Jahren dürfte er aber genug Grips haben, um zu erkennen, dass nicht er das Opfer ist, sondern in diesem Fall tatsächlich Hannes. In seinem Leben vor dem Unfall war Chris ein echter Arsch.  Ein Leben, immer auf der Überholspur. Sich nun daran zu gewöhnen, Hilfe annehmen zu müssen, sein Leben komplett umgestalten zu müssen, ist ganz bestimmt nicht einfach. Deswegen war man an der einen oder anderen Stelle bereit, um zu verzeihen, dass er sich unmöglich benimmt. Im Laufe des Buches macht Chris durchaus eine deutliche Entwicklung durch, die ich nachvollziehbar fand, vor allem, weil es keine 180 Grad Drehung ist, sondern viele kleine Schritte sind, die aufeinander aufbauen.

Hannes hat mir sehr gefallen. Ich mochte ihn von Beginn an. Die Autorin hat es sehr gut geschafft, auch den inneren Zwiespalt von Hannes darzustellen. Obwohl er Ergotherapeut ist, und damit durchaus keine Berührungsängste mit behinderten Menschen hat, ist es etwas ganz anderes, wenn es auf einmal nicht mehr nur ein Patient ist, der da vor einem steht, sondern der Mensch, in den man sich haltlos verliebt hat. Immer wieder dieses vorsichtige vortasten, wie weit er gehen kann und darf. Immer wieder auch Schüchternheit und auch Zweifel, vor allem, wenn Chris ihn erneut zurückweist.

Die Nebenfiguren in Form von Hannes Mutter, seiner besten Freundin Nicki oder den Kolleginnen aus der Praxis, sind sehr schön dargestellt. Sie haben alle bei Weitem nicht so viel Tiefe, wie Chris und Hannes, aber ausreichend, um sie sich vorzustellen und um die Geschichte voran zu treiben.

Wie gesagt, die Geschichte insgesamt fand ich sehr spannend und der Schreibstil ist ganz wundervoll. Mich hat die Liebe zwischen den beiden berührt, ich konnte sie spüren.Einen winzigen Kritikpunkt habe ich aber, weil mir eben Chris irgendwann anfing, auf die Nerven zu gehen. Hier hat es die Autorin, meiner Ansicht nach, etwas überreizt mit dem Selbstmitleid von Chris. Sicher ist sein Verhalten authentisch und im wahren Leben absolut nachvollziehbar, aber in einem Roman wandelt man ja so ein bisschen auf der Grenze zwischen Authentizität und Unterhaltung für den Leser. Die Autorin hat sich vermutlich für Authentizität entschieden, was ich grundsätzlich nicht kritisieren will, was mich aber dann am Ende doch nicht zu 100% für Chris und Hannes einnehmen konnte.

Hier bekommen wir mal wieder einen Gay Romance Romane, in dem es auch um Sex geht. Nicht wenig Sex, wenn ich es so mit meinen letzten Büchern vergleiche. Wunderschön geschriebene Passagen, die an keiner Stelle anstößig oder schlüpfrig sind. Rona Cole versteht es, gerade auch die ersten Erfahrungen zwischen Chris und Hannes zu etwas Besonderem zu machen. Auch hier schafft sie es, dem Leser die Gefühle von beiden Männern sehr nahe zu bringen. Bei Hannes auf der einen Seite die Angst, etwas falsch zu machen, aber auf der anderen Seite sein unbändiges Verlagen nach dem Mann, den er liebt. Chris Ängste, dass er kein ganzer Mann mehr ist, dass Hannes ihn nicht lieben, nicht begehren kann. Meinen Respekt vor dieser Leistung der Autorin.

Ich vergebe 4 Federn für einen Gay Romance Roman, der unheimlich lesenswert ist und den ich euch wirklich empfehlen kann.

Leider konnte ich keine weiteren Rezensionen auf Buchblogs für euch aufstöbern. Wer eine findet oder selbst geschrieben hat, darf mir gerne den Link in den Kommentaren da lassen.

[Rezension] Wenn Liebe Cowboystiefel trägt – Emily Bold

Geposted am 7. April 2017 um 7:34

Emily Bold, Montlake Romance, Rezension

Titel: Wenn Liebe Cowboystiefel trägt
Reihe: Einzelband
Autorin: Emily Bold
Verlag: Montlake Romance
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 300

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Als Avery Davis nach acht Jahren und einem schweren Kampf gegen den Krebs in ihren Heimatort Littletree zurückkehrt, steht sie vor den Trümmern ihres Lebens. Ohne Job, ohne Partner – und ohne Haare. Doch ihr unfreiwilliger Neuanfang wird noch verkompliziert, als sie dort ausgerechnet ihrer Jugendliebe Mason King in die Arme läuft. Der draufgängerische Rodeo-Reiter und Lokalheld rüttelt Avery mit seinen Sprüchen ganz schön auf und weckt längst vergessene Erinnerungen. Doch ein Mann, der seine Gesundheit bei jedem Ritt aufs Spiel setzt, wird nie verstehen, wie hart sie um ihr Leben gekämpft hat. Auf so einen Mann kann sie sich nicht einlassen – egal, was ihr Herz sagt.

Rezension:

„Wenn Liebe Cowboystiefel trägt“ ist der neueste Roman aus der Feder von Emily Bold.

Es ging sehr schnell, dass ich in die Geschichte eingetaucht war und Bilder von Littletree, Avery und Mason vor meinem inneren Auge sehen konnte. Der Schreibstil von Emily Bold ist gewohnt flüssig und eingängig. Was mir hier ganz gut gefällt, dass sie Anspruch mit Humor verbindet.Der Titel „Wenn Liebe Cowboystiefel trägt“ und auch die Aufmachung des Cover, lassen eher auf einen seichten Liebesroman schließen. Der Klappentext deutet schon an, dass es anders sein könnte und der Inhalt dieses Buches beweist, dass es anders ist.

Avery erholt sich von einer schweren Krebserkrankung und Emily schaffte es, mir Averys Situation klar vor Augen zu führen. Sie muss sich erst ins „normale“ Leben zurück kämpfen, schreckt davor aber zunächst noch zurück. Am liebsten möchte sie sich einfach nur in ihrem alten Kinderzimmer unter der Bettdecke verkriechen und nie wieder herauskommen. Ihre Mutter schafft es aber, sie aus diesem Einsiedlerzustand ins Leben zu schubsen. Auch wenn Avery ihr zunächst nicht besonders dankbar dafür ist, fängt sie irgendwann an, zu kämpfen. Dieser ganze innere Widerstreit, bin ich gut genug, kann ich überhaupt noch in meinem alten Job arbeiten, etc. wurde sehr gut herausgearbeitet. Gerade auch die Szene bei Lee-Anne in der Küche fand ich extrem bedrückend, aber auch sehr aussagekräftig für Averys Zustand. Für mich ist dieses Buch, neben einem Liebesroman, vor allem auch die Geschichte einer Frau, die sich ins Leben zurück kämpft. Die in einem Job, der eigentlich unter ihrem Ausbildungsniveau ist, im Zusammenleben mit den Tieren, lernt, dass es sich lohnt, sich für Schwächere einzusetzen und so auch sich selbst wiederfindet.
Immer wieder musste ich aber auch schmunzeln, wenn Avery auf Mason King trifft. Die beiden sind jederzeit für einen verbalen Schlagabtausch gut. Dies brachte definitiv die humorvolle Note in die Geschichte.

Mason fand ich zunächst nicht so sympathisch. Seine Beweggründe blieben zunächst ein bisschen im Unklaren, er war mir zu „flirty“. Irgendwie kam immer wieder mein Beschützerinstinkt durch, der sagte: Halt dich von ihr fern, verletze sie nicht! Nach und nach wurde mir Mason aber sympathischer und ich konnte mich so richtig schön in die Liebesgeschichte fallen lassen. Auch seine Intention für das Rodeoreiten konnte ich ganz gut nachvollziehen, fand aber auch sehr schön, wie er erkannte, was wirklich im Leben zählt und welche Menschen echte Freunde sind und welche eben nicht.

Die Geschichte entwickelt sich eher langsam und gemächlich vorwärts, aber sie hat keine Längen. Ich fand das Erzähltempo sehr passend, da es zu Averys gesamter Situation passt. Sie hat ein Leben auf der Überholspur gelebt (das wird so nicht ausgeführt, aber es blitzt immer mal wieder durch) und musste nun, bedingt, durch die Krankheit, mehrere Gänge zurück schalten. Ob sie wieder in ihr altes Tempo zurückfindet ist lange Zeit sehr fraglich. Irgendwann weiß sie auch gar nicht mehr, ob sie dahin überhaupt zurückfinden will. Sie lernt das Leben in Littletree zu schätzen und findet sich immer mehr dort ein. Gut gefallen hat mir, dass es keine Brüche im Miteinander der beiden Hauptpersonen gab. Avery und Mason sind in der Lage, über ihre Gefühle miteinander zu reden. Das hat man in Büchern (und manchmal ja auch im echten Leben) nicht so oft. Meistens redet jeder um den heißen Brei herum und so kommt es ein ums andere Mal zu Verletzungen. Hier nicht. Ich fand dieses Verhalten sehr erwachsen, den Protagonisten angemessen.

Es gibt aber auch ein Manko (für mich) an diesem Buch. Was mir gar nicht gefallen hat, war die Sache mit dem Rodeo. Pferde, die extra trainiert werden, um zu bocken, zum Teil mit fragwürdigen Methoden. Auch wenn Mason diese Methoden ablehnt, ist es nicht richtig, Pferde und auch Bullen, so für einen Sport zu benutzen. Ich merke, dass, je älter ich werde, ich umso schlechter mit dem ganzen Tierleid umgehen kann und dazu gehört für mich auch Rodeo, Pferdehochleistungssport, etc. Soll ich dafür nun etwas abziehen? Soll diese, meine, Befindlichkeit in die Rezension einfließen? Bei einer Liebesgeschichte, die wunderbar ist und Charakteren, die mit viel Tiefe gezeichnet sind? Ich habe wirklich lange mit mir gerungen, aber ja, ich tue es. Eine Feder ziehe ich dafür ab, denn es hat mir nicht gefallen. Gut, die Story lebt davon, dass Mason Rodeos reitet, sonst wäre ein Teil des Plots verloren, aber ich kann es trotzdem nicht ertragen. Andere Leser sagen jetzt sicher: Stell dich nicht so an, aber es ist meine Meinung und meine Bewertung und deswegen tue ich es. Ich kann keine 5 Federn für ein Buch vergeben, mit dessen Handlung ich mich nicht 100% wohlfühle.

Von mir gibt es 4 Federn für eine wunderbare Liebesgeschichte, die tiefgründige Charaktere aufweist, aber mich ein ums andere Mal wegen der Tiere hat schaudern lassen.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Archive of Longings
Manjas Buchregal
Melusines Welt

[Rezension] Alles nach Plan – B. G. Thomas

Geposted am 29. März 2017 um 9:22

Rezension, Cursed Verlag, B. G. Thomas

Titel: Alles nach Plan
Reihe: Einzelband
Autor: B. G. Thomas
Verlag: Cursed Verlag
Erscheinungsjahr: 2013
Einband: ebook
Seitenanzahl: 69

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

»Ich will, dass Daddy zu Weihnachten einen Freund bekommt!«

Die zehnjährige Bianca hat nur ein Ziel: ihren Vater Gavin noch vor Weihnachten an den Mann zu bringen. Doch woher bekommt man geeignete Kandidaten?
Gavins bester Freund Curtis ist von diesem Vorhaben zwar alles andere als begeistert, unterstützt Bianca jedoch widerwillig – immerhin ist Gavin schon viel zu lange allein. Und schon bald läuft alles nach Plan. Aber… nach wessen Plan eigentlich?

Rezension:

Ich habe angefangen zu lesen und mich in der Geschichte sofort wohl gefühlt. Curtis, Gavin und auch Bee sind einfach wunderbare Menschen, die sich sehr lieben und deren Liebe zueinander aus jedem Satz heraussprüht. Für Gavin ist seine Tochter Bee der wichtigste Mensch auf der Welt und auch Curtis, der beste Freund von Gavin, hat die zehnjährige Bee ins Herz geschlossen. Wen wundert es da, dass diese Menschen fast ihre ganze Zeit zusammen verbringen und sich eigentlich schon fast wie eine kleine Familie fühlen.

Ich mag Gavin. Er hat Prinzipien, die er einhält und nicht für den erst besten Mann über Bord wirft. Außerdem ist er Bee ein wunderbarer Vater.

Curtis ist unheimlich süß. Ich habe mit ihm gelitten, als er seinen inneren Kampf mit sich selbst ausgefochten hat. Ich habe mir gewünscht, dass er den Kampf gegen sich selbst verliert. Nur so war es ihm möglich, das Glück zu finden.

Bee ist der Hammer. Ab und an fand ich sie ein bisschen zu erwachsen für ihre 10 Jahre, aber irgendwie war sie dabei trotzdem niedlich. Man konnte ihr nicht böse sein, denn sie wollte für alle nur das Beste und glaubt mir: Das kleine Mädchen wusste von allen am besten, was das Beste ist.

Der Schreibstil von B. G. Thomas (ich weiß nicht einmal, ob es ein Autor oder eine Autorin ist), ist unheimlich gefühlvoll und liebevoll. Aus jeder Zeile, jedem Wort sprüht dem Leser so viel Gefühl entgegen, dass es einfach nur wunderschön ist, ohne jedoch an irgendeiner Stelle kitschig zu werden.

Von mir gibt es 4 Federn für einen wunderbaren Gay-Romance Roman, der gerne auch noch 100 Seiten mehr hätte haben dürfen.

Ich muss allerdings sagen, dass ich 4,99 Euro für ein Buch, das letzten Endes nur 66 Seiten (sagt zumindest mein Kobo Glo) hat (hinten kommt noch eine Leseprobe) doch recht teuer finde.

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