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[Rezension] Eve of Man: Die letzte Frau – Giovanna und Tom Fletcher

Geposted am 18. Mai 2020 um 15:15

Cover, dtv Hanser, Rezension,

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Titel: Die letzte Frau
Reihe: Eve of Man; Band 1
Autoren: Giovanna und Tom Fletcher
Verlag: dtv Hanser
Erscheinungsjahr: 2019
Einband: Hardcover, ebook
Seitenanzahl: 448

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Sie ist die letzte Frau. Das Schicksal der Menschheit liegt in ihren Händen: EVE

Sie ist die Antwort auf alle Gebete der Welt, die Hoffnung auf den Fortbestand der Menschheit: Nach einem halben Jahrhundert wird endlich wieder ein Mädchen geboren – Eve. Isoliert von der Außenwelt wächst sie in einem goldenen Käfig auf. Jetzt, mit 16 Jahren, soll sie aus drei Kandidaten ihren Partner wählen. Eve war sich ihrer Verantwortung immer bewusst und hat widerspruchlos die schwere Bürde für den Fortbestand der Menschheit getragen. Doch nun trifft sie Bram, und die Zweifel an der Aufrichtigkeit der Motive ihrer »Beschützer« wachsen. Eve will die Wahrheit wissen, über die Welt, über ihre Familie, über die Liebe, die sie für Bram fühlt. Sie will Kontrolle über ihr Leben, sie will Freiheit. Doch darf sie für ihr privates Glück die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen?

Rezension:

Dieses Buch habe ich mir gleich beim Erscheinen gekauft, aber wie es dann manchmal so ist, sprach es mich plötzlich als es zuhause lag, doch nicht so richtig an. Nun habe ich es zur Hand genommen und kann nicht verstehen, dass ich so lange gewartet habe. Die Geschichte ist so packend, dass ich sie innerhalb von nur 2 Tagen gelesen habe.

Zuerst habe ich das Buch eher als spannende Dystopie gelesen, aber nach und nach taucht man immer tiefer ins Eves Geschichte ein und fängt an, nachzudenken. Was ist, wenn das Überleben der gesamten Menschheit von nur einem einzigen Menschen abhängt? Muss das eigene Glück, der eigene Wille dann hinter dem Gesamtplan zurückstehen? Hat man dann plötzlich das Recht auf einen eigenen Willen verwirkt? Ganz schwierige Frage für Menschen, die es gewohnt sind, dass sie alle Freiheiten haben, ihr Leben selbstbestimmt zu leben. Hört das Selbstbestimmungsrecht da auf, wo es um das Überleben der Rasse geht? Ich bin so in meiner Haltung geschwankt. Einerseits… es hängt alles von Eve ab. Sie muss Mädchen gebären, wenn die Menschheit nicht in wenigen Jahren ausgestorben sein soll. Andererseits. Sie ist ein Individuum und hat ein Recht darauf, über sich, über ihren Körper zu bestimmen. Oder vielleicht doch nicht?

Ich bin auch jetzt, am Ende dieses Buches nicht schlüssig, wie ich mich entscheiden würde. Ich finde, dass hier eine ganz große, sehr schwer zu beantwortende moralische Frage aufgegriffen wurde. Und jetzt kommt auch genau mein Kritikpunkt an dem Buch und der Grund, warum ich nicht die volle Punktzahl gebe. Leider haben die Autoren es aus meiner Sicht versäumt, sich mit dieser Frage wirklich auseinander zu setzen. Die Thematik hat unglaublich viel Potential für Konflikte, für tiefgründige Auseinandersetzungen mit der Thematik und dieses Potential wurde nicht aufgegriffen. Vielleicht kommt das im zweiten Band noch, aber ich vermute eher nicht. Sehr schade!

Nichts desto trotz haben Giovanna und Tom Fletcher eine unglaublich spannende Dystopie vorgelegt, die mit einem flüssigen und in den Bann der Geschichte ziehenden Schreibstil punktet. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es mit Bram, Eve und den Müttern weitergeht. Sie alle sind wunderbar authentisch gezeichnet und haben ihre Eigenarten, die sie interessant und liebenswert oder auch hassenswert (Vivien) machen.

Eve ist ein sehr interessanter Charakter. Ich fand, dass die beiden Autoren ihre langsame Entwicklung sehr nachvollziehbar aufgebaut haben. Eve ist gerade 16 Jahre alt geworden und hatte bisher keinen Grund an ihrem Leben und ihrer Bestimmung zu zweifeln. ich habe in einigen Rezensionen gelesen, dass ihr nachgesagt wird, dass sie zu wenig hinterfragt, zu langsam anfängt, sich gegen das System aufzulehnen. Das finde ich nicht. Man sollte bedenken, dass sie eben gerade mal ein Teenager ist, der absolut systemtreu und behütet aufgewachsen ist. Wer oder was hätte ihr den Anstoß geben sollen, das System zu hinterfragen? Ich fand es sehr nachvollziehbar, dass sie genau jetzt damit anfängt, ausgelöst durch die Ereignisse in ihrem Leben, die ich hier nicht näher ausführen möchte, da es für den einen oder anderen ein Spoiler sein könnte.

Bram hat mir auch gut gefallen, allerdings fand ich seine Entwicklung etwas weniger nachvollziehbar. Im Turm lebt er eher unterdrückt, hat nicht so unglaublich viele Befugnisse, was in Richtung Anführer geht, auch wenn er einen hohen Rang bekleidet. Mit seiner neuen Rolle außerhalb des Turms kommt er meines Erachtens nach ein bisschen zu schnell zurecht. Da hätte ich mir durchaus den einen oder anderen Stolperer gewünscht, um die Geschichte spannender und vor allem authentischer zu gestalten. Insgesamt ist Bram aber auch ein sehr sympathischer Charakter, der mich schnell auf seiner Seite hatte.

Vivien ist die Figur, die ich nach wie vor am rätselhaftesten finde und über die ich hoffe, im zweiten Band noch mehr zu erfahren. Ich hoffe sehr, dass auch ein bisschen aus ihrer Vergangenheit aufgedeckt wird, das den Leser verstehen lässt, warum sie so handelt, wie sie es tut.

Dieses Buch würde ich tatsächlich total gerne verfilmt sehen. Ich glaube, dass es ein mega spannender Film wäre, der fesselt und zum nachdenken anregt.

Ich kann aufgrund des Kritikpunktes keine 5 Federn vergeben, vergebe aber sehr gerne 4 Federn und eine Leseempfehlung. Ich muss jetzt leider noch bis November warten, bis es endlich weiter geht. Ich bin so mega gespannt auf die weitere Entwicklung und auch darauf, wie die Autoren dieses Dilemma auflösen werden.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
foxy books – 5 Sterne
Josia Jourdan – 3 Sterne
Ina´s little Bakery – 2,5 Sterne
Prettytigers Bücherregal – 4 Sterne

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