5 Federn,  Gelesen 2021,  Rezensionen

[Rezension] Die Hafenschwester (2): Als wir wieder Hoffnung hatten – Melanie Metzenthin

Rezension, Die Hafenschwester, Diana Verlag,

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Titel: Als wir wieder Hoffnung hatten
Reihe: Die Hafenschwester; Band 2
Autorin: Melanie Metzenthin
Verlag: Diana (Random House Verlage)
Erscheinungsjahr: 2020
Einband: Taschenbuch, ebook
Seitenanzahl: 495

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Hamburg, 1913: Mit ihrer großen Liebe Paul hat Krankenschwester Martha drei gesunde Kinder, eine schöne Wohnung und sogar eine Einladung nach Amerika, um ihre Freundin Milli zu besuchen. Doch die Stadt steht kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges und Marthas Träume von der Zukunft zerplatzen. Trotz seiner 41 Jahre wird Paul eingezogen und Martha muss sich in dieser schweren Zeit allein um das Überleben ihrer Familie kümmern. Als Paul nach einem Granatenangriff schwer entstellt zurückkehrt, wird ihre Ehe auf eine harte Probe gestellt. Martha tut alles für ihren Mann, Paul unterzieht sich aber nur unwillig den nötigen Operationen und scheint aufgegeben zu haben …

Rezension:

Band 2 spielt deutlich nach Band 1. Es sind einige Jahre ins Land gezogen. Martha und Paul sind verheiratet und haben 3 wunderbare Kinder. Nachdem sie Cholera-Epidemie in Band 1 gut überstanden ist, steht nun der erste Weltkrieg vor der Tür.

Auch in diesem Band ist Martha, die Hafenschwester, natürlich die Hauptperson. Was mir an Martha richtig gut gefällt ist, dass die Autorin sie nicht unfehlbar gemacht hat. An der einen oder anderen Stelle legt sie Verhaltensweisen an den Tag, die mir nicht unbedingt gefallen habe, die sie aber menschlich machen. Martha ist ein authentischer Mensch mit Ecken und Kanten. Ihre schlechte Seite ist, aus meiner Sicht, die Überheblichkeit, die sie teilweise an den Tag legt. Nicht, dass sie sich wirklich über andere erhebt, aber sie strahlt manchmal aus, dass sie der Ansicht ist, dass sie am Besten weiß, was für die Menschen in ihrer Umgebung gut ist. So begegnet sie der Frau Ihres Bruders, Li-Ming, zunächst mit sehr viel Mißtrauen. Insgesamt ist Martha aber nach wie vor der Mensch, den wir aus dem ersten Band kennen. Unerschrocken setzt sie sich für die Belange der Schwächeren ein.

Der Schreibstil von Melanie Metzenthin ist, wie gewohnt, sehr bildhaft und mitreißend. Sie schilderte alle Orte und Situationen so, dass ich keinerlei Probleme hatte, sie mir vorzustellen. Ich wurde erneut förmlich in die Geschichte gezogen und wanderte mit Martha und ihren Lieben durch Hamburg.

Die Geschichte entwickelt sich stetig vorwärts und weist keine Längen auf. Es geht Schlag auf Schlag. Nach einer relativ sorglosen Zeit bei Milli in Amerika geht es mit raschen Schritten auf den ersten Weltkrieg zu. Auch Paul wird, sehr unerwartet, in den Krieg eingezogen und kommt mit schwersten Verletzungen wieder.

An der Figur von Paul ist es Melanie Metzenthin ausgesprochen gut gelungen, die Verzweiflung, aber auch die sich wieder anbahnende Hoffnung zu zeigen. Aufgrund der schwere der Verletzungen war ich gewillt, Paul zuzugestehen, aufzugeben. Sein Schicksal ist so hart, dass man das wirklich nur schwer verkraften kann. Hier zeigt sich aber auch, dass die Liebe einer Familie und von guten Freunden einen Menschen tragen kann.

Zunächst ist es Martha, die Moritz, der ebenso schwer gezeichnet, wie Paul, nur deutlich früher, aus dem Krieg heimgekehrt ist, etwas von ihrer Kraft abgeben muss. Und vielleicht gerade deswegen weil sie beide ein ähnliches Schicksal teilen, schafft Moritz es, Paul viel Kraft zu geben. Wer hätte das gedacht? Moritz, der sonst eher locker durchs Leben schlurfte, entwickelt sich zu einem tollen Mann. Ihn hat die Autorin eine großartige Entwicklung durchmachen lassen.

Spannend fand ich zu sehen, wie sich das politische Interesse und das Engagement von Martha und Paul weiterentwickeln. Im ersten Band noch sehr offensiv, wobei aber auch eher ungebunden und vor allem kinderlos, sind sie im zweiten Band auch weiterhin stark politisch interessiert. An der einen oder anderen Stelle erkennt man aber, dass die beiden auch hin und her gerissen sind, zwischen der Verantwortung für ihre Kinder und dem politischen Engagement. Wie weit kann man such engagieren, wenn man Repressalien befürchten muss, wenn man aber auch drei kleine Kinder zu versorgen hat? Dieser Spur geht die Autorin anhand von Paul und Martha nach.

Alles in allem kann ich euch auch den zweiten Band rum die Hafenschwester Martha Studt nur ans Herz legen. Ein gut recherchierter, wunderbar ausgearbeiteter Roman, der von mir volle 5 Federn bekommt.

Meine Rezension zum ersten Band:
Als wir zu träumen wagten

Weitere Rezensionen zu diesem Band:
Monis Zeitreise
Buchstabengeflüster – 5 Sterne
Evas Lesezeit – 5 Sterne

Außerdem habe ich von Melanie Metzenthin rezensiert:
Metzenthin, Melanie – Im Lautlosen (Leise Helden; Band 1)
Metzenthin, Melanie – Die Stimmlosen (Leise Helden; Band 2)
Metzenthin, Melanie – Die verstummte Liebe (Leise Helden; Band 3)

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4 Comments
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13. April 2021 20:12

Danke für dein liebes Kommentar zu meiner westernpfanne. Das Buch ist auch toll. Steht auf meiner Wunschliste. Folge dir jetzt bei Instagram.

16. April 2021 19:54

Liebe Yvonne,
du hast mich mit deiner Teilnahme an meiner <a href=”https://monerl.de/aktion-monatshighlight-top-flop-linkparty-april-2021/”>#LinkPARTY April 2021</a> wieder an diese Trilogie erinnert! Ich habe Teil 1 hier noch auf dem SuB, wollte ihn aber schon lange gelesen haben! Werde mal den 1. Bd. nach weiter oben legen. 🙂 Ich freue mich, dass dich der Nachfolgeband so überzeugen konnte. Oftmals ist der Mittelteil einer Trilogie der schwächste. Ich folge der Autorin auf Facebook und freue mich immer über ihre Beiträge und Erzählungen, ihre Recherche usw. Sie bringt das so toll und interessant rüber, sodass man wirklich gleich das Buch in die Hand nehmen und lesen möchte.
Von der Autorin habe ich bisher nur “Mehr als die Erinnerung” gelesen, war aber total begeistert.
GlG, monerl

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