5 Federn,  Gelesen 2021,  Rezensionen

[Rezension] Dark Palace (1): Zehn Jahre musst du opfern – Vic James

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Titel: Zehn Jahre musst du opfern
Reihe: Dark Palace; Band 1
Autorin: Vic James
Verlag: Fischer Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2018
Einband: Hardcover, ebook
Seitenanzahl: 440

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Zehn Jahre Sklavenarbeit für alle. Fast alle.

In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten.
Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart.

Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.

Rezension:

Das Buch hatte ich tatsächlich auf der Wunschliste, als es 2018 erschienen ist, wie das aber manchmal so ist wanderte es nach hinten. Dann las ich einige eher nicht so begeisterte Rezensionen, was mich auch nicht dazu brachte, das Buch zu kaufen. Vergessen habe ich es aber nie und nun endlich zugeschlagen. Ich muss sagen: Ich hätte es früher kaufen sollen! Ich bin schwer begeistert und total in der von Vic James geschaffenen Welt gefangen. Dafür habe ich jetzt das Glück, dass ich alle drei Bände hintereinander weg lesen kann. Das ist auch nicht schlecht.

Die Geschichte ist wirklich heftig. Sowohl im Sinne von körperlich brutal, als auch emotional brutal.   Das System, dass jeder Gewöhnliche irgendwann in seinem Leben zu 10 Jahren Sklavenarbeit antreten muss ist unglaublich menschverachtend. Man fragt sich, warum sich die Menschen nicht dagegen auflehnen. Nach und nach erfährt man aber immer mehr, wozu die Menschen mit Geschick (sowas wie Magie) fähig sind. Die normalen Leute haben einfach keine Chance. Das machte mich zeitweise ziemlich mutlos.

Die Geschichte wird aus Sicht mehrerer Protagonisten erzählt (vor allem aus Sicht von Luke, Abi, Gavar und Bouda, aber auch kurz aus Leahs Sicht, Euterpes und Silyens Sicht).

Luke ist derjenige, dessen Geschichte ich am spannendsten Fand. Nicht nur deswegen, weil er der Einzige der Familie ist, der nicht mit auf das Herrenhaus Kyneston darf, sondern in die Sklavenstadt Millmoor muss, Donnern auch, weil er der spannendste Charakter ist. Mit seinen gerade mal 17 Jahren dürfte er eigentlich gar nicht ohne seine Familie in die Sklavenzeit gehen, da er nicht volljährig ist. Leider interessiert das die Verantwortlichen nicht.

Abigail, genannt Abi, ist Lukas große Schwester. Sie versucht, die Fäden der Familie zusammen zu halten. Leider wirkt sie ab und an aber etwas farblos. Durch sie erhalten wir aber gute Einblicke in das Leben auf Kyneston und begleiten sie, ihre Eltern und ihre kleine Schwester Daisy. Daisy ist unglaublich süß und hat als Kindermädchen von Gavars Tochter Leah eine Sonderstellung im Haushalt.

Silyen Jardine ist der jüngste der Jardine Geschwister. Es gibt noch den Erben des Hauses, den ältesten Bruder Gavar und den mittleren Bruder Jenner, der völlig aus der Art geschlagen ist, da er über keinerlei Geschick verfügt. Jenner war mir im ersten Band derjenige, der am sympathischen erschien. Auch wenn es einfach viel zu viele wichtige Figuren in diesem Buch gibt, um sie alle erwähnen zu können, möchte ich noch kurz etwas zu Bouda sagen.

Bouda, ebenso eine Ebenbürtige mit Geschick, wie die Familie Jardine. Erbin des Hauses Maltravers und zukünftige Gattin von Gavar Jardine. Bouda ist von den Ebenbürtigen fast die einzige Figur, die man von Anfang bis Ende gut einschätzen kann. Sie ist machthungrig und geht für ihre Ziele über Leichen. Ob sprichwörtlich oder wörtlich wird sich noch herausstellen…

Die Geschichte ist von Anfang an extrem spannend und die Spannung wird die gesamte Zeit über hoch gehalten. Nicht immer weiß man so ganz genau, wer Freund und wer Feind ist. Stimmungen und Meinungen ändern sich oder werden nicht ausgesprochen. Zum Ende hin nimmt die Geschichte eine Wendung, die ich so nicht erwartet habe, die mich aber total überzeugt hat.

Trotz der phantastischen Elemente des Geschicks steht die politische Entwicklung klar im Vordergrund. Das geschaffene System ist derart menschenverachtend, dass man sich eigentlich dagegen zur Wehr setzen muss. Vic James arbeitet sehr schön heraus, mit welchen nur geringen Mitteln sich die breite Masse gegen eine durch ihr Geschick den Massen trotzdem überlegene zahlenmäßig kleine Oberschicht auflehnen kann. Erschreckend, aber sehr real.

Der Schreibstil von Vic James reißt den Leser mit. Er ist brutal, aber gerade noch auszuhalten. Ich bin da ehrlich gesagt eher etwas zart besaitet und wenn es mir zu doll wird, dann überspringe ich auch schonmal eine Szene. Das musste ich hier nicht tun. Es war gerade so an der Grenze des Erträglichen.

Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen gelesen und muss sagen, dass ich bisher eine spannende, gut durchdachte Geschichte verpasst habe. Von mir gibt es 5 Federn.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Mandys Bücherecke – 3 Sterne
Letterheart
Booknerds by Kerstin

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3 Comments
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17. April 2021 11:12

Hallo Yvonne, 🙂
es freut mich, dass dir Dark Palace so gut gefallen hat. 🙂 Ich liebe die Reihe und zähle sie zu meinen Lieblingsreihen. Ich war auch richtig begeistert und fand diese zwei Welten von Geschickten und Gewöhnlichen sehr gut dargestellt. Und auch die politischen Entwicklungen sind sehr spannend zu lesen. 🙂

Ich wünsche dir viel Freude mit den Folgebänden. 🙂

Liebe Grüße
Marina

27. April 2021 15:33

[…] sind meine Rezensionen zu den ersten beiden Bänden: Zehn Jahre musst du opfern (Band 1) Die letzte Tür tötet (Band […]

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