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[Rezension] Resilienz – Dr. med Mirriam Prieß

Geposted am 22. September 2019 um 16:51

Goldmann Verlag, Resilienz, Dr. Mirriam Prieß, Rezension

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Titel: Resilienz – So entwickeln Sie Widerstandskraft & innere Stärke
Reihe: Einzelband
Autorin: Dr. med Mirriam Prieß
Verlag: Goldmann
Erscheinungsjahr: 2019
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 255

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandskraft eines Menschen. Untersuchungen haben gezeigt, dass resiliente Menschen besser mit Stress umgehen, Schicksalsschläge besser verarbeiten und generell ein physisch und psychisch stabileres Leben führen. Die Burn-out-Präventionsexpertin Dr. Prieß erklärt, wodurch Resilienz entsteht, wie sie sich in den einzelnen Lebensbereichen auswirkt und wie man sie stärken kann.

Rezension:

Wer von uns heute braucht nicht ein bisschen mehr Gelassenheit und innere Stärke? Ich auf jeden Fall. Das Thema Resilienz ist mir im vergangenen Jahr öfter über den Weg gelaufen. Gefühlt wird es gerade so ein bisschen zum Trendthema, mit dem sich jeder beschäftigt. Angesprochen hat mich bisher kein Buch oder Kurs. Zumindest nicht, bis mir dieses Buch über den Weg lief. Irgendwie hat mich das Cover mit dem Regenschirm und dem Regen neugierig gemacht.

Das Buch hat mir gut gefallen, denn Dr. med Mirriam Prieß schafft es, ihre Theorien auch dem Laien verständlich zu erklären. In erster Linie geht es bei der Entwicklung innerer Stärke darum, mit sich selbst und anderen einen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Man soll sich im Dialog weder klein, noch groß machen.

Interessant fand ich, was die Autorin zum entstehen von Konflikten im beruflichen Zusammenhang erklärt. Oft geht es darum, dass jeder die Verantwortung nur auf den anderen abschiebt, aber die eigene Verantwortung nicht erkennt. Ich kann mich da definitiv wiederfinden und habe mir aus diesem Kapitel viel ziehen können, was ich im beruflichen Alltag zukünftig versuchen werde umzusetzen. Dabei ist mir ein Satz ganz besonders im Gedächtnis geblieben: “Nur wer eigenverantwortlich denkt und handelt, und aufhört, auf den anderen zu zeigen, kann die Augenhöhe wieder zurückgewinnen und in ein konstruktives Handeln finden.” (S. 90)

Sie sagt allerdings auch, dass jeder anerkennen muss, dass er als Teil des gescheiterten Systems auch das Scheitern mitverantwortet. Ob das immer so klappt, wage ich zu bezweifeln.

“Der Dialog” nimmt ungefähr die Hälfte des Buches ein und wird auch in den weitern Kapiteln immer wieder betont. Was ich also mitnehme ist, dass es wichtig ist, im Dialog zu bleiben, was mir und wie ich beobachte auch vielen Anderen, nicht immer leicht fällt. Ich neige, je nachdem, in welche Situation und mit welchen Menschen ich mich befinde, dazu, mich entweder groß oder klein zu machen. Dialog auf Augenhöhe heißt Meinungen austauschen, ohne dass man den anderen überzeugen muss oder selbst überzeugt werden muss. Manchmal ist man einfach nicht einer Meinung. Das heißt aber nicht, dass man nicht dennoch einen Dialog auf Augenhöhe führen kann.

Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Elternhaus und wie die Eltern schon ab Geburt den Grundstein dafür legen, ob ein Kind später mit hoher Widerstandskraft durchs Leben geht, oder es eher schwer hat.

Ich hätte mir an der einen oder anderen Stelle ein bisschen mehr Praxisbezug, ein bisschen mehr praktische Anleitung gewünscht. Nach der Lektüre dieses Buches weiß man theoretisch sehr viel darüber, was man tun sollte, um resilient zu werden. Die praktische Umsetzung ist aber, wie meistens, viel schwieriger. Das zugehörende Kapitel ist mit 36 Seiten im Vergleich zu den anderen Kapiteln recht kurz geraten.

Was ich mir aus diesem Kapitel mitgenommen habe ist: “Selbst wenn sie gefühlt mit dem Rücken noch so sehr gegen die Wand stehen, machen Sie sich bewusst: Sie haben immer die Wahl! – möglicherweise müssen Sie zwischen Pest und Cholera entscheiden, aber sie haben die Wahl. Diese Erkenntnis wird es Ihnen ermöglichen, wieder zu handeln.” (S. 228)

Mir hat das Buch gut gefallen, um einen Überblick über das Trendthema schlechthin zu gewinnen. Von mir gibt es 4 Federn.

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