Rezensionen,  2 Sterne,  Gelesen 2016

[Rezension] Joe: Sog der Leidenschaft – Ava Innings

Rezension, Ava Innings, feelings, Droemer Knaur

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Titel: Joe: Sog der Leidenschaft
Reihe: Waves of Love; Band 1
Autorin: Ava Innings
Verlag: feelings (Droemer Knaur)
Erscheinungsjahr: 2015
Einband: ebook
Seitenanzahl: 287

Meine Wertung: 2 Federn

Klappentext:

Das Leben der 22-jährigen Josephine ‚Joe‘ Reynolds war, bis zu dem Tag an dem ihr Bruder Russel starb, perfekt.
298 Tage später surft und fotografiert sie nicht mehr und ist außerdem ungewollt schwanger.
Doch das ist nicht die einzige Komplikation, die das Leben für Joe bereithält, denn sowohl Brad – für den sie schon immer geschwärmt hat – als auch Rory, ihr ehemaliger bester Freund machen ihr Avancen. Für welchen der beiden heißen Pro-Surfer wird Joe sich letztendlich entscheiden?

Rezension:

Ich war ehrlich gesagt nicht so angetan von dieser Geschichte. Da die Autorin auch unter Violet Truelove veröffentlicht und ich diese Bücher wirklich liebe, habe ich auch zum ersten Band von Waves of Love gegriffen. Leider wurde ich enttäuscht.

Meiner Ansicht nach ist der Plot extrem mager. Der Protagonistin, Joe, die ich übrigens zu tiefst unsympathisch fand, geht es nur um Sex… oder auch nicht… eigentlich weiß sie selber nicht so genau, was sie will. Sie begehrt zwei Männer, glaubt aber, wenn sie mit beiden ins Bett steigt, als Schlampe da zu stehen. Beide Männer reden auf sie ein, wie auf einen kranken Gaul, ebenso raten ihre Freundinnen ihr zu, ihre Gefühle auszuleben. Joe ist trotzdem weiterhin stur, obwohl sie eigentlich mit jeder Faser ihres Körpers „ja“ sagen will. Am Anfang fand ich das ja noch nachvollziehbar, aber irgendwann nervte es nur noch.

Als sie dann endlich nachgibt, geschieht dies in einer Situation, die für mich absolut daneben war. Ich will hier nicht spoilern, aber ganz ehrlich: An diesem Ort, zu diesem Zeitpunkt, mit dem gesundheitlichen Zustand, in dem sich die Protagonistin befindet, war das, was die beiden Männer mit ihr gemacht haben, einfach nur unglaubwürdig, gedankenlos und (sorry) abstoßend. Wenn die Männer sie beide wirklich lieben würden, dann wären sie nicht einmal auf die Idee gekommen in dieser Situation über sie herzufallen.

Ich muss auch gestehen, dass ich es absolut unglaubwürdig fand, dass Joe augenscheinlich ständig und zu jeder Zeit Lust auf Sex mit Brad hatte. Sie hat eine krankhafte Schwangerschaftsübelkeit, liegt im Krankenhaus, wird mit starken Medikamenten versorgt. Alles kein Problem… Sex geht ja immer… Sorry, wenn sich das jetzt sarkastisch anhört, aber ja, genau so ist es auch gemeint. Die Frau möchte ich sehen, die Sex mit ihrem Mann hat, während sie sich eine halbe Stunde zuvor noch die Seele aus dem Leib gewürgt hat.

Der Plot besteht eigentlich die meiste Zeit aus Sex. Versteht mich nicht falsch, ich lese gerne gute erotische Romane, gerne auch mit jeder Menge Leidenschaft und Sex, aber mich konnte diese Leidenschaft irgendwie gar nicht erreichen. Die Gefühle zwischen Brad und Joe konnten nicht zu mir transportiert werden. Wenn sich der Plot plötzlich gewendet und er sie eiskalt abserviert hätten, dann wäre das für mich total glaubwürdig gewesen. Ich habe nicht gefühlt, was Brad für Joe fühlt. Bei Rory fiel es mir etwas leichter ihm seine Gefühle abzukaufen. Er ist liebevoll und zärtlich, er überschreitet Joes Grenzen nicht. Bei Rory hatte man das Gefühl, dass er der einzige Erwachsene in der ganzen Konstellation ist. Er denkt (meistens) nach, bevor er handelt. Mit Rory konnte ich mitfühlen, ihn konnte die Autorin mir ans Herz schreiben.

Joes Bruder Dean war einfach nur ein großer Unsympath, noch größer, als Joe selbst. Er ist selbstgefällig, ungerecht und misst mit zweierlei Maß.

Den Hintergrund des Plots fand ich sehr stimmig. Eine Frau, zwischen zwei Männern. Darf sie beide Männer lieben? Mit beiden zusammen sein? Ihr Bruder wirft ihr vor, dass sie eine Schlampe ist, wenn sie mit beiden ins Bett geht. Er selbst aber hat jeden Abend eine andere Frau. Aber, genau so ist es auch heute doch noch in einigen Köpfen. Männer dürfen, Frauen nicht. Mit diesem Thema hat sich die Autorin sehr gut auseinander gesetzt. Die Zerrissenheit Joes zu diesem Thema war schon nachvollziehbar.

Es tut mir total leid, dass meine Meinung zu diesem Buch so vernichtend ist. Aber es gibt dutzende begeisterter Stimmen zu dieser Reihe, von daher, lasst euch von mir nicht beeinflussen, bildet euch selbst eure Meinung. Ich vergebe 2 Federn, weil der Schreibstil flüssig ist, Rory sympathisch, die Hintergrundidee mit der Liebe zu zwei Männern spannend und sich das Buch schnell lesen lässt.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
The Bookwonderland – 5 Sterne

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