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[Rezension] Inspektor Norcott: Erased – Jürgen Albers

Geposted am 30. Juni 2019 um 17:45

Rezension, Jürgen Albers, Mehrteiler, Erased

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Titel: Erased
Reihe: Inspektor Norcott; Band 2
Autor: Jürgen Albers
Verlag: ohne
Erscheinungsjahr: 2019
Einband: Taschenbuch, ebook
Seitenanzahl: 388

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

März 1947: Nach einem der härtesten Winter in der britischen Geschichte, bahnt sich endlich ein warmer Frühling an. Sehnsüchtig erwartet von einem Land, das immer noch vom Krieg gezeichnet ist. Superintendent Charles Norcott von New Scotland Yard hofft ebenfalls auf ein wenig Erholung vom Alltag: er wird als Dozent an die Universität Oxford ausgeliehen. Eigentlich soll Norcott dort Verwaltungsfachkräfte ausbilden, aber schon bald erreicht ihn ein zusätzlicher Auftrag. Im Physikalischen Institut der Universität reißt eine Serie von Zwischenfällen nicht ab. Will jemand die geheime Forschung sabotieren oder handelt es sich nur um eine Verkettung unglücklicher Umstände? Kaum hat der Superintendent die ersten vorsichtigen Ermittlungen angestellt, zerreißt eine Bombe die Stille der friedlichen Universitätsstadt.

Rezension:

Nachdem Krimis ja nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre sind, freue ich mich umso mehr, dass Jürgen mir sein “Buchbaby” zur Rezension anvertraut hat. Irgendwie habe ich bei Krimi immer an eine Leiche gedacht und einen Inspektor, der diesen Mordfall aufklärt. Das bekam ich hier nicht (zumindest nicht in erster Linie), sondern es geht um eine Serie von Zwischenfällen am Physikalischen Institut der Universität Oxford. Das Setting hat mir total gut gefallen.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Sowohl Charles Norcott, als auch seine Frau Vicky waren mir auf Anhieb sympathisch. Vor allem liest man schon in den ersten Zeilen die Liebe aber auch den Respekt der beiden Protagonisten füreinander heraus, was mir gut gefallen hat. Es machte sie sofort greifbar und menschlich.

Ich mag Charles Norcott mit seiner ruhigen und gelassenen Art. Ich mochte es, wie er mit seiner jungen Assistentin, Elizabeth Badby umging und sie ermutigte, sich ihre Gedanken zu machen und diese auch einzubringen. Auch seine Frau Vicky ist ein sehr schöner Charakter. Sie wirkt auf mich sehr elegant, aber trotzdem sehr sympathisch. Sie stellt die richtigen Fragen an den richtigen Stellen, was beweist, dass sie ein kluges Köpfchen hat.

Auch die weiteren Mitglieder von Norcotts Team, wie Elizabeth Badby oder Nigel Ward sind gut gezeichnet und man kann sie sich alle gut vorstellen. Sie tragen zur Lösung des Falls bei und gerade die Gespräche zwischen den Ermittlern haben mir gut gefallen, denn sie zeigen, dass alle in der Lage sind, geradlinig zu denken und ihren Job hervorragend auszuführen.

Der Kriminalfall ist spannend und immer wieder verdächtigte ich mal den Einen und dann den Anderen. Ich hatte bis zum Ende absolut keine Ahnung, wer hinter den Taten steckt. Es hat Spaß gemacht, Charles Norcott dabei zu begleiten, diesen Fall möglichst ohne großes Aufsehen zu erregen zu lösen. Dafür ist er definitiv der richtige Mann, sehr bescheiden und angenehm, aber in den richtigen Momenten sich durchaus seiner selbst bewusst. Er hat keine Probleme damit Anderen die Stirn zu bieten, wenn es notwendig wird. Ein Inspector, der mir sehr imponiert hat.

Gewöhnen musste ich mich daran, dass der Autor an der einen oder anderen Stelle den Leser nicht sofort, oder gar nicht ins Bild setzt. Beispiel (S. 118): “Erzählen Sie meiner Frau von der Episode mit der Reitgerte. Elizabeth Badby wiederholte die Geschichte, von der ihr der Hausmeister des Instituts, Bart Stibbon, berichtet hatte.” Wir erfahren nur leider nicht, was diese Geschichte ist. Sicher ist sie für den Fortgang des Falls nicht von großer Bedeutung, aber irgendwie hat das für mich was von “den Leser neugierig machen und dann aber im Regen stehen lassen”. Das hat mir nicht ganz so gut gefallen. Nachtrag: Asche über mein Haupt. Moni (Kommentar siehe unten) hat mich gerade auf die besagte Szene auf S. 33 hingewiesen. Das habe ich komplett nicht miteinander in Zusammenhang gebracht. Ich hätte also eigentlich schon Bescheid wissen müssen, als ich auf S. 118 ankam. Ups und sorry!

Gut gefallen hat mir wiederum, dass ich sehr viele Informationen über das Leben in Großbritannien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten habe. Ich habe bereits vorher gelesen, dass der Autor sehr akribisch recherchiert, so dass ich davon ausgehe, dass die Fakten, die ich erhalten habe auch so stimmen. Der Schreibstil, unaufgeregt und bildhaft, sorgte dafür, dass ich das Gefühl hatte, mit Charles und Vicky Norcott am Kaffeetisch zu sitzen und den Fall zu besprechen. Mitten drin, statt nur dabei.

Insgesamt habe ich mich aber sehr gut unterhalten gefühlt und vor allem hat mir gefallen, dass ich das Gefühl hatte, in das Oxford im Jahr 1947 wirklich einzutauchen. Interessante historische Fakten gepaart mit spannenden Ermittlungen und sympathischen Charakteren geben ein rundes Bild. Von mir bekommt der 2. Band der Reihe um Inspector Norcott 4 Federn. Auf jeden Fall sehr lesenswert.

Als nächstes werde ich mir nun Band 1 vorknöpfen, bevor demnächst Band 3 erscheint.

Eine weitere Rezension findet ihr bei:
Bella´s Wonderworld – 4,5 Sterne

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