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[Rezension] Selbstvertrauen gewinnen – Susan Jeffers

Geposted am 17. Oktober 2018 um 15:03

Rezension, Kösel Verlag, Susan Jeffers, Verlagsgruppe Random House

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Titel: Selbstvertrauen gewinnen – Die Angst vor der Angst verlieren
Reihe: Einzelband
Autorin: Susan Jeffers
Verlag: Kösel
Erscheinungsjahr: 1992 (18. aktualisierte Ausgabe 2017)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 224

Meine Wertung:  4 Federn

Klappentext:

Die Psychologin Susan Jeffers entwickelt in diesem Buch ein leicht umzusetzendes Programm, mit dem jeder seine Angst zulassen und Selbstvertrauen gewinnen kann.

Angst ist etwas ganz Alltägliches. Wohl jeder kennt sie: als Angst vor beruflichen Anforderungen, vor dem Verlust des Partners, vor Entscheidungen, vor einer bestimmten Begegnung oder auch in Form von Nervosität. Zum Problem wird sie, wenn wir uns von ihr blockieren lassen, weil wir Angst vor der Angst haben.

Susan Jeffers sieht die Wurzel für diese alltägliche Angst vor allem in mangelndem Selbstvertrauen. Sie zeigt, wie wir das Selbstbewusstsein steigern und zu mehr Offenheit, Vertrauen und Lebensfreude gelangen können.

Rezension:

Sicher ist dieses Buch nicht für jeden das Richtige, aber für mich passte es wie die Faust aufs Auge, wie man so schön sagt. Ich habe mich in Vielem, über das die Autorin schreibt, wiedererkannt. Die Angst vor der Angst, die Angst, mit Situationen nicht fertig zu werden. Genau das ist es, was mich oft von Dingen abhält. Tja… das haben wir nun relativ schnell erkannt, aber was rät Susan Jeffers mir, dieses Problem anzugehen?

Susan Jeffers gibt Tipps und Praxisbeispiele, wie man es schafft, seine Ängste anzugehen. Sie zeigt aber auch auf, dass es durchaus Auswirkungen aufs Umfeld haben kann, wenn man plötzlich nicht mehr so reagiert, wie es das Umfeld erwartet. Das ist der Preis dafür, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dem einen oder anderen mag der Preis zu hoch erscheinen, aber letzten Endes werden die Menschen, die einen wirklich lieben, sich den Neuerungen anpassen und auf den Rest kann man dann wohl auch verzichten.

Eine Aussage ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:
Ich habe nicht versagt, weil ich es nicht schaffe…
Es ist eine Glanzleistung, weil ich es versucht habe.
S. 122

Das sollte man sich, ich mir, viel öfter sagen. Bestes Beispiel ist das LitCampHH. Ich fühlte mich von den fremden Menschen etwas überfordert, habe von den Bloggern, mit denen ich gerne reden wollte, nur mit Janna von KaJas-BlogBuch gesprochen, weil ich mich wieder nicht getraut habe, sie anzusprechen bzw, nicht wusste, was ich sagen soll. Habe ich versagt? Ja, ich hatte nach dem LitCampHH durchaus das Gefühl. Dann, durch das Lesen dieses Buches habe ich mir überlegt, ob das wirklich so ist: NEIN! Ich war in Hamburg, obwohl ich schon davor Bammel hatte überhaupt dorthin zu gehen. Dann habe ich mich in einem Raum mit 130 Leuten vorgestellt (das hat mir große Angst gemacht) und ich habe Lisa von Lisas Bücherleben neu kennengelernt. Ich habe es versucht, Einiges geschafft und Anderes nicht. Eine Glanzleistung!

An der einen oder anderen Stelle macht es sich die Autorin aus meiner Sicht zu einfach. Geht es nach Susan Jeffers ist es für jeden recht einfach möglich, mit wenigen ausgesuchten Übungen, seine Ängste zu überwinden. So einfach ist es dann wohl für die Meisten von uns doch nicht. Aber sie gibt dem Leser viele interessante Denkansätze an die Hand, die durchaus einer näheren Betrachtung wert sind.

Aus meiner Sicht macht einem das Buch vor allem klar, dass man die Situationen, die einem Angst machen, hinterfragen sollte. Was macht einem Angst und warum? Ist die Angst rational? Angst zu haben von einer Klippe zu springen, wenn man nicht weiß, was unter der Wasseroberfläche ist, ist durchaus lebensnotwendig. Angst vor alltäglichen Situationen zu haben, nicht zwangsläufig. Ist es die Angst zu versagen? Die Angst, dass man sich blamiert? Sollte dies wirklich passieren, welche Auswirkungen hat das auf mein Leben? Wäre die Auswirkung wirklich so dramatisch, wie man es sich in seinem Kopf vorstellt, oder bauscht die innere Angst nicht die Situation unnötig auf? Vielleicht geht Plan A schief, aber wäre Plan B so viel schlechter? Es gibt immer einen anderen Weg, den man gehen kann, wenn der erste Versucht scheitert.

Ich möchte schon seit Jahren gerne zur LoverLetter Convention nach Berlin. Jedes Jahr hat mein Gehirn eine andere Ausrede gefunden, warum ich dort nicht hin kann. Ich habe Angst. Vor allem habe ich Angst, dass ich dort mit niemandem in Kontakt komme und zwei Tage allein dort herumlaufen muss. Nach der Lektüre dieses Ratgebers habe ich jetzt für 2019 mein Ticket und mein Hotel gebucht. Vielleicht wird es so sein, dass ich mit niemandem ins Gespräch komme, vielleicht aber auch nicht, schließlich haben wir alle dieselben Interessen. Das Buch hat mir klar gemacht: Lass deine Ängste dem, was du gerne machen möchtest, nicht im Weg stehen. Ich arbeite ab sofort daran.

Von mir gibt es 4 Federn für diesen Ratgeber, der viele Denkanstöße gibt. An sich arbeiten muss man leider selbst, egal, wieviele Ratgeber man liest.

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