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[Rezension] Sehnsucht nach St. Kilda – Isabel Morland

Geposted am 1. November 2019 um 13:30

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Titel: Sehnsucht nach St. Kilda
Reihe: Hebriden-Romane; Band 3
Autorin: Isabel Moreland
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 2019
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 391

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Als die 83-jährige Annie McViccar am Strand einen Sluagh sieht – einen Vogelschwarm, der nach altem Glauben aus den Seelen Verstorbener besteht –, weiß sie, dass es an der Zeit ist, einen Schwur einzulösen. Denn vor beinahe 90 Jahren – am Tag der Evakuierung St. Kildas, als sie ihre Heimat für immer verlassen mussten – hat sie einem Jungen ein Versprechen gegeben …

Wenig später erreicht Annie eine Nachricht ihrer Enkelin Rachel: Nach drei schweren Schicksalsschlägen bittet Rachel darum, mit ihrem Sohn Sam zu Annie ziehen zu dürfen. Sam ist fasziniert von seiner Urgroßmutter und will alles über das Leben auf St. Kilda wissen. Für Rachel dagegen ist die Insel nur ein abweisender Fels im Meer, der nur noch von Vögeln bewohnt wird.
Bis Annie ihr für einige Wochen einen Job bei der Verwaltung St. Kildas besorgt. Zusammen mit einigen Helfern soll Rachel für den National Trust Gebäude instandsetzen. Nach und nach nehmen die schroffe Schönheit der Insel und ihre bewegende Geschichte Rachels Herz gefangen. Und sie ist nicht die Einzige, die in den hellen Nächten keinen Schlaf findet und dem Lied St. Kildas lauscht: Da ist auch noch der weltbekannte Fotograf Ailic, der hinter seiner Maske einen tiefen Schmerz verbirgt …

Rezension:

Ein mal aufgeschlagen kann man dieses Buch fast nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte ist unglaublich bildgewaltig und emotional und hat mir total gut gefallen.

Probleme hatte ich am Anfang mit der Protagonistin, Rachel. Sie ist extrem kontrollierend und ich fand sie gegenüber ihrem Sohn Sam schon fast ein bisschen zu streng. Angekommen auf St. Kilda ändert sich Rachels Verhalten aber nach und nach und am Ende fand ich sie wirklich sympathisch.

Annie, Rachels Großmutter hat mir von Anfang an gut gefallen. Bereits über 80 Jahre alt, betreibt sie noch immer ein kleines Cafe und lässt sich nicht unterkriegen. Sie ist unglaublich zäh, manchmal ein bisschen stur, aber sehr liebenswert. Ihr hartes Leben auf St. Kilda hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es den Bewohnern gefallen ist, die Evakuierung durchzuziehen. Nachdem sie in einer so unglaublich tollen Gemeinschaft gelebt haben, war es für alle hart auf dem Festland Fuß zu fassen, wo sich die Menschen nicht so umeinander kümmern und sich alles nur um Geld dreht.

Die Teilnehmer des NTS-Workshops, mit denen Rachel ihre Zeit auf St. Kilda verbringt sind ebenso spannende Figuren. jede mit ihren Eigenheiten, die die Würze ausmachen. Allen voran Cynthia mit ihrer netten Art, oder Chloe, die immer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist. Und dann ist da natürlich noch Ailic, der unnahbare, aber auf Rachel verflucht anziehend wirkende Mann. Bei ihm merkt man auch sehr schnell, dass er seine Päckchen mit sich herum zu tragen hat, aber erst spät wird sein Hintergrund aufgedeckt.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Wir begleiten Rachel im Heute und ihre Großmutter Annie sowohl heute, als auch in den 30er Jahren auf der kargen Insel im Atlantik namens St. Kilda. Ich bin oft von Büchern mit Rückblenden nicht so begeistert, weil sie die Geschichte zerreißen. Hier muss ich sagen, dass es mir gut gefallen hat. Die Rückblicke fügten sich sehr gut ins aktuelle Geschehen ein und waren super spannend.

Die Liebesgeschichte ist ansprechend geschrieben und nimmt nicht so viel Raum ein, dass sie das Wesentliche überlagert. Für mich ist das Wesentliche hier, wie Menschen es schaffen, wieder zu sich und ihrem Leben zu finden, Hürden zu überwinden und Gemeinschaft zu erfahren. Die Liebesgeschichte rundet diese Erfahrungen sehr schön ab.

Natürlich hat mich das Ende zu Tränen gerührt, wie könnte es anders sein. Ich finde, dass die Autorin vor allem für Annie einen wirklich runden, sehr emotionalen Abschluss ihrer Geschichte gefunden hat.

Der Schreibstil von Isabel Moreland ist, wie oben schon geschrieben, extrem bildgewaltig. Ich konnte mir die Insel, deren Bewohner und sogar das Wetter total bildlich vorstellen. Sie schriebt unglaublich beeindruckend und treibt die Geschichte mal langsamer und mal schneller vorwärts.

Von mir bekommt dieser Roman, der auf einer kleinen, kargen Insel Schottlands spielt, gerne 5 Federn und eine Leseempfehlung. Zwei Zeiten und zwei Leben, so unterschiedlich und doch so änhlich.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Ostseebücherjunkie

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