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[Rezension] Projekt Orphan – Gregg Hurwitz

Geposted am 4. Oktober 2017 um 18:44

Titel: Projekt Orphan
Reihe: Evan Smoak; Band 2
Autor: Gregg Hurwitz
Verlag: Harper Collins
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 416

Meine Wertung: 3 Federn

Klappentext:

Evan Smoak ist der „Nowhere Man“. Ein geflüsterter Name unter Kriminellen, den manche für einen Spuk halten. Er hilft denen, die keinen Ausweg mehr haben. Dies ist seine Art sich seine Menschlichkeit zu erhalten, nachdem er jahrelang unter dem Decknamen „Orphan X“ im geheimen Auftrag der US-Regierung getötet hat. Während er einer Jugendlichen hilft, den Fängen eines Mädchenhändlerrings zu entkommen, wird er überwältigt und entführt. Jetzt muss Evan all sein Können aufbringen, um sich selber zu befreien, bevor es zu spät ist … Denn es gilt weiterhin sein 10. Gebot: Lasse niemals einen Unschuldigen sterben.

Rezension:

Wer mag, kann gerne nochmal meine Rezension zum ersten Band lesen. Ich war begeistert.

Band 2 startet gleich wieder extrem spannend. Wir werden sofort an die Seite von Orphan X geworfen und befinden uns mitten im ersten Fall. Aber dann… Irgendwie passte fast von Anfang an alles nicht so richtig für mich. Evan, oder Orphan X, wird gefangen genommen (kein Spoiler, steht schon im Klappentext).

Nur, wieso ist er so unbedacht und dämlich, sich gefangen nehmen zu lassen? Er, der im ersten Band gefühlt über Superkräfte verfügt. Mein Superheld bekam irgendwie seinen ersten Kratzer. Die meiste Zeit des Buches über versucht Evan sich aus den Fängen der Entführer zu befreien, was ihm immer wieder misslingt. Einerseits soll es wohl Spannung erzeugen, dass auch unser Superheld eben nicht unverletzbar ist, andererseits wurde mir das irgendwann zu viel. Irgendwann hätte die Flucht definitiv gelingen müssen um mich bei Laune zu halten.

Im Gegensatz zum ersten Band ist dieser Teil extrem gewaltbehaftet. Gut, wir haben hier einen Thriller vor uns und auch Band 1 war kein Zuckerchlecken. Hier war es mir aber zu viel. Zu viel Schmerz, zu viel Ekel, einfach zu viel von allem.

Wir erfahren im zweiten Band einiges über Evans Vergangenheit, über seine Jugend und Ausbildung im Projekt Orphan, aber auch über den Vorfall mit Jack im Parkhaus. Ja, das war nicht uninteressant, aber stand dann wieder im krassen Gegensatz zu den sehr gewaltbehafteten Szenen und wirkte ein bisschen deplaziert. Am Ende wird aber aufgelöst, warum diese Rückblenden wichtig waren. Passt doch ganz gut in die Geschichte.

Rene, als der Böse in der Geschichte war mir dann irgendwie nicht gut genug ausgearbeitet. Er wirkt eindimensional und blass. Seine Motive werden zwar deutlich, aber irgendwie ist er in seiner Geldgier und seiner Suche nach ewiger Jugend auch ein bisschen langweilig. Ein würdiger Gegner für Orphan X ist er eigentlich nicht, kann sich aber durch dein Geld ausreichend Unterstützung einkaufen, um Evan im Schach zu halten.

Insgesamt ist die Idee, Evan auch verletzlich und nicht als Superheld zu zeigen, gar nicht so schlecht. Die Umsetzung hat mir leider nicht zugesagt, da er vom Superheld zu jemandem mutiert ist, der sich nicht wirklich helfen kann, immer wieder mit sich hadert und dann aber trotzdem sehr brutal zu Werke geht. In einigen Szenen blitzt der alte Evan Smoke hervor und ich hätte mir mehr davon gewünscht. Ein Mensch, der in einem geheimen Regierungsprogramm ausgebildet wurde, jetzt aber auf der Seite der Hilflosen steht. Ein Mensch, der sich zu helfen weiß und mit Köpfchen auch verfahrene Situationen lösen kann. Dabei hat er auch in Band 1 durchaus zu Gewalt gegriffen, um den Unschuldigen zu helfen, aber er war dabei deutlich weniger brutal zugange. Und meiner Ansicht nach steht Evan weder das Eine, noch das Andere gut zu Gesicht. Statt sich dem Leser auch verletzlich zu zeigen und so noch mehr Sympathien zu erhalten, hat er bei mir einige Sympathien verspielt.

Zum Ende hin findet er zumindest halbwegs zu dem zurück, was er uns in Band 1 gezeigt hat. Die letzten Seiten haben mir definitiv am Besten gefallen.

Ich hoffe, dass Evan sich in Band 3 wieder fangen kann und dem Leser wieder mehr bietet, als Selbstzweifel und Gewalt. Von mir gibt es ganz knapp 3 Federn für die gute Idee, deren Umsetzung mich nicht überzeugen konnte. Ich mag Evan aber nach wie vor uns werde an der Reihe auf jeden Fall dranbleiben.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Weltenwanderer
Nisnis Bücherliebe
Leserattenhöhle

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