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[Rezension] No Return – Geheime Gefühle – Jennifer Wolf

Geposted am 13. Juni 2017 um 14:19

Jennifer Wolf, Rezension, Carlsen Impress

Titel: Geheime Gefühle
Reihe: No Return; Band 1
Autorin: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen Impress
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: ebook
Seitenanzahl: 208

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Sie sind die angesagtesten Jungs der gesamten Vereinigten Staaten. Wo auch immer sich die Boyband WrongTurn hinbewegt, folgen ihnen Mädchenkreischen, Liebesbotschaften und nicht selten sogar Heiratsanträge. Teil einer solchen Band zu sein, ist nicht immer leicht, aber das ist es nicht, was den 19-jährigen Songwriter Tony in letzter Zeit aus der Bahn wirft. Denn Tony ist verliebt. In einen Jungen. Und niemand auf der Welt darf es erfahren. Nicht seine Fans, nicht die strenge Bandmanagerin oder die ihnen auf Schritt und Tritt folgenden Reporter und schon gar nicht seine erzkatholischen Eltern. Aber vor allem nicht sein bester Freund und Bandleader Andrew…

Rezension:

Was hat die Autorin (oder der Verlag?) uns da angetan? Bis August sollen wir warten, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht? Geht gar nicht!!! 😉

Ich bin wirklich geflasht von der Geschichte. Ich wollte nur kurz noch ein paar Seiten lesen, bevor ich schlafe. Tja… 3 Stunden und 20 Minuten später ist es kurz nach Mitternacht und ich bin durch mit dem Buch. Ich war nicht in der Lage, es aus der Hand zu legen.

Jennifer Wolf gelingt es meisterlich, die widerstreitenden Gefühle der Protagonisten einzufangen und dem Leser nahe zu bringen. Mehr als einmal war ich den Tränen nahe und ein Mal liefen die Augen dann auch über (die Szene in der Abstellkammer, wer das Buch liest, weiß, was ich meine). Sie beleuchtet das Thema Homosexualität, und sich als junger Mensch dazu zu bekennen, sehr behutsam von allen Seiten, auch wenn es gerade Tony ab und an hart trifft, was er zu hören bekommt.

Daneben ist natürlich aber auch das Leben im Showbizz sehr spannend dargestellt und weiß zu unterhalten. Interviews, Konzerte, Autogrammstunden. Das alles müssen die Jungs von WrongTurn meistern, egal, ob sie gerade völlig verschlafen aus einem Flugzeug gestiegen sind, oder die Konzerthalle am Abend vorher wegen einer Bombendrohung geräumt wurde. Professionalität ist das oberste Gebot, auch wenn die Jungs zum Glück jung genug sind, um sich nicht immer professionell zu verhalten. Es macht Spaß, an ihrer Seite zu sein und die Scherze mitzuerleben, die sie untereinander machen.

Drew war derjenige der beiden Protagonisten, der mir besser gefallen hat. Er ist sehr körperlich in seinen Aktionen, rückt Tony aber nicht unangenehm auf die Pelle. Er ist sehr liebevoll im Umgang mit seinem besten Freund und man spürt, aufgrund des wunderbaren Schreibstils, einfach diese Nähe zwischen den beiden Jungs.

Tony hadert, auch bedingt durch seine Erziehung, viel mehr mit sich selbst und mit der gesamten Situation. Was mir nicht so richtig einleuchtet ist, dass seine extrem religiösen Eltern ihn überhaupt mit einer Pop-/Rockband haben ziehen lassen. Das passt für mich nicht so ganz zusammen. Hätte er aber nicht so religiöse Eltern, dann wäre ein Großteil der Story flöten gegangen. Es musste also irgendwie einfach so sein. Tony hat es wirklich extrem schwer mit sich selbst klar zu kommen. Jennifer Wolf gelingt es wunderbar, die innere Zerrissenheit Tonys darzustellen. Man kauft ihm jede Zeile, die er sagt und denkt ab. Ich muss allerdings schon gestehen, dass er mir irgendwann anfing, ein bisschen auf die Nerven zu gehen. So naiv kann man nun auch wieder nicht sein. Selbst ein Tony nicht. Hier hätte ich mir irgendwie ein bisschen früher etwas mehr Einsicht oder zumindest leises Erkennen gewünscht.

Auch die Nebencharaktere, allen voran Shane, Ben und Cassie sind sehr bildhaft gezeichnet. Sie sind für die Geschichte wichtig und sie kommen definitiv nicht zu kurz. Sie alle konnte ich mir gut vorstellen und sie alle haben ihre kleinen Eigenheiten, die sie besonders und einzigartig machen. Cassie war mir von Beginn an unsympathisch, wohingegen Ben, der Security-Mann fast ein bisschen, wie Tonys Vater daher kam. Ich hätte mir eventuell gewünscht, dass Tony sich ihm anvertrauen kann. Cassies umgang mit „Anton“ fand ich völlig daneben. Sie benimmt sich unmöglich, macht den Jungs noch zusätzlichen Druck. Die ist nur auf das Geld und den Erfolg aus und hat überhaupt kein Herz. Furchtbare Frau!

Von mir gibt es 4 Federn, weil mir Tony irgendwann ein bisschen anfing auf die Nerven zu gehen und damit der Roman für mich fast anfing zu kippen. Mit dem extrem fiesen Cliffhanger hat Jennifer Wolf mich dann aber wieder total eingefangen. Ich weiß nicht, wie ich es bis zum zweiten und letzten Band der Reihe aushalten soll.

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