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[Rezension] Miss Gladys und ihr Astronaut – David M. Barnett

Geposted am 12. Juni 2018 um 10:25

Ullstein Buchverlage, Rezension, David M. Barnett

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Titel: Miss Gladys und ihr Astronaut
Reihe: Einzelband
Autor: David M. Barnett
Verlag: Ullstein Buchverlage
Erscheinungsjahr: 2018
Einband: ebook
Seitenanzahl: 378

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Die gute Miss Gladys kann sich nicht mehr alles merken, aber dieser Telefonanruf ist unvergesslich: Der Astronaut Thomas Major ist am Apparat, gerade auf dem Weg zum Mars. Er hat sich natürlich verwählt und will am liebsten gleich wieder auflegen. Aber Miss Gladys und ihre Enkel brauchen seine Hilfe. Zögerlich und leise fluchend wird der Mann im All zum Helfer in der Not. Tausende von Kilometern entfernt, führt er die drei auf seine ganz eigene Art durch schwere Zeiten, denn Familie Ormerod droht ihr Zuhause zu verlieren. Miss Gladys und ihr Astronaut brauchen einen galaktisch guten Plan …

Rezension:

Ich gestehe, dass ich etwas Startschwierigkeiten mit diesem Buch hatte. Da ich aber schon begeisterte Rezensionen gelesen hatte, wollte ich gerne dran bleiben und habe es mitgenommen, um eine Wartezeit zu überbrücken. Und, was soll ich sagen? Plötzlich flutschte es. Die Geschichte ist nicht spannend im Sinne von aufregend, aber sie ist spannend, weil man sehr schnell wissen möchte, wie diese für Gladys, Ellie und James endet.

Wir erleben die Geschichte aus mehreren Perspektiven (überwiegend Thomas und Ellies Perspektive; aber auch aus Claudias Sicht erleben wir einen Teil der Geschichte) und zu mehreren Zeiten. Durch die zeitlichen Rückblenden lernen wir sehr viel über Thomas und seine Lebensgeschichte. Dieses Wissen macht es einfacher, sein Verhalten im Hier und Jetzt einzuordnen.

Gladys tat mir wirklich leid. Ich kenne es aus dem persönlichen Umfeld, wenn eine Frau plötzlich anfängt dement zu werden. In dieser Geschichte ist dies nochmal deutlich dramatischer, denn Gladys musste die Verantwortung für zwei Kinder übernehmen. Eigentlich ist sie aber, wenn man es realistisch betrachtet, nicht mehr in der Lage, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Dabei hat sie aber immer wieder auch ihre lichten Momente, wie es zu Beginn der Demenz normal ist. Sie ist sehr bemüht, den Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen, scheitert aber immer wieder daran.

Durch Gladys Krankheit muss die 15-jährige Ellie viel zu schnell erwachsen werden. Mit drei Jobs hält sie, neben der Schule, die Familie über Wasser. Sie versucht zu regeln, was zu regeln ist, stößt hierbei aber als Teenager doch immer wieder an ihre Grenzen. Ellie hat mir insgesamt sehr gefallen. Sie ist weder altklug, noch zu erwachsen dargestellt, sondern sie versucht das, was ihrem kindlichen Ich möglich ist.

James ist derjenige, der mit der ganzen Situation eher trotzig umgeht. Auch bei ihm hatte ich das Gefühl, dass es dem Autor sehr gut gelungen ist, in das Seelenleben eines 10jährigen einzutauchen und ihn authentisch darzustellen.

Astronaut Thomas Major, ein ganz schwieriger Charakter. Man hat das Gefühl, dass er eine Wut auf alles und jeden hat. Eher zufällig in die Mars-Mission reingerutscht kommt es ihm gelegen, von der Erde abhauen zu können. Dass ihm da plötzlich eine senile alte Dame und zwei Kinder an den Fersen hängen, das passt ihm ganz und gar nicht. Wie gesagt, erfahren wir aber mehr über seinen Hintergrund und bei aller Grummeligkeit, die er so ausstrahlt, bekommt der Leser doch einige Sympathie für ihn. Er lernt durch den Kontakt, vor allem zu James, definitiv auch einiges über sich selbst dazu.

Auch die Nebenfiguren, wie Claudia (die PR-Dame der British Space Agency) oder Delil (ein Klassenkameras von Ellie) sind sehr gut ausgearbeitet, so dass man sie sich gut vorstellen kann. Beide Figuren bekommen ihre eigene Geschichte, die die Handlung stark vorantreibt. Sie sind sozusagen die beiden guten oder weniger guten Geister im Hintergrund, die die Geschichte ebenso weitertragen wie die Hauptfiguren.

Insgesamt ist die Geschichte sehr schön erzählt. Wie gesagt, ist sie nicht besonders aufregend, aber sie berührt. Es geht darum, im Leben nicht aufzugeben, Hilfe zu geben und Hilfe anzunehmen, wenn es notwendig ist und für sich einzustehen. Außerdem nimmt man aus diesem Buch die Botschaft mit (oder man kann sie mitnehmen, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen), dass jeder Mensch auf dieser Welt seinen Platz hat, dass er für irgendetwas oder irgendjemanden wichtig ist und gebraucht wird.

Der Schreibstil von David M. Barnett ist leicht und eingängig, einem Roman für Erwachsene angemessen. Er hat mich durch die Seiten gezogen.

Von mir gibt es für diesen Roman, der von Zusammenhalt, Hoffnung und Freundschaft erzählt, 4 Federn.

Das Buch wurde mir über NetGalley zur Verfügung gestellt.

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