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[Rezension] Die Goldene (1): Gefangen im System – Jella Benks

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Titel: Gefangen im System
Reihe: Die Goldene; Band 1
Autorin: Jella Benks
Verlag: Selfpublishing
Erscheinungsjahr: 2021
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 307
Meine Wertung: 3 Sterne

Klappentext:

Das System kennt deinen Platz. Doch was, wenn du dich an der Seite des falschen Mannes wiederfindest?

 Anziehung ist gefährlich, Liebe nur Illusion und einzig das System weiß, wer zusammengehört. Darauf vertraut auch Liah, bis sie ausgerechnet Arjan – dem zukünftigen Präsidenten – als Partnerin zugeteilt wird, einem Mann, den sie verachtet.

Während sie sich in ihre vorbestimmte Rolle zwingt, zieht sie der geheimnisvolle Zayne in seinen Bann und bringt ihre Loyalität ins Schwanken. Gefangen in einem Strudel aus Rache, Verrat und düsteren Geheimnissen, muss Liah herausfinden, wer sich irrt.

Das unfehlbare System oder ihr Herz?

Rezension:

„Die Goldene – Gefangen im System“ ist der erste Band der vierteiligen Reihe von Jella Benks. Im Mittelpunkt stehen Liah, eine Goldene, und Arjan, der Sohn des Präsidenten, natürlich ebenfalls ein Goldener.

Arjan war mir von Anfang an unglaublich unsympathisch. Er ist machtbesessen und egoistisch und betrachtet Liah – genau wie alle Goldenen Frauen – eigentlich nur als Anhängsel. Sie sollen still sein, gut aussehen und ihrem zukünftigen Partner gefallen. Und genau dazu wurde auch Liah von ihren Eltern erzogen. Ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen spielen überhaupt keine Rolle. Sie wurde im Grunde nur geboren, um dem Sohn des Präsidenten eine gute Gefährtin zu sein. Auch ihre Eltern waren mir deshalb von der ersten bis zur letzten Seite ausgesprochen unsympathisch.

Dann taucht natürlich noch der geheimnisvolle und gutaussehende Fremde Zayne auf. Lange bleibt die Frage offen, wer oder was er eigentlich ist. Dennoch bringt er das gewisse Etwas in die Geschichte, denn er sieht Liah als das, was sie ist … ein Mensch mit Gefühlen und Bedürfnissen. Die beiden verbindet schnell eine gute Freundschaft und sicher auch ein bisschen mehr. Trotzdem spielt auch er nicht mit offenen Karten.

Letzten Endes muss man leider sagen, dass keine der Figuren wirklich Tiefe hat. Der Leser erfährt nicht, was sie antreibt oder was sie bewegt. Am ehesten blitzt dies noch bei Zayne durch. Arjan ist einfach nur grausam und total langweilig. Liah wird so an der kurzen Leine gehalten, dass auch bei ihr nicht wirklich Potenzial vorhanden ist, dem Leser etwas von ihr zu zeigen.

Besonders die Welt, in der die Geschichte spielt, hätte für meinen Geschmack wesentlich ausführlicher beschrieben werden müssen. Man erfährt eigentlich immer nur so viel, wie gerade für die Handlung notwendig ist. Manches Mal hatte ich sogar das Gefühl, dass die Autorin ihre eigene Welt selbst noch nicht so richtig kennt und sie deshalb auch dem Leser nicht wirklich näherbringen kann.

Was klar ist, ist, dass Gefühle keine Rolle mehr spielen. Das System verbindet die Paare anhand eines Fragebogens zu den perfekten Paaren.

Ich hätte gerne mehr darüber erfahren, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass die Gesellschaft in Goldene, Silberne und Bronzene unterteilt wurde. Auch die Stellung der Frauen bleibt für mich ziemlich undurchsichtig. Warum haben die Goldenen Frauen scheinbar keine andere Aufgabe, als gut auszusehen und ihren Männern zu gefallen? Liah kann lesen, also scheint es zumindest eine Art Schulbildung für Mädchen zu geben. Aber wie dieses gesamte System entstanden ist und warum es genau so funktioniert, wird kaum erklärt.

Ebenso erfährt man nichts darüber, wie es zu der Einteilung kommt. Wie landet man bei den Goldenen, Silbernen oder Bronzenen? Einzig, dass man, wenn man als Goldene in Ungnade fällt, zur Bronzenen werden kann, erfahren wir ganz am Rande. Was aber genau dazu geführt hat, dass eine sehr gute Freundin von Liah zu einer Bronzenen wurde, bleibt im Dunkeln.

Trotz meiner Kritik hat mich die Geschichte gut unterhalten und ich bin neugierig, wie es mit Liah, Zayne und Arjan weitergeht. Der Schreibstil liest sich flüssig und ist wirklich einnehmend. Das Buch insgesamt ist kurzweilig. Trotzdem fehlt mir einiges, um das Buch zu einem richtig guten Buch zu machen – vor allem Tiefgang.

Vielleicht bekommt die Welt im nächsten Band noch etwas mehr Tiefe.

Von mir gibt es 3 Sterne.

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