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[Rezension] Don´t kiss Ray – Susanne Mischke

Geposted am 13. Mai 2017 um 9:00

Susanne Mischke, dtv Junior, Rezension

Titel: Don´t kiss Ray
Reihe: Einzelband
Autor: Susanne Mischke
Verlag: dtv Junior
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 316

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Am Waffelstand eines Musikfestivals lernen Jill und Ray sich kennen und zwischen ihnen funkt es sofort. Leider fällt das verabredete Date einem Gewittersturm zum Opfer und Jill stellt sich darauf ein, dass sie Ray nie wiedersehen wird – nur um später, beim Konzert der Nachwuchsband „Broken Biscuits“, aus allen Wolken zu fallen: Der Leadsänger der Band, dessen Poster (nicht nur) die Wand ihrer besten Freundin schmückt, ist kein anderer als Ray! Und damit nicht genug: „Hallo, Mädchen mit der Puderzuckernase, falls du da bist … Tut mir leid, dass es vorhin nicht geklappt hat. Versuchen wir es morgen noch mal?“, ruft er ins Publikum. Und handelt sich und Jill ungeahnte Probleme ein: Nicht nur, weil Ray laut Vertrag keine Freundin haben darf, sondern vor allem, weil ein fanatischer Fan die beiden fotografiert hat und im Netz eine wahre Hetzjagd lostritt. Jill und Ray müssen sich trennen, bevor ihre Beziehung richtig begonnen hat, doch vergessen können sie sich nicht …

Rezension:

Ich muss hier ein bisschen differenzieren, wenn ich diese Rezension schreibe. Als erwachsener, auf die 40 Jahre zugehender Mensch, schüttelt man wirklich immer wieder den Kopf und denkt: „Kinder, nun verhaltet euch doch mal nicht so kindisch.“ Dann aber habe ich mir überlegt, wie waren wir eigentlich in dem Alter? Jill ist 16, Ray ist 18 Jahre alt. Okay, Perspektive gerade gerückt und ich muss sagen: ich finde das Buch sehr authentisch.

Jill ist ein typisches 16jähriges Mädchen. Sie will einfach nur mit ihren Freunden auf ein Festival gehen und verliebt sich dort Hals über Kopf in den Sänger einer Newcomer-Boyband. Wie es der Teufel will, erkennt sie natürlich nicht, wer da vor ihr steht und eins kommt zum anderen. Es bricht ein wahrer Shitstorm über das Mädchen herein. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch in der Realität so ablaufen könnte. Hardcore-Fans, wie wir sie von Take That und anderen Boybands kennen (ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, wer heute angesagt ist, so dass ich keine aktuellen Bands hier nennen könnte), sind schon zum Teil sehr verrückt. Sie machen von einem zum anderen Tag Jill das Leben zur Hölle und altersentsprechend weiß sie nicht wirklich, wie sie mit der ganzen Situation klarkommen soll.

Ray fand ich ebenso sehr authentisch. Er ist 18 Jahre alt und eigentlich auch total überfordert. Dabei begeht er leider einen Fehler nach dem anderen, verletzt Jill tief. Ich hätte ihn gerne an einigen Stellen geschüttelt und ihm den Kopf zurecht gerückt. Aber, letzten Endes, muss man auch hier sagen: Mit 18 Jahren ist man nicht automatisch erwachsen und weiß in jeder Situation, wie man sich verhalten sollte. Dafür, um ihm dies beizubringen hat er ja jemanden an seiner Seite:.. Rays Mutter: Sie ist es, die ihm den Kopf zurecht rückt, aber ihn dabei immer unterstützt. Ihr Verhalten fand ich ganz großartig.

Jills Freundinnen gegenüber bin ich sehr zwiegespalten. Für mich sind das keine wirklichen Freundinnen. Mich hat es etwas verwundert, wie die Geschichte sich entwickelt. Ich finde es sehr großmütig von Jill, den drei Mädchen zu vergeben. Ich weiß nicht, ob ich diese Größe besessen hätte.

Das Buch setzt sich, na klar, mit der ersten großen Liebe, die hier nicht einfach zu leben ist, auseinander, aber vor allem geht es auch um Cybermobbing, bzw. Mobbing in der Schule und um Freundschaften. Leider kann sich Jill in der sehr schweren Zeit, die sie durchmachen muss, nicht auf ihre Freundinnen verlassen. Sie neiden ihr das Glück, sie fühlen sich zurückgesetzt. Kennen wir das nicht alle, wenn wir uns zurück erinnern? Die erste Liebe und schwups hat man nur noch Augen für den Typen. Ich kann mich allerdings erinnern, dass meine Freundinnen sich mit mir gefreut haben. Jills Freundinnen reagieren leider ganz anders. Ich hätte mir, gerade in der Schule, gewünscht, dass die Erwachsenen Jill etwas mehr zur Seite stehen. Zuhause hat sie da durchaus Rückhalt von ihrer Mutter und deren Freund.

Einmal angefangen, kann man dieses Buch nicht aus der Hand legen. Die Geschichte ist spannend geschrieben, die Zickereien zwischen den Mädchen gehen ans Herz und auch für Jill und Ray wünscht man sich die ganze Zeit eine Lösung herbei. Zum Ende hin ging mir dann aber alles viel zu glatt, man merkte, dass eine Lösung her musste und die tauchte dann quasi wie aus dem Nichts auf. Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich habe. 30 Seiten mehr und ein bisschen Drama, und ich wäre vollends zufrieden gewesen.

Von mir gibt es 4 Federn und eine Leseempfehlung für junge Mädchen.

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