Gelesen 2024,  3 Sterne,  Rezensionen

[Rezension] R/N/A – Tödliche Sequenz

Rezension, Mikael Lundt, Thriller, Cover, Selfpublishing

Titel: R/N/A – Tödliche Sequenz
Reihe: Einzelband
Autor: Mikael Lundt
Verlag: Selfpublishing
Erscheinungsjahr: 2023
Einband: ebook
auch erhältlich als: Taschenbuch, Hardcover, Hörbuch
Seitenanzahl: 342
Meine Wertung: 3 Sterne

Klappentext:

Eine dramatische Häufung unerklärlicher Nebenwirkungen ruft die WHO-Expertin Dr. Laura Delille auf den Plan. Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und Tod greifen um sich. Erste Spuren führen zu einem neuartigen genbasierten Impfstoff. Doch als sich die Symptome weiter verschlimmern und auch Menschen erkranken, die nie damit geimpft wurden, wird klar: Hier geht es um mehr als krasse Nebenwirkungen.
Während Laura den rätselhaften Ursachen auf dem afrikanischen Kontinent nachspürt, heftet sich der Reporter Hugh Stevens an ihre Fersen. Seine Recherchen offenbaren: Es handelt sich weder um tragische Zufälle, noch um ein natürliches Phänomen, sondern um den skrupellosen Plan eines Pharmakonzerns. Besonders mysteriös: Von einem eindeutigen Erreger fehlt bisher jede Spur. Lauras Vorgesetzte bei der WHO scheinen ihr dagegen immer neue Steine in den Weg zu legen.
Bald schon finden sich Laura und Hugh inmitten eines finsteren Komplotts wieder und schweben selbst in Lebensgefahr. Während ihnen die Zeit davonläuft, breitet sich das Phänomen weltweit aus und bedroht bald Millionen. Steht die Welt am Beginn einer geplanten Pandemie, die sogar den Fortbestand der Spezies Mensch bedrohen könnte?

Rezension:

Insgesamt ist das Thema interessant und die Gesamtgeschichte konnte mich packen.

Protagonisten des Buches sind Laura Delille, eine Ärztin der WHO und Hugh Stevens, ein Reporter. Ihre Gegenspieler sind Christian Keller, Pharmaunternehmer und sein Handlanger, Kruger. Die Charaktere bleiben leider alle die gesamte Zeit über ein bisschen farblos. Sie haben wenig Tiefgang und man hat es schwer, sie wirklich zu verstehen. Vor allem über den Hintergrund Christian Kellers hätte ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht. Seine Motive werden erst sehr spät aufgedeckt, was einerseits den Spannungsbogen hält, es aber schwierig macht, zu verstehen, was eigentlich sein Ziel ist.

Die Geschichte folgt einem roten Faden und ist durchaus sehr spannend, da es mehr als ein Mal unsicher ist, ob die uns lieb gewordenen Figuren überleben werden. Der Autor lässt sich serhr viel Zeit damit aufzudecken, was eigentlich vor sich geht. Obwohl wir neben Laura und Hugh auch Christian Keller begleiten, bleibt lange unklar, was er da nun eigentlich entwickelt. Das machte die Sache spannend, weil der Leser eigentlich immer nur so viel wusste, wie Laura und Hugh.

Was der Thriller sehr gut aufzeigt, sind die Schattenseiten der Pharmaindustrie, und wie einfach es grundsätzlich ist, uns irgendwas über Medikamente zu verabreichen. Wer weiß denn, was wirklich in seiner Kopfschmerztablette, in der nächsten Impfung an Inhaltsstoffen enthalten ist? Niemand von uns auf jeden Fall. Wir können nur darauf vertrauen, dass unseren Medikamenten und Impfungen nichts beigemischt wird. In diesem Zusammenhang ist der Thriller schon ein bisschen gruselig.

Insgesamt fand ich aber, dass zu wenig von dem Drumherum erzählt wurde. Wir begleiten unsere Hauptfiguren sehr eng, so dass es für den Autor auch kaum eine Möglichkeit gab, mehr davon zu erzählen, was in der Welt gerade vor sich geht. Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt: Die gesamte Welt ist von einer Pandemie bedroht, bei der Menschen unfruchtbar werden, Fehlgeburten erleiden, selbst ins Koma fallen und sterben und es kommt keine Panik auf? Gereicht hätte mir schon, wenn eine der Figuren vielleicht mal den Fernseher oder das Radio eingeschaltet und Nachrichten geschaut hätte. Ein bisschen mehr von der Bevölkerung wäre einfach schön gewesen, um die Geschichte komplett rund zu machen.

Ebenso fragte ich mich, warum niemand die Polizei einschaltet, wenn z. B. Laura plötzlich von der Bildfläche verschwindet. Hat sie keine Familie, keine Freunde, die sie vermissen? Und auch Hugh kommt gar nicht auf die Idee, mal zur Polizei zu gehen, als sich die Ereignisse überschlagen. Ist das Gelände auf dem Keller agiert wirklich so weit außerhalb von allem, dass selbst nach einer Explosion keine Polizei, keine Feuerwehr, anrückt? Auf Island erschien mir das ja noch logisch. Mitten in Deutschland, unweit von Berlin, schon weitaus weniger.

Einige lose Enden, wie z. B. was mit den Nekrosen ist, die z. B. Melinda befallen haben und ob sie wieder ganz gesund geworden ist, bleiben am Ende einfach offen. Das ist ein bisschen schade. Das mag bei Nebenfiguren okay sein, die keine große Rolle gespielt haben, aber bei Nebenfiguren, die einen großen Teil beitragen, finde ich schon, dass auch sie ein richtiges Ende verdient haben.

Insgesamt handelt es sich um einen Thriller, der mir gefallen hat und den ich gerne von Anfang bis Ende gelesen habe. An der einen oder anderen Stelle wäre aber, aus meiner Sicht, noch mehr aus den Figuren heraus zu holen gewesen. Ich vergebe 3 Sterne für ein solides Buch, mit dem ihr nichts falsch macht, wenn ihr ein paar Stunden spannende Unterhaltung braucht.

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2 Comments
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10. Mai 2024 19:37

Huhu. Ja, Geschmäcker sind verschieden. Und ich freu mich, dass dir die Fotografin so gut gefallen hat. Das hier klingt interessant, aber wäre glaube ich nichts für mich. Aktuell suchte ich die Reihe um Eill Trent. Kennst du die? Lg Sarah