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[Rezension] Heidelbeerfrau – Marion Bischoff

Geposted am 25. Oktober 2018 um 14:58

Rezension, Marion Bischoff, Rhein-Mosel-Verlag

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Titel: Heidelbeerfrau
Reihe: Band 2
Autorin: Marion Bischoff
Verlag: Rhein-Mosel-Verlag
Erscheinungsjahr: 2018
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 234

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Clausen im Pfälzerwald im August 1945:
Elise und ihre Familie haben die Kriegswirren überwunden, doch Normalität will nicht einkehren. Es gibt kaum bezahlte Arbeit. Trotzdem versucht Elise alles, um ihren Sohn und die Familie über Wasser zu halten. Zufällig trifft sie einen Schuhfabrikanten, der ihr Arbeit gibt. Zunehmend leidet sie jedoch darunter, dass Julius, der Vater ihres Kindes, nicht mehr aus französischer Kriegsgefangenschaft heimkehren könnte. Seit Monaten gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Ob er noch lebt? Ob seine Liebe groß genug ist? Eines Tages erhält sie Post von seiner Mutter …
Vergebens hoffen viele Menschen darauf, dass sich ihre Situation nach Kriegsende verbessert. Es dauert nicht lange, bis einstige Nazis wichtige Posten bei den Alliierten besetzen. Erneut leidet die Zivilbevölkerung unter deren Machenschaften. Doch Elise lässt sich nicht unterkriegen.

Rezension:

Heidelbeerfrau ist der zweite Band der Dilogie um Elise, die mit Heidelbeerkind ihren Anfang genommen hat.

Elise und ihre Geschichte haben mich wieder nachhaltig beeindruckt. Elise ist so eine starke junge Frau, die ihren Weg trotz aller Widrigkeiten geht. Dabei ist sie bereit, sich für sich und ihre Familie einzusetzen und durchaus auch ab und an in einer Grauzone zu wandeln. Niemand sollte so etwas tun müssen, aber ich konnte Elises Handeln zu jeder Zeit nachvollziehen. Gerade wenn man ein kleines Kind zu versorgen hat, dann ist man sicher bereit, fast alles zu tun, was zum überleben notwendig ist.

Beeindruckt hat mich, dass Elise unheimlich vergebend ist. Ich habe sie für ihr Verhalten Gerda gegenüber sehr bewundert, da ich sicher bin, dass ich das nicht gekonnt hätte.

Oft kommt mir Elise viel erwachsener vor, als ihre Mutter. Auf die war ich manches mal ein bisschen ärgerlich. Nicht böse, denn auch sie tut ihr Bestes. Aber ihr Bestes war einfach oft nicht gut genug, dafür, dass sie eigentlich diejenige ist, die für die Familie sorgen sollte.

Die Dorfbewohner und die Umstände der Zeit, in der Elise sich behaupten muss, sind sehr gut beschrieben. Diese Doppelmoral der Dorfbewohner, die Ungerechtigkeiten gegenüber Elise und ihrer Familie sind so unglaublich eindrücklich, dass man sich der Geschichte nicht entziehen kann. Vor allem die Ungerechtigkeit gegenüber ihrem kleinen Bruder Hans hat mich wütend gemacht.

Der Schreibstil von Marion Bischoff ist, wie auch aus Band 1 gewohnt, sehr eindringlich und unheimlich mitreißend. Ich konnte mir Elise, ihre Familie, das Dorf und das Leben dort sehr gut vorstellen. Ich habe mit Elise mitgefiebert und mir so sehr gewünscht, dass für sie alles gut ausgehen wird. Auch wenn mich Elises Geschichte ge- und berührt hat, so wird sie aber nie rührselig. Das fand ich sehr angenehm.

Beim Epilog musste ich dann tatsächlich doch noch fix ein paar Tränen verdrücken. Soooo wunderschön.

Von mir gibt es 5 Federn und eine klare Leseempfehlung für diese spannende, ans Herz gehende Dilogie.

 

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