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[Rezension] Die Liebe und der Mut zum Leben – Rick R. Reed

Geposted am 15. März 2018 um 10:39

Rick R. Reed, Gay Romance, Dreeamspinner Press, Rezension

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Titel: Die Liebe und der Mut zum Leben
Reihe: Einzelband
Autor: Rick R. Reed
Verlag: Dreamspinner Press
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 176

Meine Wertung: 3 Federn

Klappentext:

Der Lehrer Dane Bernard ist ein sanfter Riese, der an der Summitville Highschool von allen geliebt wird. Er hat eine wunderschöne Frau und zwei Kinder und versteht sich mit seinen Kollegen ebenso gut wie mit den Schülern. Aber Dane hat auch ein Geheimnis, das er wahrscheinlich niemals lüften wird – Dane ist schwul.

Als er unerwartet seine Frau verliert, stellt er sich seinem Geheimnis. Ein neuer Lehrer, Seth Wolcott, weckt Danes Interesse. Auch Seth ist auf der Suche nach einem neuen Anfang. Er hat eine Trennung hinter sich und ist nach Summitville gekommen, um seine Wunden zu lecken. Eine neue Beziehung einzugehen, gehört nicht zu seinem Plan. Doch als er an seinem ersten Arbeitstag an der neuen Schule Dane begegnet, fühlt Seth sich sofort zu ihm hingezogen.

Während die beiden Männer einen Tanz um Selbstfindung und neue Liebe beginnen, müssen sie dem schwulen Schüler Truman beistehen, der von seinen Mitschülern gehänselt und schikaniert wird. Truman ist ‚out and proud‘, eine Tatsache, die an ihrer Kleinstadtschule nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Dane und Seth versuchen, Truman dabei zu helfen, mit seinen Problemen besser umzugehen und sich selbst lieben zu lernen. Gemeinsam lernen sie lebensverändernde Lektionen über Selbstfindung, Akzeptanz, zerbrochene und neue Liebe.

Rezension:

Ich muss gestehen, dass Dane mir teilweise zu weich war. Einerseits mochte ich ihn, da er seinen Schülern gegenüber einfühlsam ist, andererseits erwarte ich von einem Vater, dass er seine Kinder stützt und nicht sie ihn. Beim Tod seiner Frau Katy und auch bei seinem Outing ist er mir einfach zu sehr zusammengebrochen. Es kann nicht sein, dass sein 12jähriger Sohn ihm dann eine Stütze sein muss. In allen möglichen Situationen kommen Dane die Tränen. Versteht mich nicht falsch. Es ist kein Problem für mich, wenn Männer Gefühle zeigen und auch weinen, aber ich bin der Ansicht, dass Eltern (egal ob Mann oder Frau) in  gewissen Situationen für ihre Kinder stark sein müssen. Zusammenbrechen können sie, wenn die Kinder nicht mehr in der Nähe sind. Ich hätte mir ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und ein bisschen mehr Stärke von ihm gewünscht.

Seth war mir von der Darstellung her ein bisschen zu blass. Wir erfahren so gut wie gar nichts über ihn und seine Hintergründe. Das fand ich ein bisschen schade, denn Seth ist wirklich interessant angelegt. Er findet für Truman genau die richtigen Worte, besitzt jede Menge Einfühlungsvermögen und einen offenen Blick für die Welt. Hätte Seth etwas mehr Tiefgang gehabt, dann wäre er ein hervorragender Protagonist.

Truman ist der eigentliche Held der Geschichte. Er wird in der Schule schikaniert und gedemütigt, bis es zum großen Showdown kommt. Nach seiner Rettung und Gesprächen, vor allem mit Seth, fängt er an, sein Leben in die Hand zu nehmen. Er macht in dieser Geschichte die größte Entwicklung durch.

Die Geschichte insgesamt ist spannend erzählt. Sowohl Truman, als auch Dane, obwohl sie ein Altersunterschied von ich würde vermuten rund 20 Jahren trennt, haben ähnliche Probleme. Dane lernt sehr viel über sich durch Trumans Entwicklung. An Trumans Geschichte zeigt Rick R. Reed auf, wie wichtig es ist, zu sich selbst zu stehen und mit sich selbst im Reinen zu sein. Ob Trumans Entwicklung auch im echten Leben so funktioniert hätte… ich bin mir nicht sicher. Aber, es ist schön, anhand dieses Beispiels zu lesen, dass es Hoffnung gibt.

Ich denke, dass in der Geschichte noch Potential steckt. Gerade was Danes mehr oder weniger unfreiwilliges Outing in der Schule angeht, wäre da Luft für Probleme gewesen. Leider akzeptiert jeder einfach so, dass ein Familienvater, der rund 20 Jahren verheiratet war, plötzlich auf Männer steht. Das ist zwar einerseits schön, passt aber andererseits nicht damit zusammen, dass wir vorher erfahren haben, dass die Kleinstadt in der er lebt doch recht konservativ ist. Ein paar Problemchen wären erstens glaubwürdiger gewesen und hätten vor allem der Geschichte noch ein bisschen Spannung verliehen.

Der Schreibstil von Rick R. Reed ist sehr angenehm. Man liest sich sehr flott durch die Seiten und die Anziehungskraft zwischen Dane und Seth habe ich durchaus spüren können.

Von mir gibt es 3 Federn für eine schöne Geschichte, deren Charaktere leider fast alle ein bisschen zu blass bleiben und denen kaum Steine in den Weg gelegt werden. Ein bisschen mehr Persönlichkeit und ein bisschen mehr Probleme, die es von den Charakteren zu lösen gilt, wären schön gewesen.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Schnuffelchens Bücher und Co

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