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[Rezension] Sofia Bauman (2): Die Sekte: Deine Angst ist erst der Anfang – Mariette Lindstein

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Titel: Deine Angst ist erst der Anfang
Reihe: Sofia Bauman; Band 2
Autorin: Mariette Lindstein
Verlag: blanvalet
Erscheinungsjahr: 2020
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 480
Meine Wertung: 4 Sterne

Klappentext:

Sofia Bauman, einst Anhängerin von »ViaTerra«, glaubt sich endlich in Sicherheit. Dank ihr sitzt der teuflische Sektenführer Franz Oswald hinter Gittern – und doch erreicht dessen Rachedurst Sofia sogar aus dem Gefängnis. Ununterbrochen erhält sie Nachrichten, die ihr Angst machen, und findet ihre Kontaktdaten auf dubiosen Internetseiten angegeben. Die Polizei vermag sie vor Oswalds Terror nicht zu schützen. Als sie auch noch in ihrem eigenen Heim eine Kamera findet, die jeden ihrer Schritte aufzeichnet, erkennt Sofia, dass sie in Schweden nicht mehr sicher ist – und flüchtet nach San Francisco. Doch Oswald bekommt stets, was er begehrt, und findet einen Weg, sich Sofia zurückzuholen …

Rezension:

Den zweiten Band um Sofia Bauman habe ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Die Geschichte nimmt jetzt richtig Fahrt auf.

Nach dem eher langsamen Einstieg des ersten Bands hat mich Band 2 sofort gepackt. Sofia glaubt, dem Albtraum entkommen zu sein: Der Sektenführer Franz Oswald sitzt hinter Gittern, und sie versucht, ein neues Leben aufzubauen. Doch schon bald merkt man, dass die Realität nach dem Ausstieg alles andere als befreiend ist – und die Sekte sie weiter verfolgt. Sogar aus dem Gefängnis heraus wirkt Oswald sein teuflisches Spiel.

Neu eingeführt wird in diesem Band Anna-Maria Callini, die Anwältin von Franz Oswald, die ihm, ebenso, wie Sofia im ersten Band, sofort verfällt. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt, weil sie so naiv ist. Man sollte doch meinen, dass sie, als Juristin, ein bisschen mehr Verstand hat, vor allem, was die kriminellen Machenschaften des Sektenführers angeht. Aber nein, anhand dieser Figur zeigt Mariette Lindstein sehr gut auf, dass wirklich jeder in die Fänge einer Sekte geraten kann.

Was diese Fortsetzung für mich besonders spannend macht, ist die wechselnde Perspektive zwischen Sofia und Simon. Simon kennen wir ja auch aus Band 1 und auch er hat es geschafft, der Sekte den Rücken zu kehren. Ihm ist dies, obwohl er auf der Insel geblieben ist, aber deutlich besser gelungen, als Sofia, so war zumindest mein Eindruck. Simon macht in diesem Band die größte Entwicklung durch, da er wirklich in einigen Situationen extrem über sich hinaus wächst.

Der Schreibstil ist wieder sehr bildhaft, ähnlich wie schon im ersten Band. Die Autorin baut die Spannung weniger über actionreiche Szenen auf, sondern durch die Entwicklung der Figuren und ihrer inneren Konflikte und vor allem der Tatsache, dass sie teilweise die Sekte nicht loslassen können. Klar, das ist nachvollziehbar, denn was sie während der Zeit auf der Insel erlebt haben, prägt natürlich sehr.

Anhand von Sofia setzt die Autorin sich stark mit dem Leben nach dem Ausstieg aus der Sekte auseinander – sowohl mit der nach wie vor vorhandenen Bedrohung von außen und den Problemen, die es zunächst gibt, weil selbst die Polizei ihr nicht glaubt, als auch mit den Ängsten und psychischen Problemen, denen die Figuren im Nachgang ausgesetzt sind. Sehr spannend, wie es ihnen geht, und auch, wie die Autorin schildert, dass einige der Sektenanhänger tatsächlich da geblieben sind, obwohl sie bereits wussten, dass das Leben dort unerträglich ist und sie die Chance gehabt hätten, auszusteigen. Wie krass verführt können Menschen sein, dass sie sowas über sich ergehen lassen. Das ist spannend und erschreckend zugleich.

Mich hat der zweite Band total fesseln können und ich bin froh, dass ich nach dem etwas schwächeren Auftaktband weiter gelesen habe. Ich vergebe gerne 4 Sterne.

Meiner Ansicht nach sind die Bände nicht wirklich unabhängig voneinander lesbar. Vieles kann man vermutlich nicht nachvollziehen, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat.

Hier findet ihr meine Rezension zum ersten Band:
Es gibt kein Entkommen

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