5 Sterne,  Gelesen 2026,  Rezensionen

[Rezension] Die gute Tochter – Karin Slaughter

Karin Slaughter, Rezension, Harper Collins, Cover, Die gute Tochter

Titel: Die gute Tochter
Reihe: Einzelband
Autorin: Karin Slaughter
Verlag: Harper Collins
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Hardcover, ebook
Seitenanzahl: 608
Meine Wertung: 5 Sterne

Klappentext:

„Lauf!“, fleht ihre große Schwester Samantha. Mit vorgehaltener Waffe treiben zwei maskierte Männer Charlotte und sie an den Waldrand. „Lauf weg!“ Und Charlie läuft. An diesem Tag. Und danach ihr ganzes Leben. Sie ist getrieben von den Erinnerungen an jene grauenvolle Attacke in ihrer Kindheit. Die blutigen Knochen ihrer erschossenen Mutter. Die Todesangst ihrer Schwester. Das Keuchen ihres Verfolgers.
Als Töchter eines berüchtigten Anwalts waren sie stets die Verstoßenen, die Gehetzten. 28 Jahre später ist Charlie selbst erfolgreiche Anwältin. Als sie Zeugin einer weiteren brutalen Bluttat wird, holt ihre Geschichte sie ganz ungeahnt ein.

Rezension:

Als junge Erwachsene habe ich die Sara Linton und die Will Trent Reihen von Karin Slaughter verschlungen. Irgendwann bin ich von ihren Büchern ein bisschen ab gekommen. Jetzt ist mir nach langer Zeit mal wieder ein Thriller in die Hand gefallen und ich war sofort wieder gefesselt. Karin Slaughter macht ihrem Namen einfach alle Ehre. Für mich ist sie eine der besten Thriller-Autorinnen weltweit. „Die gute Tochter“ ist tatsächlich schon fast 10 Jahre alt, aber ein Thriller wird ja nicht schlechter, nur weil er etwas älter ist.

Protagonistinnen des Buches sind Sam und Charlie, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Ich war von dieser Geschichte wirklich überrascht, denn für mich passt sie zunächst überhaupt nicht zu den anderen Büchern von Karin Slaughter. Sie ist völlig anders als die Grant-County– oder Will-Trent-Reihe und hat dadurch eine ganz eigene Atmosphäre.

Mir hat die Geschichte trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – sehr gut gefallen. Die ganz große, atemlose Spannung, die ich sonst von Karin Slaughter gewohnt bin, steht hier nicht so sehr im Vordergrund. Vielmehr geht es um die Beziehung zwischen den beiden Schwestern Charlie und Sam und natürlich auch um ihre Beziehung zu ihrem Vater Rusty. Gerade diese familiären Beziehungen machen für mich einen großen Teil der Geschichte aus. Gerade die Zerrissenheit von Charlie und Sam, vor allem, was die Ereignisse der Vergangenheit und ihre Beziehung angeht, arbeitet die Autorin wirklich hervorragend heraus.

Die eigentliche Hauptfigur, Kelly Wilson, kommt fast ein bisschen zu kurz. Sie ist tatsächlich eher Statistin in ihrem eigenen Drama. Das fand ich persönlich etwas schade, da sie ebenfalls eine interessante Figur zu sein scheint.

Die Handlung folgt dabei einem klaren roten Faden, den die Autorin jederzeit fest in der Hand hält. Es gibt einige überraschende Wendungen, die für mich aber nicht aufgesetzt wirkten, sondern sich gut in die Geschichte eingefügt haben und dadurch absolut passend waren. Anders, als in ihren anderen Büchern geschieht die Aufklärung des Falls hier eher nebenbei und steht nicht im Vordergrund. Der Schreibstil ist, wie gewohnt, flüssig und mitreißend.

Für mich persönlich war die Geschichte so mitreißend, dass ich sie innerhalb von 2 Tagen gelesen habe. Ich hatte das Buch auf dem ebook-Reader und den habe ich überall mit hingenommen, so dass ich schnell auch mal nur eine halbe Seite weiterlesen konnte. Das tue ich wirklich fast nie. Aber ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Insgesamt hat mich das Buch positiv überrascht und mir sehr gut gefallen. Gerade weil es etwas anders ist, als ich es von Karin Slaughter erwartet hatte.

Von mir gibt es 5 Sterne.

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