[Rezension] Divergent (1): Die Bestimmung – Veronica Roth

Titel: Die Bestimmung
Reihe: Divergent; Band 1
Autorin: Veronica Roth
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2012
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 475
Meine Wertung:
5 von 5 Fahrkarten
Klappentext:
Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…
Eine Dystopie, die mich gefesselt hat
Ursprünglich veröffentlicht wurde die Rezension am 20. Juli 2012 auf meinem damaligen Blog Yvonnes Lesewelt. Beim Umzug auf den Buchbahnhof habe ich längst nicht alle alten Rezensionen in das neue Format gebracht und wieder veröffentlicht. So auch diese. Für den Buchbahnhof habe ich die Rezension nun aus dem Archiv geholt und im Oktober 2026 sprachlich überarbeitet. Meine damalige Meinung ist unverändert geblieben.
Rezension:
„Die Bestimmung“ von Veronica Roth hat mich in seinen Bann gezogen wie schon lange kein Buch mehr. Ich habe die halbe Nacht durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Tris, den Ferox, Four und den anderen Fraktionen weitergehen würde.
Eine faszinierende Welt mit einem entscheidenden Fehler
Veronica Roth eine Welt erschaffen, die auf den ersten Blick eigentlich sehr vernünftig aufgebaut ist. Die Welt ist in fünf Fraktionen aufgeteilt, die jeweils eine wichtige und gute Eigenschaft des Menschen in den Mittelpunkt stellen. IIm Laufe der Geschichte wird allerdings immer deutlicher, dass eine Welt, in der jeder Mensch nur eine einzige gute Eigenschaft verkörpern soll, auf Dauer nicht funktionieren kann.
Viel sinnvoller wäre es doch, all diese Eigenschaften miteinander zu vereinen:
„Ich will mutig, selbstlos, klug, freundlich und aufrichtig sein.“
Seite 396
Tris und Four – zwei Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind
Tris vereint mehrere dieser Eigenschaften in sich. Sie ist mutig, aber gleichzeitig auch selbstlos und bereit, sich für andere einzusetzen. Ich habe sie für ihre Stärke und ihre Entwicklung sehr bewundert.
Durch die Ich-Perspektive konnte ich ihre Gedanken und Gefühle während der Ausbildung bei den Ferox wunderbar nachvollziehen. Immer wieder glaubt Tris, die Eigenschaften ihrer früheren Fraktion, der Altruan, verleugnen zu müssen, um wirklich mutig sein zu können.
Dabei zeigt gerade ihre Entwicklung, dass Selbstlosigkeit und Mut sich keineswegs ausschließen müssen.
Auch Four ist mir schnell ans Herz gewachsen. Er ist mutig, aber ebenso mitfühlend und aufmerksam. Besonders gefallen hat mir, dass auch er die strikte Trennung der Fraktionen hinterfragt und erkennt, wie eng Selbstlosigkeit und Tapferkeit miteinander verbunden sein können. Four hat seinen ganz eigene Theorie zu den verschiedenen Fraktionen:
Er sagt:“Ich habe eine Theorie, wonach Selbstlosigkeit und Tapferkeit eigentlich dasselbe sind. Dein ganzes Leben lang hast du dich darin geübt, dich selbst zu vergessen, und genau das geschieht, wenn man in Gefahr schwebt. Man vergisst sich selbst. Man könnte also ebenso gut zu den Altruan wie zu den Ferox gehören.“
Seite 331
Spannung bis zum Schluss – mit einer kleinen Schwäche
Veronica Roth hat einen wunderbaren Schreibstil, der es geschafft hat mich völlig in seinen Bann und in die Welt der Ferox zu ziehen. Nur zum Ende hin ging alles ein bisschen überstürzt. Oft sage ich ja, dass einem Buch 100 Seiten weniger gut getan hätten, um die Spannung zu erhöhen, aber hier wären 100 Seiten mehr wahrscheinlich nicht verkehrt gewesen, um die Geschichte noch etwas runder zu machen.
Mein Fazit:
Wer Dystopien mag wird diese sicher lieben. Die Geschichte zieht den Leser in ihren Bann und lässt ihn erst auf der letzten Seite wieder los.
Für mich war es ein mitreißendes Leseerlebnis mit faszinierenden Charakteren, einer spannenden Welt und einer interessanten Frage: Was macht uns als Menschen eigentlich aus?
Ein Blick zurück – und eine neue Geschichte aus dem Divergent-Universum
Diese Rezension stammt ursprünglich aus dem Jahr 2012. Umso schöner finde ich es, sie jetzt wieder hervorzuholen.
Mit „The Sixth Faction“ gibt es inzwischen eine neue Geschichte aus dem Universum von Veronica Roth. Für mich ist das ein wunderbarer Anlass, noch einmal auf den Beginn der Divergent-Reihe zurückzublicken.
Weitere Informationen: The Sixth Faction auf der Verlagsseite von Penguin
Und jetzt interessiert mich deine Meinung: Hast du „Die Bestimmung“ damals auch gelesen? Und wenn ja, zu welcher der fünf Fraktionen hättest du dich am ehesten zugehörig gefühlt?
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