[Rezension] Das dreizehnte Kind – Erin A. Craig

Titel: Das dreizehnte Kind
Reihe: Einzelband
Autorin: Erin A. Craig
Verlag: Ullstein Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2025
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 672
Meine Wertung: 5 Sterne
Klappentext:
Hazel Trépas ist kein gewöhnliches Mädchen. Als dreizehntes Kind wurde sie einem Gott versprochen: dem Tod persönlich. Von ihm erhielt sie eine Gabe, die sie zu einer der größten Heilerinnen des Königreichs machen sollte: Hazel erkennt auf einen Blick, wie jede Krankheit geheilt werden kann.
Doch jede Gabe hat ihren Preis. Hazel sieht auch, wenn das Schicksal eines Menschen besiegelt ist. Geplagt von den Geistern jener, deren Leiden sie beenden musste, sehnt Hazel sich nach Freiheit. Als der König tödlich erkrankt und das Reich vor dem Zerfall steht, wird Hazel an den Hof gerufen. Dort begegnet sie Prinz Leo, einem charmanten Thronfolger, der ebenso rebellisch ist wie Hazel selbst. Kann Hazel den Tod überlisten, um den König zu retten? Und zu welchem Preis?
Rezension:
Ich bin eigentlich gar nicht so ein großer Fan von Farbschnitten, aber hier muss ich gestehen, dass es der Farbschnitt war, der mich in der Buchhandlung zu dem Buch hat greifen lassen. Der war einfach so schön. Dann las sich auch noch der Klappentext sehr spannend, also musste das Buch mit und ich habe es absolut nicht bereut.
Das dreizehnte Kind hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Geschichte besitzt eine besondere, düstere Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Das Zusammenspiel zwischen Hazel und „dem Tod“ Merrick war so toll. Einerseits ist er eben, wie er ist, andererseits musste ich die Bemühungen, die er anstellt, damit es Hazel gut geht, wirklich anerkennen. Es wirkte teils richtig rührend, wie Merrick sich Hazel gegenüber verhalten hat.
Besonders beeindruckt hat mich die Entwicklung von Hazel. Sie ist eine unglaublich starke Hauptfigur, auch wenn sie selbst das zu Beginn vielleicht nicht immer sieht. Es war berührend zu erleben, wie sie nach und nach lernt, ihre besondere Gabe anzunehmen, anstatt vor ihr davonzulaufen. Auf ihrem Weg muss sie viele Herausforderungen bewältigen, wächst daran und findet immer mehr zu sich selbst. Gerade diese Entwicklung von Hazel hat die Geschichte für mich ganz besonders gemacht. Hazel stellt sich ihrem Schicksal mit Mut, auch wenn ihr Weg alles andere als einfach ist. Dabei wirkt sie nie perfekt, sondern menschlich und nahbar. Teilweise ist sie auch einfach hoffnungslos oder störrisch, aber all das macht sie so authentisch.
Prinz Leo, der charmante, wenn auch ein bisschen rebellische Prinz machte es am Anfang ein bisschen schwer, ihn zu verstehen. Meint er es gut mit Hazel oder nicht… man konnte ihn schlecht einordnen. Insgesamt ist aber auch Leo eine Figur, die sich über die Zeit gut entwickelt und der man ihre Entwicklung abkauft.
Selbstverständlich gibt es auch eine kleine Lovestory, die sich aber gut in die Geschichte eingefügt hat. Sie wirkt nicht übertrieben oder so. Die spannende Handlung hat dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Immer wieder gab es Momente, die mich überrascht haben und dafür gesorgt haben, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Eine gelungene Mischung aus spannenden und emotionalen Momenten. Vor allem als Hazel sich im Schloss befindet und ihr Können bei einem Mann unter Beweis stellen soll, der die Macht hat, sie mit einem Wort zu vernichten, stieg für mich die Spannung um ein Vielfaches an.
Als sehr spannende Stelle ist auch zu erwähnen, als Hazel einen ihrer Brüder (sie ist ja ein Kind mit 12 Geschwistern) wieder trifft. Ich kann hier nicht viel verraten, da ich dann zu sehr spoilern würde, aber das ist schon heftig, was die Autorin sich da überlegt hat.
Was ich nicht wusste, bis ich die Rezension von Aleshanee (Weltenwanderer) las war, dass es sich um eine Adaption eines der Märchen der Gebrüder Grimm mit dem Namen „Der Gevatter Tod“ handelt. Das Märchen kenne ich tatsächlich nicht, obwohl ich sonst bei Märchen ganz gut bewandert zu sein glaube. Das muss ich mir mal näher anschauen.
Für mich ein absolutes Highlight und ganz klar 5 Sterne.
Eine sehr ausführliche, ganz wunderbar geschriebene Rezension findest du bei:
Weltenwanderer