[Rezension] Arena ´89 (2): Die Pitborn-Prinzessin

Titel: Die Pitborn-Prinzessin
Reihe: Arena ´89; Band 2
Autor: Stephan Steinthal
Verlag: Selfpublishing
Erscheinungsjahr: 2025
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 494
Meine Wertung: 5 Sterne
Klappentext:
Nach dem brutalen Verlust ihrer Familie hat Reva nur ein Ziel: Rache an Cassian Varus, dem Mann, der ihren Bruder vor ihren Augen hinrichten ließ. Als die ehrgeizige Domina Selira Astra ihr die Hand reicht und sie zur Auctora von Haus Astra macht, scheint Revas Weg vorgezeichnet.
Doch was als inszenierte Rolle beginnt, wird zur Waffe gegen das System selbst. In den luxuriösen Hallen von Haus Astra wird aus der Performerin der Grube die Pitborn-Prinzessin: ein Symbol der Hoffnung für die Unterdrückten und eine Geldmaschine für die Herrschenden. Während die Megametropole ihren Aufstieg feiert, plant Reva ihren Kampf. Zwischen medienwirksamen Arenakämpfen und politischen Intrigen entdeckt sie Hinweise auf eine Wahrheit, die alles übersteigt: Das System, das sie bekämpft, beruht auf einer viel größeren Lüge, als sie je ahnte. Wer ist der rätselhafte Kaiser wirklich? Warum darf niemand die Grenzen der Stadt überschreiten? Und wie weit muss Reva gehen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen? In den neuen Teamkämpfen muss Reva nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Freunde schützen.
Die seltene Chance, den mysteriösen Kaiser zu treffen (die gottgleiche Instanz, die über allem thront) könnte ihr endlich die Antworten liefern, nach denen sie sucht. Doch in einer Welt, in der jedes Gefühl zur Quote wird und jeder Schmerz inszeniert ist, muss Reva erkennen: Manchmal ist der gefährlichste Gegner nicht der, den man bekämpft, sondern der, dem man vertraut. Was als Unterhaltung beginnt, wird zur Revolution.
Rezension:
Wow, was für eine spannende Fortsetzung. Ich bin wieder total geflasht und kann wirklich sagen, dass Stephan Steinthal sich nicht hinter den „großen“ Verlagsautoren von Dystopien verstecken muss. Ganz und gar nicht. Arena ´89 gehört in einen Verlag und es gehört verfilmt, das ist meine Meinung.
Schon auf den ersten Seiten war ich wieder mitten in dieser rohen, brutalen Welt gefangen – und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, hat mich die Geschichte emotional stark berührt. Zwischen all der Härte schimmert etwas unglaublich Kraftvolles hervor: ein Zusammenhalt, der selbst im dunkelsten Moment nicht bricht, eine Loyalität, die greifbar ist, und ein unbeugsamer Wille, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Reva findet Verbündete, die zu Freunden werden.
Besonders Reva hat mich beeindruckt. Ihre Entwicklung ist für mich das Herzstück der Geschichte. Aus einem Mädchen der untersten Schicht, das alles, vor allem ihre Familie, verloren hat, wächst eine junge Frau heran, deren Stärke und Mut weit über das hinausgehen, was sie selbst für möglich gehalten hätte. Je mehr sie für sich und ihre Verbündeten einsteht, desto deutlicher wird, dass sie bereit ist, sich gegen ein ganzes System aufzulehnen – selbst wenn der Preis dafür hoch ist. Ich fand das so unglaublich mutig, wobei sie manchmal auch dazu neigt, leichtsinnig zu sein, das kann man nicht verhehlen.
Aber auch die Nebenfiguren, wie Marcel, Taro und Lena haben mir unglaublich gut gefallen. Es entsteht ein Band zwischen diesen vier Figuren, das unzertrennbar ist. Niemals hätte man am Anfang gedacht, dass diese Menschen sich so blind verstehen müssen und werden.
Nicht ganz greifen kann ich nach wie vor Tarin. Meint er es wirklich gut mit ihr, oder spielt er ein perfides Spiel mit Reva? Ich bin mir nach wie vor nicht zu 100% sicher, ob man ihm trauen kann. Aber, gerade das macht es ja auch so spannend.
Stephan Steinthal versteht es meisterhaft, düstere Szenen mit Hoffnung zu durchziehen und Figuren zu schaffen, die einem lange nach dem Lesen nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Für mich ein absolutes Highlight – und ein Buch, das ich nur begeistert weiterempfehlen kann. Ich vergebe 5 Sterne und freue mich auf Band 3. Vor allem, weil Band 2 uns mit einem fiesen Cliffhanger zurücklässt.
Weiter Rezensionen auf Blogs habe ich noch nicht gefunden. Hast du eine geschrieben? Lass mir gerne den Link da.
Hier findest du meine Rezension zum ersten Band
Blut für die Quote