Nostalgie - Interviews

[Nostalgie] Dagmar vom Buchkind-Blog erinnert sich…

NostalgieHeute erinnert sich Dagmar an ihre liebsten Kinderbücher. Wer wäre prädestinierter für diese Kategorie, als Dagmar, die einen Blog zum Thema Kinderbücher führt? Schaut auf jeden Fall mal auf ihrem Buchkind-Blog vorbei. Sehr schöne, interessante Rezensionen. Dagmars Blog ist eine wahre Schatzkiste rund um das Thema Kinderbücher.

Ich habe Dagmar schon im vergangenen Jahr zu ihren liebsten Kinder- und/ oder Jugendbüchern befragt und sie hat ihr Gedanken dazu aufgeschrieben. Leider ist mir das Interview durchgerutscht, wofür ich mich hier nochmal entschuldige. Aber nun geht es endlich online.


Erinnerungen an Bücher täuschen. Mal erinnere ich mich an die Handlung, mal an das Gefühl, das beim Lesen entstand. Mal werfe ich beides durcheinander. Wenn mir das schon bei Büchern so geht, die ich als Erwachsene gelesen habe, wie soll ich mich dann an eine Zeit erinnern, die über 40 Jahre zurückliegt und in der jedes Buch und jede Geschichte noch ein neues Abenteuer für mich war? Da gab es kein Lieblingsbuch, sondern immer nur die Gier auf das nächste Buch. Die Zahl der Kinderbuchserien war damals überschaubar. Es gab welche, die man lieber gelesen hat, und solche, die man einfach nur liest, weil sie verfügbar waren. Doch damals wie heute war ich nicht der Typ, der ein Buch mehrmals liest. Bücher wurden nicht gekauft, waren kein Besitz. Bücher holten wir in der Bücherei. Sie waren also ein flüchtiges Gut. Das sind schlechte Bedingungen, um heute ein Lieblingsbuch aus der Kindheit zu benennen.

Ich kann mich genau an drei Bilderbücher erinnern, von denen ich zwei noch heute im Regal stehen habe. Die kleine Raupe Nimmersatt kroch davon oder wurde zum Schmetterling – ich weiß es nicht. Aber das Buch ist nicht mehr bei mir. Der Esel Benjamin und der Michel von Lönneberga sind heute noch bei mir.

Diese drei Bücher zeigten eigentlich schon die Richtung an, die mein Leserleben dann nahm. Mit der Raupe Nimmersatt erkundete ich universelle Lebensweisheiten. Mit Susi und dem Esel Benjamin suchte ich das Abenteuer in fremden Welten und fühlte mich doch als Leserin sicher und beschützt. Der Michel von Lönneberga war ein Geschenk, das mir mein Vater von einer Dienstreise mitbrachte. Später wurde ich Buchhändlerin und half genau solchen Vätern, passende Bücher zu finden.

Von den drei Büchern werden zwei auch heute noch von den Kindern geliebt. Nur die pausbäckige blonde Susi und ihr Esel Benjamin tun sich heute schwer. Das liegt nicht an der Geschichte. Weggehen und ankommen sind immer noch gute Themen für Bilderbücher. Es sind die Schwarz-Weiß-Fotos und die darauf gezeigte Lebenswelt, die die Geschichte fremd erscheinen lassen. Heute ist all das schwer zu entschlüsseln und wirkt wie ein Gruß aus längst vergangenen Zeiten. Aber das Bilderbuch ist im Gedächtnis geblieben und ist heute immer noch lieferbar – hier habe ich darüber gebloggt.

Es ist sogar noch eine Fortsetzung dazu erschienen.

Doch eigentlich kann jedes Buch, das in der richtigen Stimmung und mit der passenden emotionalen Bindung vorgelesen wird, auch heute noch Kinder begeistern – egal, wie altmodisch es auf den ersten Blick wirkt. Vorlesen macht den Unterschied, denn dann ist es ein gemeinsames Buch, das eine Brücke zwischen weit auseinander liegenden Jahrzehnten schlägt.


Die kleine Raupe Nimmersatt habe ich als Kind auch geliebt. Michel aus Lönneberga war mir immer zu ungezogen. Ich mochte es schon als Kind, wenn Kinder gut erzogen waren. Susi und ihren Esel kenne ich nicht, aber es sieht nach einem sehr süßen Kinderbuch aus. Kennt ihr eines der vorgestellten Bücher? Ich finde Dagmars Gedanken, vor allem zum Thema “vorlesen”, ganz wunderbar!

Herzlichen Dank an Dagmar für das schöne Interview!

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12. Oktober 2018 21:10

Ich bin ein großer Michel-Fan, weil ich es gerade faszinierend fand, dass Michel frei von der Leber weg alle seine verrückten Ideen durchgezogen hat und sich weder von den sorgenvollen Blicken der Mama noch von der Schuppen-Strafe des Vaters hat abhalten lassen 🙂 Er meinte es ja auch immer gut, auch wenn seine Ideen oft genug nach hinten losgegangen sind.
Die Raupe Nimmersatt kenne ich zwar, aber die gab es bei uns zuhause nie, auch meine Schwestern hatten das Buch nicht. Seltsam, weil wir viele Kinderbücher hatten, aber das war nie dabei. Manche von meinen Kinderbüchern habe ich bei meinen jüngeren Schwestern und dann bei meinen Nichten wieder entdeckt, denn ich gebe Dagmar absolut recht, sie sind einfach zeitlos und wenn man sie selbst vorliest bzw. zusammen betrachtet, kommt der kleine Nostalgie-Kick in die eigene Kindheit.
Das Buch von Susi und ihrem Esel kenne ich überhaupt nicht, hab noch nie davon gehört. Deshalb liebe ich diese Rubrik so, denn man kann immer was Neues entdecken, auch bei schon älteren Büchern.
LG Gabi

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