[Rezension] Der Gesang der Flusskrebse – Delia Owens

Titel: Der Gesang der Flusskrebse
Reihe: Einzelband
Autorin: Delia Owens
Verlag: Hanserblau
Erscheinungsjahr: 2019
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 464
Meine Wertung: 5 Sterne
Klappentext:
Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.
Rezension:
Dieses Buch habe ich ehrlich gesagt lange Zeit ignoriert, dachte, dieses Buch sei nichts für mich. Es entspricht auch nicht meinem typischen Lesegenre. Aber als ich bei Instagram in einem Video eine Rezension zu diesem Buch hörte, packte es mich plötzlich. Ich bin so froh, dass ich das Buch zur Hand genommen habe. Die Autorin hat mich von der ersten Seite an komplett in ihre Welt hinein gezogen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
Von der ersten Seite an war ich einfach komplett gefesselt von der Atmosphäre, den eindrucksvollen Naturbeschreibungen und vor allem von der Hauptfigur, Kya, deren Lebensweg mich unglaublich beeindruckt und irgendwie auch gerührt hat. Ab und an hat er mich auch zornig gemacht. Zornig auf alles und jeden. Kya selbst und die Menschen um sie herum, die so unglaublich respektlos ihr gegenüber sind. Aber, es gab auch gute Menschen in dieser Geschichte. Menschen, die Kya unterstützt haben, obwohl sie selbst viel zu wenig zum Leben haben.
Die Geschichte erzählt von Einsamkeit und Ausgrenzung aber auch von einem starken Überlebenswillen und der Suche nach Zugehörigkeit. Eine Zugehörigkeit, die Kya lange verwehrt bleibt.
Besonders beeindruckt hat mich, wie feinfühlig die Autorin die Entwicklung der Figuren beschreibt. Die Handlung nimmt sich Zeit, ihre Charaktere wachsen zu lassen, ohne dabei auch nur auf einer Seite langweilig zu werden. Im Gegenteil: Ich war so in der Geschichte gefangen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich kann euch gar nicht so ganz genau sagen, warum das Buch so eine enorme Sogwirkung auf mich entfaltet hat. Die Geschichte ist nicht unglaublich dramatisch, obwohl… ein bisschen dramatisch ist sie schon. Aber irgendwie ist sie eher packend und macht auch an der einen oder anderen Stelle betroffen. Ja, ich glaube, das ist es, was sie mich gemacht hat: betroffen… Aber dann macht sie auch wieder Mut, denn Kya ist einfach eine unglaublich starke Protagonistin, die mich einfach tief beeindruckt hat.
Das Ende hat mich dann doch sehr überrascht. Ich muss gestehen, dass ich es nicht habe kommen sehen. Es war für mich aber nicht nur unerwartet, sondern auch überzeugend. Es ist ein mutiges Ende, das perfekt zu dieser tiefgehenden und vielschichtigen Geschichte passt.
Für mich ist „Der Gesang der Flusskrebse“ ein Buch, das weit mehr bietet als reine Unterhaltung. Es hat mich wirklich berührt und bleibt mir sicher noch lange im Gedächtnis. Eine absolute Leseempfehlung und für mich verdiente 5 Sterne.
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