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[Rezension] Ich habe den Todesengel überlebt – Eva Mozes Kor und Lisa Rojany Buccieri

Geposted am 8. Oktober 2018 um 19:53

.Rezension, Eva Mozes Kor, cbj Verlag, Random House Verlage

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Titel: Ich habe den Todesengel überlebt
Reihe: Einzelband
Autorin: Eva Mozes Kor und Lisa Rojany Buccieri
Verlag: cbj
Erscheinungsjahr: 2012
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 224

Meine Wertung:  4 Federn

Klappentext:

Eva Mozes Kor ist zehn Jahre alt, als sie mit ihrer Familie nach Auschwitz verschleppt wird. Während die Eltern und zwei ältere Geschwister in den Gaskammern umkommen, geraten Eva und ihre Zwillingsschwester Miriam in die Hände des KZ-Arztes Mengele, der grausame »Experimente« an den Mädchen durchführt. Für Eva und ihre Schwester beginnt ein täglicher Überlebenskampf …
Die wahre Geschichte einer Frau mit einem unbezwingbaren Überlebenswillen und dem Mut, die schlimmsten Taten zu vergeben.

Rezension:

Ich bewundere Eva Mozes Kor nach der Lektüre dieses Buches zutiefst. Sie hat geschafft, was sicher nicht viele Menschen im Leben bei weitaus geringeren Dingen die ihnen angetan wurden, schaffen: Sie hat ihren Peinigern vergeben und dadurch selbst Vergebung gefunden. Das kostet sehr viel Kraft und ist extrem stark.

Das Buch ist ab 12 Jahren empfohlen und die Autorin hat, in Zusammenarbeit mit ihrer Co-Autorin und dem Verlag, sehr viel Wert darauf gelegt, ihre Erlebnisse in altersgerechter Sprache zu erzählen. Sie schafft es, die Schrecken, denen sie und ihre Schwester Miriam ausgesetzt waren zu erzählen, ohne die jungen Leser, für die das Buch gedacht ist, zu überfordern.

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[Rezension] Troublemaker – Leah Remini

Geposted am 11. Dezember 2017 um 15:35

Rezension, Leah Remini, mvgVerlag

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Titel: Troublemaker – Wie ich Hollywood und Scientology überlebte
Reihe: Einzelband
Autorin: Leah Remini
Verlag: mvg Verlag
Erscheinungsjahr: 2015
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 248

Meine Wertung: 3 Federn

Klappentext:

Die Schauspielerin Leah Remini ist mit Scientology aufgewachsen. Da ihre Eltern dieser Sekte angehörten, wurde sie schon in ihrer frühen Kindheit indoktriniert. Auch auf ihrem harten Karriereweg – von der unbedeutenden Nebenrolle bis zum gefeierten Serienstar in King of Queens – wurde sie stets von Scientology begleitet. Als prominentes Mitglied der Sekte lernte sie auch Tom Cruise kennen und war sogar Gast auf dessen Hochzeit mit Katie Holmes.

Vor einigen Jahren begann Remini aber, die kontroversen Aktionen und Repressionen von Scientology zu hinterfragen, und wurde so zum “Troublemaker”. Dadurch war sie nicht nur Zielscheibe von Angriffen, sondern Scientology sah sie sogar als Bedrohung. Schließlich brach sie 2013 endgültig mit der Glaubensgemeinschaft und verlor dadurch auch den Kontakt zu vielen Freunden.

Nun hat Remini ein Buch über diese Erlebnisse geschrieben und gibt unverfälschte und erschreckende Einblicke hinter die Kulissen von Scientology. In den USA schlug ihre Biografie große Wellen und avancierte dank der spannenden Story und der schockierenden Enthüllungen zum New York Times-Bestseller.

Rezension:

Mir ist dieses Buch eher zufällig in die Hände gefallen und da ich Leah Remini aus King of Queens kenne und sie da in ihrer Rolle als Carrie interessant fand, habe ich zugeschlagen. Man hat ja, als Normalsterblicher, wenig Einblicke in die Strukturen von Scientology.

Da Leahs Mutter bei Scientology eintrat als die Kinder noch recht klein waren, ist Leah quasi in den Armen der Sekte aufgewachsen Sie berichtet sehr authentisch über ihre Erlebnisse dort und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln, dass sie das, was sie berichtet, auch wirklich erlebt hat. Dabei bleibt sie aber oft an der Oberfläche und eher weniger über die Abläufe innerhalb der Sekte. Sie berichtet von stundenlangen Auditings und Kursen. Gerne hätte ich etwas mehr Einblick erhalten, wie z. B. diese Auditings ablaufen.

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[Rezension] Der Junge, der nicht hassen wollte – Shlomo Graber

Geposted am 29. Januar 2017 um 14:04

Shlomo Graber, Riverfield Verlag, Rezension

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Titel: Der Junge, der nicht hassen wollte
Reihe:
Einzelband
Autor:
Shlomo Graber
Verlag: Riverfield
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: Klappbroschur
Seitenanzahl: 224

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

“… denn als ich das Ausmaß der Katastrophe zu verstehen begann, als mir bewusst wurde, was das Erlebte in mir anrichten würde, beschloss ich, über das, was uns widerfahren war, weder zu weinen noch zu hassen – sondern zu vergeben.
Ich war achtzehn Jahre alt, und die Zukunft lag noch vor mir.”

Rezension:

Shlomo Graber schreibt in sehr einfachen Sätzen und einer einfachen Sprache, so dass auch jugendliche Leser dem Buch gut folgen können. Shlomo Graber selbst sagt, dass er dieses Buch bewussst einfach und “ohne Schnörkel” geschrieben hat. Mir hat diese Einfachheit einerseits gefallen, andererseits war es dadurch manchmal auch etwas ja, eben zu einfach. Der Schreibstil ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Wir begleiten Shlomo Graber auf 224 Seiten von seiner frühen Kindheit, die ganz normal verlaufen ist, bis zu seinem 18. Lebensjahr.

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, mit den normalen Problemchen, die die Kindheit und Jugend so mit sich bringt, sind Shlomo und seine Familie von den Anfängen der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten eher weit weg. Sie erfahren, was den Juden in Europa passiert, aber sie müssen es noch nicht erleben. Gerade diese relativ normale Kindheit führte mir die Schrecken noch mehr vor Augen. Man fängt unweigerlich an zu überlegen, wie man selbst empfunden hätte, als Kind bzw. Jugendliche in der Situation, in die Shlomo Graber und viele viele andere Menschen gebracht wurden. Die Nationalsozialisten besetzten am 19.3.1944 Ungarn und die Lage der ungarischen Juden veränderte sich dramatisch, was auch Shlomo und seine Familie zu spüren bekamen. Shlomo Graber ist 14 Jahre alt, als er mit seiner gesamten Familie aus dem ungarischen Dörfchen Nyirbator nach Auschwitz deportiert wird. Das Grauen beginnt und ich weiß nicht, wie man als Mensch, aber auch vor allem als Jugendlicher eine solche Gefangenschaft in verschiedenen Konzentrationslagern und mit den verschiedenen, wirklich sadistischen Menschen um sich herum, überleben kann und dabei seine Menschlichkeit nicht verliert.

Ganz furchtbar war auch, zu erleben, wie sich die Rolle zwischen Vater und Sohn verwandelte. Der Vater, der 14 Jahre lang seinen Sohn erzogen und beschützt hat, muss nun von seinem Sohn gestützt werden. Vielleicht ist das das geringste Problem, das Shlomo und sein Vater hatten, aber mir führte auch dies so deutlich vor Augen, dass man mit einer solchen Situation einfach nicht umgehen kann, egal, ob als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener. Hilflos ausgeliefert, den Launen der Bewacher. Je mehr Bücher ich über diese Zeit lese, umso weniger verstehe ich allerdings, wie Menschen so grausam sein können. Wie auch Shlomo Graber schreibt: Wie kann es sein, dass vorher völlig normale Menschen, ihre gesamte Empathie, ihre Menschlichkeit, verlieren? Wie kann es sein, dass die Gefangenen sinnlos gequält, ja gefoltert werden? Von Menschen, die vorher doch sicher einer normalen Beschäftigung nachgingen, Familie haben. Ich kann es nicht begreifen. Werden wir Menschen so, wenn wir vorher nur “normale kleine Bürger” waren, die plötzlich uneingeschränkte Macht verliehen bekommen? Mir ist das einfach unbegreiflich.

Die letzten Worte, die Shlomos Mutter zu ihm sagt, als sie in Auschwitz angekommen in eine andere Richtung gehen muss sind: „Liebe ist stärker als Hass, vergiss das nie, mein Sohn.” und genau diese Worte sind es, die Shlomo zu seinem Leitsatz macht.

Ich habe den tiefsten Respekt davor, dass ein Mensch, dem grauenhafte Dinge angetan wurden, so grauenhaft, dass er immer wieder schreibt, dass er sie nicht näher ausführen wird, so viel Menschlichkeit in sich bewahren kann. Das Buch endet damit, dass Shlomo, aus dem Konzentrationslager gerettet, einer deutschen Frau und Baby ein Stück Brot reicht. Er beschließt, trotz der Geschehnisse, nicht zu hassen, nicht zu weinen, sondern zu vergeben. Shlomo ist 18 Jahre alt und das Leben liegt nun vor ihm.

Der Verlag schrieb mir: “Shlomo Graber versteht sein neues Buch als Botschaft an die Jugend und die kommenden Generationen. Natürlich soll mit dem Buch auch an das was geschah erinnert werden, aber die fundamentale Botschaft die Shlomo Graber damit geben will ist: Hass vergiftet die Herzen der Menschen und Hass erzeugt immer nur mehr Hass!”

Ja, und genau das trifft es. Genau diese Botschaft vermittelt der Autor mit seinem Buch. Bei mir ist genau diese Botschaft auch angekommen, selbst wenn ich die Information nicht gehabt hätte.

Federn zu vergeben fällt mir in diesem Fall schwer. Man kann eine Lebensgeschichte nicht bewerten. Ich fürchte, dass die einfache Sprache nicht jedem liegen wird, auch mir hat der Schreibstil teilweise Probleme bereitet. Ich war kurz am überlegen, ob ich 4 Federn vergebe, aber der Mensch, Shlomo Graber hat unseren tiefsten Respekt verdient, dass er trotz der Unmenschlichkeit, die er erlebt hat, seine eigene Menschlichkeit nicht verloren hat. Die Botschaft des Buches ist wichtig und unbedingt lesenswert. Von daher gibt es von mir gibt 5 Federn.

[Rezension] Kindheit in Trümmern – Barbara Warning

Geposted am 11. Mai 2015 um 14:30

Rezension, Barbara Warning, Ravensburger Buchverlag

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Titel: Kindheit in Trümmern
Reihe: Einzelband
Autorin: Barbara Warning
Verlag: Ravensburger
Erscheinungsjahr: 2015
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 192

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

21 Menschen berichten über ihre Kindheit zwischen Kriegsende und Wirtschaftswunder. Die Erfahrungen jener Jahre haben sie ein Leben lang geprägt. In ihren berührenden Schicksalen wird Geschichte lebendig und begreifbar.
Geboren in den Wirren des Krieges, in Hunger, Bombenhagel und mit der Angst vor dem Tod. Geflüchtet mit dem, was sie auf dem Leib tragen konnten, unermessliches Leid vor Augen. Für heutige Jugendliche nicht mehr vorstellbar. Und doch sind es ihre Großeltern, die dieses Schicksal erfahren haben und die nur noch wenige Jahre davon erzählen können, wie sie Flucht und Vertreibung überlebt, ihren Alltag in den zerbombten Städten organisiert haben. Und was aus den Wunden ihrer Kindheit geworden ist. Dieses Buch erzählt ihre Geschichten.

Rezension:

Ich finde es sehr schwierig Biografien zu rezensieren. Alle Erlebnisse, die in diesem Buch geschildert werden sind wahre Ereignisse und die kann man weder bewerten noch beurteilen.

Ich denke, dass Barbara Warning die Geschichten aus den Erzählungen der Menschen aufgeschrieben hat und nicht jeder seine eigene Geschichte geschrieben hat. Der Schreibstil ist bei allen Geschichten ähnlich und sehr ansprechend. Man kann die Geschichten gut lesen. Sie sind inhaltlich alle sehr unterschiedlich. Jeder hat den Krieg bzw. die Zeit danach auf seine ganz eigene Art und Weise erlebt. Dieses Buch sollte man lesen, aber man sollte sich Zeit lassen. Es bringt, meiner Meinung nach nichts, alle Geschichten hintereinander weg zu lesen. Man sollte sich die Zeit nehmen sie sacken zu lassen, sie auf sich wirken zu lassen und darüber nachzudenken.

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[Rezension] Godafoss – Ottar Sveinsson

Geposted am 19. Mai 2013 um 20:36

Rezension, Ankerherz Verlag, Ottar Sveinsson

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Titel: Godafoss
Reihe: Einzelband
Autor: Ottar Sveinsson
Verlag: Ankerherz
Erscheinungsjahr: 2011
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 192

Meine Wertung: 5 Federn

Klappentext:

Reykjavík, 1944: Während Marlene Dietrich für die Soldaten der Alliierten singt, legt die Goðafoss ab. Islands größter Passagierfrachter, der »Stolz der Insel«, wie das Schiff viele nennen, wird sich einem Schiffskonvoi anschließen. An Bord herrscht Angst vor Angriffen deutscher U-Boote, die im Nordatlantik lauern. Zunächst geht alles gut. Doch dann verketten sich tragische Umstände, die zur Katastrophe führen.
Dem isländischen Reporter Óttar Sveinsson ist es gelungen, die Überlebenden des Untergangs zu sprechen. Ihre Erinnerungen fügen sich zusammen zu einem packenden, realen Thriller. Wir haben den Bestseller, in dem zahlreiche historische Fotografien zu sehen sind, überarbeitet und mit neuen Kapiteln vom Leben an Bord des U-Boots ergänzt, das die Goðafoss versenkte.

Rezension:

Nein, es handelt sich nicht um ein Buch, welches man mal eben nebenbei liest. Aber, es handelt sich um ein Buch, welches mich so gefangen genommen hat, dass ich es innerhalb von 2 Stunden gelesen hatte. Ansprechen durfte mich heute Mittag niemand aus der Familie, ich war gefangen. Gefangen auf der Godafoss, gefangen in den Emotionen, die dieser Tatsachenbericht in mir heraufbeschwor und gefangen mit und neben diesen Menschen und ihren Schicksalen.

Lange hat mich ein Buch nicht mehr so berührt und schockiert, wie es dieser Bericht getan hat. Wütend musste ich mit ansehen, wie ein englisches Kampfschiff lieber mit Bomben auf ein deutsches U-Boot schoß, als die in Seenot geratenen, um ihr Leben kämpfenden Isländer (Männer, Frauen und Kinder) aus dem Wasser zu holen. Im November ist das überleben im eisig kalten Wasser fast nicht machbar. Wie grausam können Menschen sein?

Die Geschichte der Godafoss wird immer wieder durch Aussagen von Überlebenden des Unglücks unterbrochen, in denen sie schildern, wie sie die Zeit erlebt haben. Gerade dies führt dem Leser immer wieder vor Augen, dass es sich um Menschen handelt, denen die geschilderten Erlebnisse wirklich widerfahren sind. Man kann es sich kaum vorstellen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die an diesem Buch mitgewirkt haben. Es wurde ein berührendes, bewegendes, traurig machendes aber auch aufrüttelndes Zeitdokument geschaffen, das seines gleichen sucht. Dieser Bericht wird mir sicher noch lange immer wieder in Erinnerung kommen.

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