[Rezension] Im Labyrinth der Nerven – Dr. Nicole Knobloch und Dr. Christian Knobloch

Titel: Im Labyrinth der Nerven
Reihe: Einzelband
Autoren: Dr. Nicole und Dr. Christian Knobloch
Verlag: Eden books
Erscheinungsjahr: 2022
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 267
Meine Wertung: 5 Sterne
Klappentext:
Die Faszination für die Tiefen der menschlichen Seele begleitet uns seit Jahrhunderten: Wenn Mediziner*innen Fallgeschichten aus ihrer Praxis erzählen, dann hört man ihnen zu. Das Ärzteehepaar Nicole und Christian Knobloch behandelt in seiner Praxis seit über zwanzig Jahren Menschen mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen.
In zahlreichen Fallgeschichten berichten sie nun erstmals aus dem breiten Spektrum der Neurologie und Psychiatrie. So begegnet ihnen eine junge Mutter, deren ALS-Diagnose bereits ihr Leben überschattet – doch ihr Schlafzimmerblick bringt die Ärzte auf eine rettende Spur. Ein gehirn-chirurgischer Eingriff befreit einen 14-Jährigen von seinen verheerenden epileptischen Anfällen, woraufhin er plötzlich ein geniales musikalisches Talent zeigt. Ein unerwarteter, erneuter Anfall im Erwachsenenalter gefährdet die Opernkarriere des Autisten.
Das breite Spektrum der wahren Geschichten aus der neurologischen und psychiatrischen Praxis lässt erahnen, wie kompliziert, faszinierend, aber auch wie fragil und vulnerabel unser Gehirn – und damit auch unsere Seele – ist. In der Erforschung und Therapie der Erkrankungen des Nervensystems hat die Medizin in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht: Wo früher Ärzt*innen hilf- und ratlos waren, kann heute vielen Patient*innen entscheidend geholfen werden.
Rezension:
Im Labyrinth der Nerven von Dr. Nicole Knobloch und Dr. Christian Knobloch hat mir gut gefallen. Die beiden Autoren schaffen es, psychische Erkrankungen auf eine sehr einfühlsame und verständliche Weise darzustellen, ohne dabei zu sehr zu vereinfachen oder zu dramatisieren. Natürlich sind die Fallgeschichten so gestrickt, dass der normale Leser, der kein ausgebildeter Arzt oder Psychologe ist, diese auch versteht. Von daher sind die Krankheitsgeschichten, die sich gerade im neurologischen Bereich ja sehr vielschichtig darstellen, sicher stark verkürzt und vereinfacht dargestellt. Aber gerade das macht die Menschen hinter den Fallbeispielen so greifbar.
Die Fallgeschichten sind anschaulich aufbereitet und vermitteln einen guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Betroffenen. Dadurch wird nachvollziehbar, wie unterschiedlich sich psychische Erkrankungen äußern können und welche Herausforderungen sie im Alltag mit sich bringen. Wie gesagt, auch als medizinischer Laie konnte ich den Erklärungen sehr gut folgen und ich glaube auch, dass das Buch an der einen oder anderen Stelle viel Verständnis für Menschen mit psychischen Erkrankungen wecken kann.
Das Buch vermittelt Wissen, baut Vorurteile ab und regt zum Nachdenken an. Es zeigt, wie wichtig ein respektvoller und empathischer Umgang ist. Es zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dass Ärzte genau hinschauen und den Patienten nicht einfach mit der „erstbesten“ Diagnose entlassen. Manches Mal lohnt sich doch ein zweiter Blick, ein genaueres Forschen nach Ursachen und Symptomen. Das ist tatsächlich etwas, was ich heute im schulmedizinischen Bereich oft vermisse. Das genaue Hinschauen, um nicht nur ein Symptom, sondern die Ursache zu bekämpfen.
Von mir gibt es dafür 5 Sterne. Das war wirklich eine interessante Lektüre.
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