3 Federn,  Gelesen 2022,  Rezensionen

[Rezension] Escape: Wenn die Angst dich einholt – Nina Laurin

Rezension, Nina Laurin, Escape, Knaur Verlag

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Titel: Escape – Wenn die Angst dich einholt
Reihe: Einzelband
Autorin: Nina Laurin
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 2018
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 352

Meine Wertung: 3 Federn

Klappentext:

Eigentlich hat Laine Moreno längst aufgegeben. Seit zehn Jahren versucht die 23-Jährige zu vergessen, was man ihr angetan hat: Wie sie als Kind entführt und drei Jahre lang missbraucht wurde, bis ihr hochschwanger die Flucht gelang. Dass man ihren Peiniger nie gefasst hat, weil sie sich nicht erinnern konnte. Dass ihre Tochter zur Adoption freigegeben wurde.
Doch als Laine eines Tages an einem Vermisstenplakat vorbeistolpert, starrt ihr die Vergangenheit mitten ins Gesicht: Die Gesuchte – Olivia Shaw, 10 Jahre alt – ist praktisch ihr Ebenbild. Um Olivia zu retten, muss Laine sich ihren Dämonen stellen – und einer Wahrheit über die Entführung, die sie zerstören könnte.

Rezension:

Ich lese ja eher selten Thriller, aber diesen hier konnte ich nicht aus der Hand legen. Mir hat die Geschichte bis kurz vor dem Ende wirklich gut gefallen. Nina Laurin hat einen spannenden Schreibstil, der mich vorwärts gezogen hat.

Laine war eine interessante Protagonisten, die verständlicherweise sehr viele Probleme hat. Ab und an nervte sie mich allerdings ein bisschen. Okay, sie erinnert sich an Verein gar nichts über ihren Entführer. Sein Gesicht hat sie nie gesehen, da er immer eine Maske trug. Soweit kann ich das nachvollziehen. Wie kann es aber sein, dass bei ihr nichts klingelt, als sie dem Entführer leibhaftig (mehrmals) begegnet. Stimme, Körpergröße, Silhouette… Es hätte doch wohl irgendwie wenigstens mal ein leises Unbehagen da sein müssen, oder nicht?

Vom Klappentext her hatte ich erwartet, dass Laine zumindest versucht, sich zu erinnern. Dass irgendjemand, eine Polizeipsychologe (?) sie quasi an die Hand nimmt, um sie dorthin zu führen, wo die Erinnerungen liegen. Aber, was passiert? Nichts! Der Klappentext besagt, dass Laine sich ihren Dämonen stellen muss. Wir begleiten Laine aber einfach nur durch ihre Drogenprobleme. Niemand unterstützt sie ernsthaft, ihre Erinnerungen wieder zu finden, um die Ermittlungen voran zu treiben. Wenn mit den Dämonen nicht ihre Drogenprobleme gemeint sind, und das sind sie wohl nicht, dann muss sich Laine in dieser Geschichte gar nichts stellen. Und sie tut es auch über weite Strecken nicht.

Mit Sean Ortiz hat Laine den Polizisten an ihrer Seite, der sie vor zehn Jahren gefunden hat, als die ihrem Entführer entkommen konnte. Sean hat mir als Figur ganz gut gefallen.Ab und an hätte er Laine gegenüber etwas deutlicher werden können. Er lässt ihr sehr viel durchgehen, was sie erstens in Gefahr bringt und zweitens auch nichts angeht. Ja, sie soll helfen, aber sie soll sich wohl eher nicht in polizeiliche Ermittlungen einmischen. 

Der Schreibstil war spannend und mitreißend. Ich konnte Nina Laurin gut folgen. Sie beschreibt die Situationen so, dass man sie sich gut vorstellen kann. Auch ihre Protagonisten hatte ich klar vor Augen.

Die Geschichte insgesamt ist leider dann doch sehr konstruiert. Die Auflösung nochmal konstruierter. Am Ende kommen so viele merkwürdige Zufälle zusammen bzw. die Auflösung ist so unglaubwürdig, dass es das Buch für mich wieder ein großes Stück runter gerissen hat. Von daher gibt es von mir 3 Federn. Ihr könnt ihr einen spannenden Thriller lesen, bei dem ihr über das Ende dann aber großzügig hinweg sehen müsst.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Schreiblust – Leselust
Lenas Bücherlounge
Papier und Tintenwelten

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2 Comments
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17. August 2022 6:59

Hey Yvonne,

das ist ja schade, dass das Buch so unglaubwürdig ist. Ich finde das ganze Escape-Thema ja sehr spannend, aber das Buch kommt dann wohle eher nicht auf meine Wuli…

Hab einen tollen Tag.

Ganz lieben Gruß

Steffi