Rezensionen,  4 Federn,  Gelesen 2018

[Rezension] Dream on: Tödliche Träume – Nikolas Stoltz

Rezension, Nikolas Stoltz

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Titel: Tödliche Träume
Reihe: Dream on; Band 1
Autor: Nikolas Stoltz
Verlag: FeuerWerke Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
Einband: ebook
Seitenanzahl: 295

Meine Wertung: 4 Federn

Klappentext:

Träumen per Knopfdruck! Die US-Firma DREAM ON hat eine vernetzte, virtuelle Traumwelt entwickelt, die sich absolut lebensecht anfühlt. Doch über das Unternehmen legt sich ein dunkler Schatten. Die Träumenden werden von ihren schlimmsten Ängsten heimgesucht und grausam gefoltert.

Der Traumdesigner Nick Quentin vermutet ein Virus im System und folgt der Spur durch die künstliche Welt. Doch damit gerät er selbst ins Visier eines skrupellosen Gegners, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Eine gnadenlose Treibjagd zwischen Traum und Realität beginnt…

Rezension:

Wir lernen zunächst Nick kennen, der einen Job bei Dream on angenommen hat und eigentlich gar nicht wirklich weiß, was ihn dort erwartet. Auf jeden Fall liegt sein neuer Arbeitsplatz weit außerhalb jeder Zivilisation und die Begrüßung ist nicht gerade herzlich. Mich hatte der Autor damit gepackt, denn ich wollte unbedingt wissen, warum Nick diese Arbeit angenommen hat, und was seine Aufgabe eigentlich genau sein wird. Über seine Motivation bei Dream on anzufangen erfahren wir eher wenig, aber dafür umso mehr darüber, wie die Traumlandschaft funktioniert. Das hat Nikolas Stoltz hervorragend geschafft, mir Dream on näher zu bringen. Bedingt dadurch, dass die Teile, die in der Traumwelt spielen kursiv gedruckt sind, konnte man sich immer sehr schnell orientieren, wo sich die Figuren gerade befinden. Auch der Aufbau von Dream on erscheint mir schlüssig und stringent durchdacht.

Lena hat mir als Persönlichkeit sehr gut gefallen, allerdings war ihr Charakter ein bisschen klischeehaft dargestellt. Abgeordnet ans Ende der Welt, wird sie von ihrem neuen Partner, der ein echter Macho ist, klein gehalten. Immer wieder frauenfeindliche Sprüche gegen die sie sich nicht wirklich wehrt. Das macht sie in meinen Augen sehr schwach, obwohl sie Potential hat eine starke Persönlichkeit zu sein. Zwischendurch unternimmt sie Alleingänge und bringt sich selbstverständlich jedes mal in tödliche Gefahr.

Bis der Mord geschieht hatte ich schon ein bisschen Gelegenheit, mich in die Arbeit bei Dream On Entertainment einzufinden. Die Traumwelt kann ich mir gut vorstellen und finde es spannend, was die Avatare dort alles erleben können. Nach und nach lässt Nikolas Stoltz den Leser auch daran teilhaben, wozu man diese Traumwelt mißbrauchen kann. Er deckt ein ungeheuerliches Komplott auf und ich wollte wissen, wie die Zusammenhänge hinter den Kulissen von Dream on sind. Wer steckt mit drin und wer nicht, und wird Nick den Fall lösen?

Leider muss ich aber sagen, dass mich der Schreibstil des Autors zu Beginn nicht ganz überzeugen konnte. Ich hatte Probleme, mir die Figuren vor meinem inneren Auge lebendig werden zu lassen, da ich sie mir einfach nicht vorstellen konnte. Dadurch hatte ich, bedingt durch die Vielzahl der Figuren, immer wieder Probleme, mich zu erinnern, wer nun eigentlich wer ist. Nach rund 80 Seiten gab sich das aber und ich war endlich richtig drin in der Geschichte und mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Irgendwann hatte mich der Schreibstil des Autors so in den Bann der Geschichte gezogen, dass ich unbedingt wissen wollte, wer hinter den Vorkommnissen bei Dream on steckt.

Insgesamt gesehen fand ich die Geschichte umso spannender, ja mehr wir uns dem Ende näherten. Sie ist über das gesamte Buch gesehen stringent erzählt und Nikolas Stoltz schafft es, sich nicht in seiner eigenen Traumwelt zu verirren, sondern alles, was er an Handlungsfäden anfängt, auch logisch zu Ende zu bringen.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich noch. Meiner Ansicht nach macht es Nikolas Stoltz an der einen oder anderen Stelle seinen Protagonisten zu einfach. Immer finden Nick und seine Kollegen recht schnell eine Lösung, wie sie das System umgehen können. Aus jeder brenzligen Situation sind sie schwups wieder heraus. Ein paar mehr Stolpersteine die wirklich nicht so leicht zu lösen sind, wären nicht schlecht gewesen um mehr Spannung zu erzeugen. Der “Thrill” kam irgendwie ein ganz kleines bisschen zu kurz.

Dream on – Tödliche Träume ist ein spannendes Buch, dass mich in seinen Bann  ziehen konnte. Ich war am überlegen, ob ich 3 Federn vergebe, da der Einstieg in das Buch für mich recht mühsam war, aber die spannende Geschichte schaffte es am Ende doch, mir 4 Federn abzuringen.

Weitere Rezensionen findet ihr bei:
KeJas-Blogbuch – 2 Sterne
Die Buchkuschlerin – 4 Sterne
Krimisofa – 4 Sterne
Dreamy Bibliomanic – 1 Stern

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7 Comments
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5. Januar 2018 15:53

Hey,
das klingt nach einem Buch für mich! Deine Bewertung gefällt mir und zeigt mir, dass das Buch was für mich sein könnte. Ich suche immer wieder mal so eine etwas andere Geschichte aus dem Sci-Fi-Bereich. Ein Thriller wäre genau das Richtige.
Lieben Dank und viele Grüße
vom monerl

6. Januar 2018 15:58

Auch hier nochmal zunächst lieben Dank fürs verlinken!

Interessant, mir gefiel der Schreibstil selbst von Beginn an, konnte aber einfach nicht mit den Protas warm werden – wie du bei Lena schon sagtest, galt dies für mich bei allen: zu klischeehaft.
Auch das durchrutschen was du selbst als kleinen Kritikpunkt nanntest, nahm mir leider die Spanung. Aber es freut mich natürlich das es für dich im Gesamten ein Lesegenuss war – mich konnte das Buch leider nicht abholen.

Hab einen gemütlichen Samstag :-*

Reply to  Yvonne
7. Januar 2018 13:32

Mir tat es auch wirklich leid, wenn es ein ReziEx direkt vom Autor ist, ist es immer nochmals unfein, wenn die Geschichte nicht überzeugen kann! Die Grundidee finde ich immer noch feinst, aber ich kann nicht über die Kritikpunkte hinwegsehen. Aber immer schön, wenn ein Buch verschiedene Eindrücke und Einschätzungen erhält – und ein Buch kann halt nicht jedem gefallen 😉

23. Januar 2018 8:10

So, das Buch habe ich beendet und nun auch Deine Rezension komplett gelesen.

Auch mir ist der Einstieg etwas schwer gefallen und auch ich fand, dass Lena zu schlecht weggekommen ist. Ich hätte ihr am Ende irgendeinen Triumph gegönnt, aber so war es vermutlich realistischer.

Die Geschichte ist wohl noch nicht vorbei, wenn es einen zweiten Teil geben soll. Vielleicht kommt sie dann besser zur Geltung.

Die Traumsequenzen waren mir manchmal zu langatmig, das lag vor allem an den Einstiegen.

Insgesamt fand ich die Geschichte aber spannend, ab einem gewissen Punkt wollte ich den Reader gar nicht mehr aus der Hand legen. Deswegen werde ich auch vier Sterne vergeben.

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