[Rezension] Hörbuch: Hazel sagt nein – Jessica Berger Gross

Titel: Hazel sagt nein
Reihe: Einzelband
Autorin: Jessica Berger Gross
Sprecherin: Jenny Laura Bischoff
Verlag: Lübbe Audio
Erscheinungsjahr:
Einband:
Seitenanzahl:
Meine Wertung: 3 Sterne
Klappentext:
In der Hoffnung auf ein ruhigeres Leben ziehen die Blums vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert hat. Doch der idyllische Schein trügt. Gleich an ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert. Er verkündet ihr Unglaubliches: Jedes Jahr sucht er sich eine andere Schülerin aus der Abschlussklasse aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingeht. Dieses Jahr ist sie die Auserwählte. Instinktiv sagt Hazel Nein – und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer Familie, aber auch die gesamte Stadtgesellschaft auf den Kopf stellen …
Rezension:
Hazel sagt nein von Jessica Berger Gross behandelt ein unglaublich wichtiges Thema. Gerade deshalb war ich sehr gespannt auf das Buch und fand den Einstieg auch ausgesprochen gelungen.
Hazel setzt sich gegen die Avancen ihres Schuldirektors zur Wehr und stößt damit etwas an, das längst überfällig ist. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr eindrücklich, welche persönlichen Konsequenzen eine solche Entscheidung haben kann. Diesen Teil des Romans fand ich authentisch und bewegend.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich die Geschichte allerdings in eine Richtung, mit der ich zunehmend gehadert habe. Mein größter Kritikpunkt war Hazels Umgang mit der Öffentlichkeit. Sie gibt Interviews und möchte ihre Geschichte sogar in einem Buch veröffentlichen. Natürlich sollte ein Täter niemals geschützt werden, und ich finde es wichtig, dass Betroffene ihre Stimme erheben.
Trotzdem hatte ich beim Lesen immer häufiger das Gefühl, dass die öffentliche Aufmerksamkeit einen zu großen Raum einnimmt. Auf mich wirkte es stellenweise fast so, als würde Hazel diese Aufmerksamkeit genießen. Ob das tatsächlich so gemeint war oder nur bei mir diesen Eindruck hinterlassen hat, kann ich nicht beurteilen – genau dieses ambivalente Gefühl hat mich aber bis zum Ende begleitet.
Auch Hazels Eltern empfand ich als sehr überfordert. Das machte sie zwar durchaus glaubwürdig, schließlich gibt es für eine solche Situation kein Patentrezept. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass sie im Verlauf der Geschichte etwas mehr Stärke entwickeln und ihrer Tochter mehr Halt geben.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, sodass sich das Buch leicht lesen beziehungsweise hören lässt. Besonders hervorheben möchte ich die Sprecherin Jenny Laura Bischoff, die das Hörbuch sehr einfühlsam eingesprochen hat und den Figuren Leben verleiht.
Insgesamt ist Hazel sagt nein ein Roman, der ein wichtiges Thema aufgreift und zum Nachdenken anregt. Leider konnte mich die Entwicklung der Hauptfigur nicht vollständig überzeugen, sodass bei mir ein zwiespältiges Gefühl zurückblieb.
Von mir gibt es 3 Sterne.
Weitere Rezensionen findest du bei:
Wörter auf Papier
Buchsichten
Literatour